Hetzportal: Nachfolgeseite von Kreuz.net abgeschaltet

Erst verschwand Kreuz.net aus dem Netz, nun ist auch die Nachfolgeseite offline. Auf ihr wollte ein Österreicher das Erbe des fundamentalistisch-katholischen Hetzportals antreten.

Wien - Die Seite ähnelte nicht nur in ihrer Optik dem Hetzportal Kreuz.net, auch die Inhalte waren ebenso schwulenfeindlich, die Sprache ebenso vulgär. Nun ist kreuz-net.info aus dem Netz verschwunden.

Der Initiative Stoppt Kreuz.net zufolge ist davon auszugehen, dass die Seite von ihren Betreibern abgeschaltet wurde. Auch die E-Mail-Adresse, die als Kontakt auf der Seite angegeben war, sei seit zwei Tagen nicht mehr erreichbar.

Kreuz-net.info ging rund einen Monat nach der Abschaltung des Hetzportals Kreuz.net online. Letzteres hatte unter der Bezeichnung "katholische Nachrichten" homophobe, rassistische, rechtslastige und antisemitische Texte präsentiert. Die Seite verschwand, nachdem Staatsanwaltschaften in Berlin und Wien Ermittlungen aufgenommen hatten. Vor allem aber war der öffentliche Druck enorm gestiegen, da die Initiative Stoppt Kreuz.net den Hintermännern des Portals den Kampf angesagt hatte.

"Die Sensibilität ist inzwischen sehr hoch"

Kreuz-net.info wurde laut Impressum von einer Person aus Wien betrieben: Günther Schneeweiß-Arnoldstein wurde als "Medieninhaber, Herausgeber, Redaktion" angegeben.

David Berger, Koordinator der Initiative Stoppt Kreuz.net, war nach dem Auftauchen des neuen Portals von einem Trittbrettfahrer ausgegangen. Nun sagte er, der Fall zeige, "dass durch die öffentlichkeitswirksame Kampagne gegen Kreuz.net inzwischen die Sensibilität im Hinblick auf solche Seiten sehr hoch ist".

Insgesamt gerate das Feld der Internetseiten aus dem fundamentalistisch-katholischen Lager ins Wanken. Als Beispiel nannte er das rechtskatholische Videoportal Gloria.tv: Wichtige Mitarbeiter und Sympathisanten hätten sich mittlerweile von dem Sender distanziert. Gloria.tv hatte Schneeweiß-Arnoldstein als "mutigen Katholiken" gelobt.

bim

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