Thailand Weitere Jungen aus Höhle gerettet

In Thailand sind weitere Jungen sicher aus der überfluteten Höhle geholt worden. Auch die dritte Rettungsaktion beginnt damit erfolgreich. Aber es harren noch Personen in der Tiefe aus.

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Beim dritten und möglicherweise letzten Rettungseinsatz in einer Höhle in Thailand sind drei weitere Jungen gerettet worden. Das Berichten mehrere Medien, darunter CNN, die "Bangkok Post" und das thailändische Fernsehen.

Damit wären elf Jungen gerettet. In der Höhle an der Grenze zum Nachbarland Myanmar wären demnach noch ein Spieler der Fußballjugendmannschaft und der Betreuer eingeschlossen. Auch vier Retter müssen aus der Höhle geholt werden. Darunter ist ein australischer Mediziner, der ausharrte, um im Notfall Erste Hilfe leisten zu können.

Mindestens 19 Spezialtaucher begleiten den dritten Einsatz, der laut Angaben des Gouverneurs länger dauern könnte als die ersten beiden - also mehr als elf Stunden.

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Den Behörden zufolge läuft die Aktion seit Dienstag 10.08 Uhr Ortszeit (05.08 Uhr MESZ). Als Ziel gab Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn aus, bis zum Abend alle Eingeschlossenen herauszuholen.

"Unser ursprünglicher Plan war es, jeweils vier Leute herauszuholen", sagte Thailands Innenminister Anupong Paochinda. Dann wäre aber am Ende einer allein in der Höhle verblieben. "Deshalb haben wir uns entschieden, heute fünf zu holen." Vermutet wird, dass als Letzter der Trainer geht. Der 25-Jährige hatte die Kinder trotz Warnungen in die Höhle hineingeführt.

Die vier Jungen und ihr erwachsener Betreuer sind seit dem 23. Juni in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non von Wassermassen eingeschlossen.

Bislang gelang es dem internationalen Team von Spezialtauchern, acht Spieler der jungen Fußballmannschaft ins Freie zu bringen. Der Weg nach draußen ist fast vier Kilometer lang, streckenweise sehr eng und dadurch extrem gefährlich. An einigen Stellen müssen die Taucher ihre Atemluft-Flaschen abschnallen, um durch schmale Öffnungen zu kommen. Darüber hinaus kann man im Wasser kaum sehen. Bei der Vorbereitung der Mission war am Freitag ein erfahrener thailändischer Taucher ums Leben gekommen.

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Jetzt nehmen jeweils zwei Retter die Jungen, von denen kein einziger richtig tauchen kann, ins Schlepptau. Alle tragen Taucheranzüge und sind mit Taucherbrillen ausgerüstet. Die Profis versorgen sie mit Luft.

Der mehr als zwei Wochen dauernde Einsatz ist stark abhängig vom Wetter. Derzeit herrscht Monsun in der Region im Norden Thailands an der Grenze zu Myanmar. Am Dienstag kam es zu heftigen Regenfällen. Dadurch könnte das Wasser in der Höhle so stark ansteigen, dass der Rettungseinsatz abgebrochen werden muss.

Den acht bisher geretteten Kindern geht es den Umständen entsprechend gut. Die Fußballer sind zwischen 12 und 16 Jahre alt und werden im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai behandelt.

Mittelschwere Lungeninfekte

Zwei von ihnen haben minder schwere Lungeninfekte davongetragen. Insgesamt seien die Fußballer aber bei guter Gesundheit, erklärten die Ärzte. Keiner habe Fieber. Die ersten vier durften schon ihre Familien sehen - allerdings nur durch eine Glasscheibe. Zuvor war bereits Thailands Militär-Machthaber Prayut Chan-o-cha bei ihnen zu Besuch.

Die Jungs seien hungrig und in ausgelassener Stimmung, sagte ein Beamter aus dem Gesundheitsministerium. "Sie haben ein starkes Immunsystem, weil sie Fußballspieler sind." Dennoch habe man die Jungen vorsorglich isoliert, um sie vor Infektionen zu schützen. Auch sollen sie von einem Psychiater begutachtet werden. Am Anfang hätten die Geretteten noch Diät gehalten, inzwischen würden sie normal ernährt - bis auf die in Thailand sehr beliebten scharfen Speisen.

Alle acht sollen jedoch eine weitere Woche zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Die Einladung des Weltfußballverbands FIFA, beim WM-Finale am Sonntag dabei zu sein, werden sie damit nicht annehmen können. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte die Kinder am vergangenen Freitag offiziell eingeladen. "Wahrscheinlich werden sie das Spiel vor dem Fernseher verfolgen", sagte ein Vertreter des thailändischen Gesundheitsministeriums in Chiang Rai.

Im Video: So läuft die Rettungsaktion

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Insgesamt sind mehr als tausend Retter beteiligt. Das Kernteam besteht aus 18 Spezialtauchern, der größte Teil davon aus Ländern wie Australien und Großbritannien.

ala/jpz/dpa/AP

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