Hitzewelle Heiß, heißer, Deutschland

Den Deutschen stehen schweißtreibende Tage bevor. Die Hitzewelle erreicht ihren Höhepunkt, Meteorologen erwarten Temperaturen von bis zu 37 Grad. Ärzte warnen: Fußballbegeisterte auf den WM-Fanfesten sollten sich wappnen.

DDP

Hamburg - So heiß war es Anfang Juli seit vielen Jahren nicht mehr - bis zu 37 Grad können am Wochenende in Deutschland erreicht werden: Es wird schwül, drückend, unangenehm, und man kann wohl von Glück sagen, dass Jogis Jungs nicht zu Hause gegen Argentinien antreten müssen.

Einige Regionen des Landes erleben auch derzeit sogar sogenannte tropische Nächte, die Temperaturen sinken auch im Dunkeln nicht unter 20 Grad. Am heißesten ist es derzeit in Nordrhein-Westfalen, der Wetterdienst Meteomedia meldete am Freitagvormittag um 10 Uhr bereits 30,3 Grad in Marl und Gelsenkirchen.

Zwar ist am Samstagnachmittag, wenn das DFB-Team im Viertelfinale der Fußball-WM gegen Argentinien antritt, im Westen und Süden mit ersten schweren Gewittern zu rechnen. "Die sind schwer vorherzusagen, aber ist nicht ausgeschlossen, dass auch die Fanfeste davon betroffen sein werden", so Fabian Ruhnau von Meteomedia. Im Osten aber würden dann Temperaturen weit über 30 Grad erwartet.

Negative Folgen der Hitze sind hohe Ozonwerte, die bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen oder Atemwegsbeschwerden auslösen können. Die Warnschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wird voraussichtlich in vielen Orten überschritten. Die Entstehung von bodennahem Ozon wird durch hohe Lufttemperaturen und starke Sonneneinstrahlung begünstigt.

Höchste Waldbrand-Warnstufe

Für weite Teile des völlig ausgetrockneten Ostens wurde die höchste Waldbrand-Warnstufe ausgerufen. Behörden raten angesichts der Hitzewelle auch im Westen vor leichtsinnigem Grillen im Grünen ab. Der Boden sei staubtrocken, das Gras verdorrt, die Brandgefahr groß, sagte Franz-Josef Gövert vom Grünflächenamt der nordrhein-westfälischen Stadt Münster. "Zurzeit kann schon der kleinste unbemerkte Funkenflug verheerende Folgen haben."

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Sorgen bereitet die Hitze auch denjenigen, die für Pflegebedürftige verantwortlich sind. Die Patienten seien darauf angewiesen, dass ihre Pfleger sie mit ausreichend Flüssigkeit versorgen. Das gelte für Heime, aber auch für Menschen, die von Angehörigen versorgt würden, hieß es zum Beispiel von der AOK Baden-Württemberg.

Sabine Knapstein, AOK-Fachärztin, rät allen Menschen, zwei bis drei Liter am Tag zu trinken. Zudem solle man helle, atmungsaktive und leichte Kleidung tragen. Auf heiße und schlecht verdauliche Mahlzeiten sollte ebenso verzichtet werden wie auf alkohol- und koffeinhaltige Getränke sowie Nikotin. "Lieber Salate, Gemüse, Obst essen - denn die enthalten auch noch Flüssigkeit."

Fußballfans wird geraten, den Fan-Schal am Samstag zu Hause zu lassen. "Ziehen Sie lieber das Wintertrikot an", sagte Laura Gross von der Verbraucher Initiative in Berlin. Das habe lange Ärmel und schütze so vor zu viel Sonne. Vom schwarz-rot-goldenen Fan-Bikini rät sie ebenfalls ab: "Alles, was viel Haut zeigt, ist problematisch."

Stauwochenende droht

Die schweißtreibenden Temperaturen kurbeln unterdessen den Umsatz von Mineralwasser an. Den Bierbrauern beschert das bevorstehende WM-Viertelfinale ebenfalls einen gestiegenen Absatz. Auch die Speiseeishersteller können sich wieder mal freuen. Mit dem Ferienbeginn in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland droht jedoch im Südwesten der Republik ein weiteres Stauwochenende.

