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China-Import von Möbelhauskette: Hitler-Tasse ruft Staatsschutz auf den Plan

Versehentlich verkaufte ein Möbelhaus in Bielefeld eine Tasse mit Adolf-Hitler-Motiv. Das Unternehmen startete eine Rückrufaktion. Doch statt der Käufer meldete sich der Staatsschutz - und ein Museum.

Tasse mit Hitler-Motiv: Versehentlich in Möbelhaus verkauft Zur Großansicht
DPA

Tasse mit Hitler-Motiv: Versehentlich in Möbelhaus verkauft

Bielefeld/Bonn - Adolf Hitler neben Lyrik und Rosen - wegen der mit einem Konterfei des Diktators bedruckten Teetassen der Möbelhauskette Zurbrüggen hat sich der Staatsschutz eingeschaltet. Der Tatvorwurf der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen sei objektiv erfüllt, sagte Barbara Vogelsang von der Staatsanwaltschaft Dortmund.

Das unmögliche Motiv der Tasse war laut Unternehmenschef Christian Zurbrüggen weder den chinesischen Produzenten noch den Verkäufern im Laden aufgefallen. 175 Exemplare gingen über den Ladentisch, bis einer Kundin das blasse Profil des Diktators auf einer 30-Pfennig-Briefmarke aus dem "Dritten Reich" auffiel. Neben Rosen und romantischen Schriftzügen lässt sich gerade noch ein Poststempel mit Hakenkreuz erkennen.

Das Möbelhaus bemüht sich um Schadensbegrenzung. Es gibt eine Rückrufaktion, wer die Tasse zurückgibt, bekommt einen Warengutschein. Zurbrüggen bekundete sein Bedauern, beteuerte seine Unschuld und verwies auf den chinesischen Hersteller des Porzellans.

Nicht nur der Staatsschutz meldete Interesse an der Tasse an. Das Haus der Geschichte in Bonn will laut einem Bericht der "Neuen Westfälischen" die Tasse der Sammlung des Hauses einverleiben. "Wir beobachten die Medien und suchen nach Dingen der Zeitgeschichte", sagte Museumssprecher Peter Hoffmann dem Blatt.

Nach Auskunft von Firmenchef Zurbrüggen sind bislang acht Tassen zurückgegeben worden. Die nicht verkauften 4825 Exemplare seien vernichtet worden.

gam/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 42 Beiträge
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1. 175 verkauft und 8 kehrten Heim
Finsternis 11.04.2014
Ein Schelm wer denkt, dass Menschen diese Raritäten später für sehr viel Geld verschachern werden. Übrigens, wieso lese ich in dem Artikel etwas von einem "unmöglichen Motiv". Abgesehen von der nicht objektiven Berichterstattung finde ich das Motiv nämlich schön als solches ansich. Nur die Tatsache das es sich hierbei um den Nasenbartträger handelt ist weniger schön.
2. Das ist
romanpg 11.04.2014
an Lächerlichkeit echt nicht mehr zu überbieten. Anstatt sich wegen eines einzigen kaum sichtbaren Hakenkreuzes aufzuregen, sollten sich die Damen und Herren des Staatsschutz mal auf ihre Aufgabe besinnen und unser Land vor NSA, NSU und ähnlichem beschützen..
3.
benutzer8472 11.04.2014
Zitat von romanpgan Lächerlichkeit echt nicht mehr zu überbieten. Anstatt sich wegen eines einzigen kaum sichtbaren Hakenkreuzes aufzuregen, sollten sich die Damen und Herren des Staatsschutz mal auf ihre Aufgabe besinnen und unser Land vor NSA, NSU und ähnlichem beschützen..
Dafuer ist der Staatsschutz da? Ich hatte mal vor laanger Zeit in einem Forum Herrn Buessow beleidigt, weil dieser gerne das Internet zensieren wollte und einige Wochen spaeter sass ich bei einem sehr arroganten Beamten vom Staatsschutz dem ich die Sache erklaeren musste. Habe damals nicht so ganz verstanden, was der Staatsschutz damit zu tun hat aber anscheinend moegen sie Lapalien.
4. Sorry ich finds angemessen dass der Staatschutz ermittelt
jupiter_jones 11.04.2014
In dem Unternehmen, in dem ich arbeite (nicht Möbelbranche), werden neue Artikel penibelst genau getestet, begutachtet und auch mit anderen diskutiert - manchmal viel zu übertrieben, aber deutsche Gründlichkeit eben. Und ich lehne mich mal aus dem Fenster, und behaupte: Sowas kann nicht aus Versehen passieren! Das muss aufgefallen sein! Es sei denn!, die Mitarbeiter haben nicht die notwendige Sensibilität bezüglicher Geschichtlicher Zusammenhänge des eigenen Landes oder man ist (sage ich mal sallop) "NS affin".
5. Weg mit dem Paragraphen
Preppy 11.04.2014
Statt Kaffeetassen zur "Keramik non grata" zu erklären, sollte man lieber endlich den fragwürdigen Paragraphen zur "Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen" streichen. Zum einen ist es schlicht albern, ein Symbol zu verbieten - und besonders dann, wenn es sich um ein Symbol handelt, das in anderen Teilen der Welt eine ganz andere Bedeutung hat. (buddhistisches Glück-Symbol etc.) Welche absurden Blüten solche Gesetze in der Praxis hervorbringen, sieht man ja beispielsweise an so dämlichen Aktionen wie wenn Anti-Nazi-T-Shirts aufgrund des gleichen Paragraphen verboten werden. Man kann nur froh sein, dass Hitler keine noch einfachere geometrische Form gewählt hat, z.B. Kreis, Quadrat oder Dreieck... Lasst die Leute doch Hakenkreuze tragen, wenn sie das wollen. Denn ganz egal ob Hakenkreuze nun verboten sind oder nicht: Das Problem ist nicht und war niemals ein einfaches Symbol aus 8 Strichen, sondern die Mentalität der Leute, die sich davon angesprochen fühlen. Indem wir Hakenkreuze verbieten, bekämpfen wir rechtes Gedankengut nicht, sondern versuchen nur, es zu ignorieren bzw. aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verdrängen, und das ist eher kontraproduktiv als hilfreich.
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