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Hilfe für Haiti: Vereinte Nationen verteilen wieder Lebensmittel

Die Menschen von Haiti bekommen in einer großanlegten Aktion Lebenmittel: Das Welternährungsprogramm der Uno hat die Verteilung wieder aufgenommen - unter großen Sicherheitsauflagen. Das Essen wurde nur gegen Gutscheine und vor allem an Frauen ausgegeben.

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Welternährungsprogramm: Wasser und Essen für Haiti
Port-au-Prince - Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen startete am Sonntag einen neuen Versuch, in einer großangelegten Aktion Lebensmittel zu den Not leidenden Haitianern zu bringen. Soldaten der Uno-Mission MINUSTAH, der US-Armee und haitianische Polizisten überwachten die Verteilung. Zunächst wurden keine gewaltsamen Zwischenfälle bekannt.

An der Verteilungsaktion des WFP sind mehrere internationale Hilfsorganisationen beteiligt, die seit gut zwei Wochen versuchen, Lebensmittel auszugeben, ohne Gewalt auszulösen. Erneut werden die 25-Kilo-Säcke mit Reis vor allem an Frauen verteilt.

Die Empfänger der Hilfe mussten sich mit einem Gutschein ausweisen. Im Stadtteil Petionville kam es zu lautstarken Protesten von Erdbebengeschädigten, die keinen Gutschein erhalten hatten. Bewaffnete Sicherheitskräfte hielten eine Menschenmenge hinter einer Barriere zurück.

Das WFP richtet 16 feste Verteilstellen in Port-au-Prince ein, um in den kommenden zwei Wochen zwei Millionen Menschen mit Essen versorgen zu können. Die haitianische Regierung hat das Weiterverkaufen von Lebensmittelhilfe für illegal erklärt. Viele Haitianer kritisieren den Einsatz der zahlreichen Sicherheitskräfte bei der Verteilung, weil sie Unruhe bei den Wartenden provozierten.

Bei früheren Aktionen nach dem Erdbeben war es mehrfach zu Ausschreitungen bei der Verteilung von Lebensmitteln gekommen. Die Sicherheitskräfte hatten in die Luft geschossen, um die Menge einzuschüchtern.

Durch das Erdbeben vom 12. Januar kamen nach den jüngsten offiziellen Angaben mindestens 170.000 Menschen ums Leben, mehr als 200.000 wurden verletzt.

USA wollen Rettungsflüge am Montag wieder starten

Unterdessen haben die USA angekündigt, die ausgesetzten Evakuierungsflüge aus Port-au-Prince wieder aufzunehmen. Die Luftbrücke solle innerhalb von zwölf Stunden wieder eingerichtet werden, kündigte Präsidentensprecher Tommy Vietor am Sonntag (Ortszeit) in Washington an. Dies sei in Abstimmung mit der Regierung Haitis und der internationalen Gemeinschaft entschieden worden. Das "dringende Bedürfnis" zur "Rettung von Leben" müsse erfüllt werden.

Die Transporte waren vor einigen Tagen ausgesetzt worden, nachdem der US-Bundesstaat Florida, wohin die meisten Opfer überführt wurden, über Platzmangel und hohe Behandlungskosten geklagt hatte. Floridas Gouverneur Charlie Crist hatte eine bessere Verteilung der finanziellen Last gefordert. Er verlangte die Freigabe von Bundesmitteln, zusätzliches Personal sowie Evakuierungsflüge auch in andere US-Staaten.

