Hetzportal kreuz.net: Volker Beck fordert Bischöfe zu Konsequenzen auf

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Priester Hendrick Jolie gab zu, Texte an das Hetzportal kreuz.net geliefert zu haben, das Bistum beließ es bei einem Rüffel. Grünen-Politiker Volker Beck kritisiert die Reaktion nun als zu lax und ein "denkbar schlechtes Zeichen" - sollten keine weiteren Konsequenzen gezogen werden.

Grünen-Politiker Beck: Briefe an die Bischöfe Zollitsch und Lehmann Zur Großansicht
dapd

Grünen-Politiker Beck: Briefe an die Bischöfe Zollitsch und Lehmann

Hamburg - Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, hat den Mainzer Bischof Karl Lehmann und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, in Briefen aufgefordert, aus den jüngsten Erkenntnissen zur Autorenschaft eines Priesters auf dem Hetzportal kreuz.net Konsequenzen zu ziehen.

Ende letzter Woche hatte der Priester Hendrick Jolie gegenüber Vertretern des Mainzer Bistums zugegeben, für das Portal geschrieben und mit der Redaktion in Kontakt gestanden zu haben. Er hatte zuvor lange dementiert, Texte an kreuz.net geliefert zu haben und damit auch einem Bericht von SPIEGEL ONLINE über seine Texte, Kommentare und seinen E-Mail-Kontakt mit der Redaktion des Portals widersprochen.

Das Bistum kritisierte Jolies Verhalten als "eines Priesters unwürdig", Jolie entschuldigte sich bei Bischof Lehmann. Der nahm die Entschuldigung an und dankte Jolie "für seine Bereitschaft zur selbstkritischen Umkehr".

Beck ist das zu wenig: Jolie habe andere Nutzer von kreuz.net mehrfach in Kommentaren als "Spacko" und "Gehirngnome" bezeichnet, also eine "diffarmierende und diskriminierende Sprache" verwendet. Zudem habe er sich in Richtung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz unflätig geäußert und schon so lange ein Profil auf der Seite, dass auszuschließen sei, "dass ihm der volksverhetzende Charakter der Seite entgangen ist".

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen fordert in seinen Briefen Lehmann und Zollitsch auf, "doch kirchen- und arbeitsrechtliche Konsequenzen aus diesem Fehlverhalten zu ziehen". Beck bezeichnet es als "denkbar schlechtes Signal, wenn der erste prominente Fall eines Kirchenmitarbeiters, der auf kreuz.net mitgewirkt hat, ohne reelle Konsequenzen bleibt".

Jolie war am Donnerstag als Sprecher des konservativen Netzwerks katholischer Priester zurückgetreten. Er wolle seine öffentliche Wirksamkeit überdenken, schrieb er in einer kurzen Mitteilung.

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