Heftige Unwetter Taifune fegen über Asien

Dutzende Tote und Verletzte in Asien: Mehr als eine Million Menschen sind auf der Flucht vor schweren Stürmen. Betroffen ist vor allem die chinesische Ostküste, Hunderte Dörfer sind überschwemmt, Tausende Häuser zerstört. Das Unwetter traf auch Japan, Taiwan und die Philippinen.


Tokio/Taipeh - Im Westen Japans sorgten Ausläufer des vom Pazifik kommenden Taifuns "Etau" seit der Nacht zum Montag für sintflutartige Regenfälle, schwere Überschwemmungen und Erdrutsche. Mindestens zwölf Menschen starben in den besonders betroffenen Provinzen Hyogo und Okayama, mehrere Menschen wurden laut örtlichen Medien noch vermisst.

Dem japanischen Wetteramt zufolge drohen weitere Schlammlawinen und Überschwemmungen. Flüge wurden abgesagt und Züge mussten in den Bahnhöfen bleiben. Auch einige Straßen wurden gesperrt. Mehr als 47.000 Menschen wurden einem Bericht des Senders NMK zufolge aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Rettungskräfte suchten weiter nach Vermissten. Unter den Todesopfern sind auch kleine Kinder, wie Medien berichteten. Mehr als 2000 Menschen suchten Schutz in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen. Mehrere Wohnhäuser und Geschäfte wurden von den Schlammmassen teils völlig zerstört. Straßen und Autos wurden überflutet, auch in der Hauptstadt Tokio behinderte schwerer Regen den Berufsverkehr.

Derweil zog der Taifun weiter vor der Küste in nördliche Richtung. Meteorologen gingen davon aus, dass "Etau" am Dienstag mit 126 Kilometern pro Stunde auf Zentraljapan treffen wird.

Unterdessen schwächte sich der Taifun "Morakot" über China langsam zu einem tropischen Sturm ab, nachdem er zuvor im Osten des Landes sowie auf Taiwan eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatte. Hunderte Dörfer waren von heftigem Regen und Überschwemmungen überflutet worden, mehr als 2000 Häuser wurden zerstört, wie die staatliche Nachrichtenagentur berichtet. Ein vierjähriger Junge starb in den Trümmern. Rund eine Million Menschen mussten evakuiert werden.

Zuvor hatte "Morakot" in Taiwan die schlimmsten Überschwemmungen seit 50 Jahren verursacht. Mindestens zwölf Menschen kamen laut örtlichen Medien ums Leben, Dutzende wurden verletzt.

Auf den nördlichen Philippinen hatte der Sturm ebenfalls schwere Schäden angerichtet. Von dort wurden 22 Todesopfer gemeldet, 18 Menschen wurden verletzt. Zehn Bergleute starben am Freitag, als sie unter einer Schlammlawine begraben wurden. Außerdem kamen während des Taifuns drei französische Bergsteiger und zwei einheimische Führer ums Leben.

ore/dpa/Reuters/AP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.