Zurzeit wird in einem mächtigen Sog zwischen Hoch "Yari" im Osten und einem neuen atlantischen Tief im Westen ständig heiße Luft aus dem Süden nach Deutschland gelenkt. Intensive Sonneneinstrahlung von zurzeit etwa 16 Stunden pro Tag heizt das Land zusätzlich auf.

"Angenehmes Wetter für das 'öffentliche Gucken' sieht wahrlich anders aus, zumal das hierzulande mutmaßlich interessanteste Fußballspiel ausgerechnet zur heißesten Zeit des Tages stattfindet", so DWD-Meteorologe Ansgar Engel. Gewöhnlich würden die höchsten Temperaturen zwischen 16 Uhr und 17 Uhr gemessen. Anpfiff am Samstag ist um 16 Uhr.

Nach den Gewittern am Wochenende soll es sich leicht abkühlen: Die Temperaturen bleiben zwar sommerlich, werden aber erträglicher. Am Montag kann es im Süden erneut um die 30 Grad heiß werden, sonst sinken die Werte auf etwa 25 Grad. Das sollte man zum Durchlüften nutzen, denn schon in der zweiten Hälfte der kommenden Woche rollt die nächste Hitzewelle heran.

jdl/dpa

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insgesamt 70 Beiträge
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Seite 1
jdm11000 02.07.2010
1. Yeah!
Zitat von sysopDen Deutschen stehen schweißtreibende Tage bevor. Die Hitzewelle erreicht ihren Höhepunkt, Meteorologen erwarten Temperaturen von bis zu 37 Grad. Ärzte warnen: Fußballbegeisterte auf den WM-Fanfesten sollten sich wappnen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,704209,00.html
Endlich kann ich mein Mittelmeerabenteuerurlaub hier veranstalten... VERDAMMT: wo das viele Wasser hin?
beliyana 02.07.2010
2. .
Oh ha,ich freu mich,endlich hat der Klimawandel zugeschlagen. Ich befürchte nur,das jetzt bald die MWST für Mineralwasser angehoben wird. Sollen Die da unten doch Leitungswasser trinken,das dann auch noch teurer wird.
herbert 02.07.2010
3. "ewig diese blonden Sternchen auf den Bildern"
Der STERN ist schon überfrachtet mit Unterschichten Sex und Blondinchen in allen Positionen und jetzt packt der SPIEGEL auch diese Blondinchen ins Thema. Soll das nun heissen oder soll man davon ableiten, nur blondine Möchtegernsternchen schwitzen?
SBasker 02.07.2010
4. Wasser hilft
Jede Stunde über den Tag verteilt ein Glas Wasser, 0,2 Liter, hilft dem gesamten Stoffwechsel, insbesondere bei Hitze. Bier wirkt harntreibend, der Wasserhaushalt gerät ins Defizit. Reichhaltige Kost bringt die Verdauung auf Hochtouren, Müdigkeit und Ermattung sind die Folge. “Ein halber Liter Trinkwasser macht munter und kurbelt den Stoffwechsel nachhaltig an”, fand Dr. Michael Boschmann im Rahmen einer Studie heraus. (Wasser schafft den Ausgleich - Trinktipps zur Fußball-WM (http://www.plantor.de/))
frubi 02.07.2010
5. .
Zitat von sysopDen Deutschen stehen schweißtreibende Tage bevor. Die Hitzewelle erreicht ihren Höhepunkt, Meteorologen erwarten Temperaturen von bis zu 37 Grad. Ärzte warnen: Fußballbegeisterte auf den WM-Fanfesten sollten sich wappnen. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,704209,00.html
38 Grad und wolkenfreier Himmel, damit könnte ich Leben. Aber hier im Rheinland wird es ruck zuck schwül und unangenehm. Da kann ich niemanden verstehen, der dieses Wetter mag. 38 Grad in Deutschland ist halt immer noch etwas anderes als 38 Grad an der spanischen Küste. Mein Respekt haben die Dachdecker, Straßenbauer und alle anderen Berufsgruppen, die sich in dieser Hitze abarbeiten.
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