Himmelserscheinung Leuchtende Venus löst Ufo-Alarm aus

Trugbild oder Außerirdische? An diesem Wochenende gingen bei der Polizei zahlreiche Ufo-Meldungen ein. Vor allem ein heller Punkt unterhalb des Mondes irritierte einige Bürger. Doch die Himmelserscheinungen haben eine einfache Erklärung.


Villingen-Schwenningen - Der Mann war schon tagelang besorgt, am Freitagabend ging er schließlich zur Polizei: Seit Tagen beobachte er am Abendhimmel unterhalb des Mondes ein hell leuchtendes Objekt. Für einen Stern strahle das jedoch viel zu hell. Ob es sich vielleicht um ein Ufo handeln könne?

Mond und Venus am Nachthimmel: Vielleicht ein Ufo?
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Mond und Venus am Nachthimmel: Vielleicht ein Ufo?

Die Polizei ging dem Hinweis des Bürgers nach und lieferte für die aktuellen Phänomene am Nachthimmel gleich mehrere Erklärungen: Der Mond zeige sich derzeit am Abendhimmel ein wenig oberhalb der hell erleuchteten Venus. Ungefähr bei Untergang der Venus gehe der Saturn im Osten auf. Auch der Komet Lulin mit der Fachbezeichnung C/2007 N3 könne im Südosten mit einem Fernglas als Nebelfleck beobachtet werden.

Der Bürger zeigte sich angesichts der Erklärungen offenbar beruhigt. Das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Cenap) in Mannheim schränkte die Erklärungsansätze der Polizei am Sonntag allerdings ein. Allein die Venus ist nach Angaben von Ufo-Forscher Werner Walter für die aktuelle "Ufo-Faszination" verantwortlich. Die günstige Himmelsposition des Planeten Venus zu Zeiten des Sonnenuntergangs verleihe ihm derzeit einen "ungewohnten Glanz".

Walter zufolge führt dies bereits seit zwei Monaten zu einer Häufung von Ufo-Meldungen. Er habe seit Dezember zahlreiche aufgeregte Beobachter im ganzen Land beruhigen müssen.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte eine mysteriöse Leuchterscheinung, die rings um die Ostsee zu sehen war, für Aufregung gesorgt. Dabei handelte es sich vermutlich um den Absturz eines Meteoriten, den eine Überwachungskamera in Südschweden sogar aufgezeichnet hat. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreibt das Europäische Feuerkugelnetzwerk, um die Flugbahnen von Himmelskörpern im Nachhinein ermitteln zu können. Wilfried Tost vom DLR sagte, man müsse keine Angst haben, von einem solchen Feuerball getroffen zu werden. "In der Geschichte gab es noch nie einen solchen Fall", so Tost.

hei/ddp



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