Hochwasser an der Elbe Altstadt von Lauenburg evakuiert

Der Pegel steht bereits bei mehr als neun Metern: Im schleswig-holsteinischen Lauenburg ist die Altstadt evakuiert worden. In Sachsen-Anhalt wurden nach einem Deichbruch weitere Dörfer überflutet, wichtige Bahnverbindungen lahmgelegt. Der Überblick.

DPA

Lauenburg - Die nördlichen Bundesländer wappnen sich weiter für die Scheitelwelle des Elbehochwassers. Die Altstadt von Lauenburg (Schleswig-Holstein) ist inzwischen evakuiert worden. Am Vormittag war der Pegel laut Krisenstab bereits auf 9,18 Meter gestiegen. Am Donnerstag soll das Wasser in Hohnstorf auf der anderen Elbseite 10,15 Meter erreichen. Höchster jemals gemessener Wasserstand in Hohnstorf sind bisher 9,88 Meter - im Jahr 1855. Der Mittelwert des Pegels lag in den vergangenen zehn Jahren bei rund fünf Metern.

Niedersachsens Regierungschef Stefan Weil reiste erstmals ins Hochwassergebiet. "Es ist eine sehr angespannte Lage, aber es ist auch ein gutes Gefühl, dass alle Beteiligten alles geben und die Vorbereitung ein hohes Niveau hat", sagte der SPD-Politiker in Lüneburg. In Schnackenburg und Hitzacker wurden schon am Sonntag neue Rekordwerte erreicht. Die von Elbe und Jeetzel umflossene Altstadtinsel von Hitzacker wurde evakuiert.

Der Bruch eines Deiches bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt hat gleich zwei Hauptstrecken des Bahnverkehrs lahmgelegt. Aus Sicherheitsgründen sperrten die Behörden nahe Stendal eine Eisenbahnbrücke über die Elbe. Damit sind die ICE-Verbindungen von Frankfurt am Main nach Berlin und von Hannover nach Berlin unterbrochen. Die Züge fallen aus oder werden umgeleitet. Die Bahn spricht von stundenlangen Verspätungen und rät Reisenden, diese Verbindungen möglichst zu meiden. Die Dauer der Brückensperrung sei noch nicht absehbar und hänge von der Hochwasserlage ab.

Der Deich war gegen Mitternacht auf einer Länge von rund 50 Metern gebrochen. Mehr als tausend Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Helfer haben in den frühen Morgenstunden mit dem Bau eines Notdeichs auf 3,5 Kilometern Länge begonnen. Auch im nördlicher gelegenen Hohengöhren ist die Lage kritisch. Nachdem ein Deich auf 30 Metern Länge abgerutscht war, wurde versucht, einen Bruch abzuwenden.

Leichtes Aufatmen gab es hingegen in Magdeburg: Der Elbepegel sei schneller zurückgegangen als erwartet, sagte eine Sprecherin der Hochwasservorhersagezentrale. Um 9 Uhr stand das Wasser bei 7,14 Metern, am Sonntag war die historische Höchstmarke von 7,46 Metern erreicht worden. Ein bedrohtes Umspannwerk ist durch die Fluten nicht mehr in Gefahr. Bei einem Ausfall wären Tausende Haushalte in Magdeburg ohne Strom gewesen.

Evakuierung in Mühlberg wird aufgehoben

An der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg liefen seit Sonntag planmäßig Polder voll, um die Hochwassersituation zu entschärfen. In Mühlberg können die Einwohner am Nachmittag in ihre Häuser zurück. Landrat Christian Jaschinski (CDU) entschied mit dem Krisenstab, die Evakuierung der Stadt ab 15 Uhr aufzuheben. An den Notunterkünften werden Busse für den Rücktransport bereitgestellt. Der Katastrophenalarm in der Stadt bleibe aber bestehen, betonten die Verantwortlichen. Etwa 80 Prozent der rund 4230 Einwohner hatten zum Wochenende ihr Zuhause verlassen.

Angela Merkel will am Nachmittag erneut eine Hochwasserregion besuchen. Die Kanzlerin wird nach Wittenberge fahren, um sich dort ein Bild von der Lage zu machen.

Die Stadt Hamburg rechnet unterdessen nicht mit einem Katastrophenalarm. In der HafenCity, der Speicherstadt und dem Überseehafen werde das Wasser durch die Flut voraussichtlich um einen halben Meter steigen, sagte ein Sprecher der Umweltbehörde. Die Stadt sei ausreichend durch Deiche gesichert. "Das Wasser wird einigermaßen hoch, aber es bleibt voraussichtlich unter den Deichkronen." Sorgen bereite der Stadt, dass die Fluten nicht schnell genug wieder abfließen und die Deiche aufweichen könnten. Deshalb würden die Deiche ab sofort ständig beobachtet.

Hamburg ist bei Hochwasser in den vergangenen Jahren meist ohne größere Schäden davongekommen, weil die Elbe flussaufwärts bei Geesthacht in Schleswig-Holstein deutlich breiter und tiefer wird und dadurch mehr Wasser aufnehmen kann als im Elbtal davor.

hut/dpa



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insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
günther0815 10.06.2013
1.
wo sind die ganzen bänker und die großen banken die wir gerettet haben! jetzt müssen die mal spenden
manuelbaghorn 10.06.2013
2. Die eigentliche Ursache...
Zitat von sysopDPADer Pegel steht bereits bei mehr als neun Metern: Im schleswig-holsteinischen Lauenburg ist die Altstadt evakuiert worden. In Sachsen-Anhalt wurden nach einem Deichbruch weitere Dörfer überflutet, wichtige Bahnverbindungen lahmgelegt. Der Überblick. http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-an-der-elbe-altstadt-von-lauenburg-evakuiert-a-904762.html
Naja, dass zwar nicht falsch, aber doch auch nicht wirklich richtig was da steht. Die eigentliche Ursache, dass ab Geesthacht keinerlei Gefahr mehr besteht ist natürlich, dass dort die Gezeitengrenze ist. Bei einer Sturmflut läuft das Wasser in Hamburg mehrere Meter höher auf als bei einem derartigen Binnenhochwasser, deswegen müssen dort auch die Deiche nicht großartig kontrolliert werden, da die eh für ganz andere Wasserstände ausgelegt sind. Vielleicht hätte man das dem Autoren mitteilen sollen....
BettyB. 10.06.2013
3. Und noch ein Grund...
Dann baggert doch mal schnell die Elbe aus denn da wird in den kommenden Jahren noch viel Wasser den Fluß herabkommen...
Altesocke 10.06.2013
4. Da haben sie etwas nicht beruecksichtigt!
Zitat von günther0815wo sind die ganzen bänker und die großen banken die wir gerettet haben! jetzt müssen die mal spenden
Das Rettungsspiel ist eine Einbahnstr.! Aber Geschaedigte koennen, natuerlich *nur*bei entsprechenden Sicherheiten , zinsteure Kredite bekommen. Und 'wir' retten hinterher die Versicherungen, die Entschaedigungen fuer bis dato nicht von ihnen kuendbare Policen zu leisten haben. Alles beim Alten, sozusahen. Alternativklos!
bayernmuenchen 10.06.2013
5. Warum
sollten die Banken spenden? Dies ginge zu Lasten der Rendite und der Dividende. Die einzigen Banken, die spenden, sind die örtlichen Sparkassen. Aber für die meisten sind das ja nur stockkonservative Institute, die angeblich nicht up-to-date sind.
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