Ermordeter Jaden aus Herne Hunderte Rocker bei Beerdigung von Neunjährigem

Beim Begräbnis des ermordeten Jaden aus Herne nehmen Familie und Freunde Abschied. Rund tausend Trauergäste erweisen dem Neunjährigen die letzte Ehre - auch mehrere Rocker-Gruppierungen sind dabei.

Rocker in Herten
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Rocker in Herten


Vor eineinhalb Wochen wurde der neunjährige Jaden in Herne ermordet. Zur Beisetzung des Jungen im angrenzenden Herten sind nun Hunderte Mitglieder verschiedener Rockergruppen angereist. Sie versammelten sich vor dem Eingang eines Waldfriedhofs. Zahlreiche Mitglieder der Bandidos waren dabei, auch die Hells Angels hatten angekündigt, Mitglieder schicken zu wollen. Der Stiefvater von Jaden ist nach Angaben des Anwalts der Familie Mitglied der Bandidos in Essen.

Insgesamt nahmen etwa tausend Trauergäste an der Beerdigung teil. Damit sie die Trauerandacht verfolgen konnten, wurden vor der Friedhofskapelle Lautsprecheranlagen aufgebaut. "Ein junges Leben ist ein für alle Mal brutal ausgelöscht worden", sagte der evangelische Pfarrer Michael Thoma. Der Verlust sei nicht in Worte zu fassen.

Thoma erinnerte daran, dass die Familie in den Tagen vor der Ermordung noch ein Wochenende in Holland verbracht hatte. "Es darf nicht sein, dass ein Kind vor der Mutter geht. Er hatte doch noch so viel Leben vor."

Nach der Andacht wurde Jaden in einem weißen Sarg beigesetzt - mit einer Sondergenehmigung auf dem Waldfriedhof in der Nähe seines Elternhauses. Auf dem Friedhof gibt es seit Jahren keine Beerdigungen mehr. Er gehört der Stadt Herne, liegt aber auf Hertener Stadtgebiet.

Kranz mit Trauerschleife
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Kranz mit Trauerschleife

Der 19-jährige Marcel Heße hatte gestanden, den Nachbarsjungen Jaden und einen 22 Jahre alten Bekannten getötet zu haben. Am Mittwoch hatten Hunderte Menschen bereits in einem Gottesdienst in Herne der beiden Mordopfer gedacht.

Viele Trauergäste brachten Blumen, Grablichter und Stofftiere mit. Jadens Mitschüler trugen Kartons in den Altarraum der Herz-Jesu-Kirche, auf die sie ihre Gefühle geschrieben hatten. Die Wörter "Angst", "Wut", "Traurigkeit" und "Unsicherheit" waren darauf zu lesen.

wit/dpa

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