siu/dpa/AFP/Reuters

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Forum - Naturkatastrophen - wie kann besser geholfen werden?
insgesamt 642 Beiträge
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1. Garnicht !
ThomasGB, 02.10.2009
Zitat von sysopWie bei vielen Katastrophen zuvor verlaufen in Erdbebengebieten die Rettungsarbeiten oft nur stockend. Es gibt zu wenig technische Hilfsmittel. Das verringert die Überlebenschancen der Verschütteten. Was kann getan werden, damit zügiger geholfen werden kann?
Es ist nämlich eine Eigenschaft von Naturkatastrophen, daß man niemals weiß, an welchem Ende der Welt diese als nächstes auftreten. Helfen müssen sich die betroffenen Länder schon selber. Oder wollen Sie in jedem Dorf der Welt zehn Bagger für den Eventualfall stationieren ?
2. Das ist halt Pech
Nonvaio01 02.10.2009
Hallo, es klingt zwar hard aber das ist pech. Wenn man in einem Erdbeben gebiet lebt muss man halt mit Erdbeben rechnen. Die jeweilige Regierung muss halt dafuer sorgen das vorgesorgt ist sogut es halt geht. Japan mach das auch so und trozdem passieren Erdbeben von einer staerke mit der man nicht gerechnet hat, durch gute vorsortge koennen die opferzahlen aber auf das minimum gehalten werden. San Francisco z.b. Da weiss man das es hochgradig Erdbeben gefaehrlich ist und trozdem baut man dort eine Millionen Stadt. Man beschliesst gewisse Baumasnahmen um Gebaeude Erdbebensicher zu bauen, nur verhindern kann man es nicht. Wenn die jeweilige regierung es nicht fuer noetig haelt oder es wegen korruption und pfusch zu mehr zerstoerung kommt als noetig, ist das ein problem der regierung, nun kann man sagen die armen buerger haben keine wahl, dazu sage ich nur das jeder eine wahl hat, wenn mein Haus zusammen bricht wegen pfusch werde ich mir das nicht bieten lassen. Wenn ich mir alles gefallen lasse habe ich es nicht besser verdient...sorry aber das ist meine meinung. Gruss Bernd
3.
reuanmuc, 02.10.2009
Zitat von ThomasGBEs ist nämlich eine Eigenschaft von Naturkatastrophen, daß man niemals weiß, an welchem Ende der Welt diese als nächstes auftreten. Helfen müssen sich die betroffenen Länder schon selber. Oder wollen Sie in jedem Dorf der Welt zehn Bagger für den Eventualfall stationieren ?
.. und wann und wie sie auftreten. Früher oder später, wahrscheinlich später, wird man erkennen, dass eine von der UNO organisierte, ständige Hilfstruppe für Katastrophenfälle sinnvoll wäre. Dagegen steht einzig der Stolz und die Autorität vieler Staatsregierungen. Je mehr Katastrophen noch kommen, desto eher steigt jedoch der Druck auf die Regierungen, mit Einsicht ist dagegen nicht zu rechnen.
4. Immer dasselbe Spiel...
DefTom 02.10.2009
Jetzt ist dieses Beben gerade mal eine Tag her, und schon fällt der versammelten Weltpresse dort nichts mehr anderes ein, als über Einzelschicksale und sog. Wunder zu berichten. Und der Spiegel spielt mit. Ich könnte kotzen.
5.
wudi 02.10.2009
Zitat von reuanmuc.. und wann und wie sie auftreten. Früher oder später, wahrscheinlich später, wird man erkennen, dass eine von der UNO organisierte, ständige Hilfstruppe für Katastrophenfälle sinnvoll wäre. Dagegen steht einzig der Stolz und die Autorität vieler Staatsregierungen. Je mehr Katastrophen noch kommen, desto eher steigt jedoch der Druck auf die Regierungen, mit Einsicht ist dagegen nicht zu rechnen.
Ich sehe das Problem aehnlich. Aber Druck auf die Regierungen? Wird in vielen Laendern wenig helfen. Nehmen wir nur das Beispiel Burma. Gerade Katastrophengebiete liegen oft in undemokratischen Staaten.
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Port-au-Prince: Eine Stadt liegt in Trümmern

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Hintergrund Haiti
Geografie
Haiti liegt im westlichen Teil der Insel Hispaniola in der Karibik, der Name bedeutet "bergiges Land". Das Nachbarland der im Osten der Insel gelegenen Dominikanischen Republik ist mit 27.000 Quadratkilometern fast so groß wie das deutsche Bundesland Brandenburg und hat laut aktuellen Uno-Angaben mehr als neun Millionen Einwohner. Hauptstadt des 1804 als erstes Land Lateinamerikas in die Unabhängigkeit entlassenen Staates ist Port-au-Prince mit rund 2,8 Millionen Einwohnern.
Wirtschaft
Der Staat mit mehr als neun Millionen Einwohnern gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Etwa 80 Prozent der Haitianer müssen von weniger als zwei US-Dollar am Tag leben, die Hälfte der Bevölkerung hat sogar weniger als einen Dollar am Tag zur Verfügung. Trotz internationaler Hilfen liegt die Wirtschaft des Staates am Boden. 80 Prozent der staatlichen Investitionen und 40 Prozent des Staatsetats werden international finanziert.
Armenhaus Amerikas
Misswirtschaft und Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Zyklone haben aus der einst reichen französischen Kolonie Haiti das Armenhaus Amerikas gemacht. Wegen oft gewalttätiger Unruhen und ausufernder Kriminalität, aber auch wegen verheerender Tropenstürme wird immer wieder vor Reisen nach Haiti gewarnt.
Uno-Friedenstruppen
Seit 2004 sorgen Uno-Friedenstruppen für Sicherheit und Ordnung in Haiti. Die Einheit setzt sich aus rund 7000 Soldaten aus 18 Ländern zusammen.


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