Hogesa in Köln Auseinandersetzungen zwischen Linken und Rechten - Bahnhof gesperrt

Tausende haben friedlich in Köln gegen die fremdenfeindliche Gruppe "Hooligans gegen Salafisten" demonstriert. Bei der Abreise der Rechten kommt es aber zu Randalen, der Hauptbahnhof wurde gesperrt.

AP/dpa

In Köln haben am Sonntag mehr als 10.000 Menschen gegen eine Kundgebung der fremdenfeindlichen Gruppierung "Hooligans gegen Salafisten" (Hogesa) demonstriert. An der Hogesa-Versammlung selbst beteiligten sich etwa tausend Menschen, darunter auch der Kölner Pegida-Ableger Kögida.

Die Polizei trennte beide Lager mit einem Großaufgebot von rund 3500 Mann voneinander. Die Hogesa-Kundgebung und die Gegendemonstration fanden auf verschiedenen Seiten des Bahnhofs Köln-Deutz statt.

Dennoch gerieten Rechtextreme und Linksautonome vereinzelt aneinander. Bei einer Schlägerei im Bahnhof Köln Messe/Deutz wurden fünf Hooligans leicht verletzt. Die Polizei setzte außerdem Wasserwerfer gegen Linksautonome ein, die zur Kundgebung von Hogesa vordringen wollten und Beamte mit Steinen und Feuerwerkskörpern bewarfen. Es habe Festnahmen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Zahlen nannte er nicht.

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete auf seiner Webseite, dass sich die Abreise der Hogesa-Mitglieder als extrem schwierig gestaltete. Demnach gab die Polizei den Rechten Geleitschutz zum Hauptbahnhof, kam aber nicht durch, weil zahlreiche Demonstranten, die der Antifa zuzuordnen sind, den Weg versperrten. Die Polizei hat den Bahnhof demzufolge mittlerweile gesperrt.

Zu der Gegenkundgebung waren nach Einschätzung von Beobachtern mehr als 10.000 Menschen aus dem bürgerlichen Lager gezogen. Die Stimmung war entspannt und friedlich. Auf Bannern und Transparenten war "Kein Mensch ist illegal" und "Refugees welcome" zu lesen. Unter dem Motto "Schützt Flüchtlinge und Menschenwürde" hatte ein Bündnis aus mehr als 50 Gruppen und Vereinen einen "Anti-Hogesa-Aktionstag" mit Kulturprogramm und Kundgebungen organisiert.

Ein Sprecher der Gegendemonstranten erinnerte bei der Kundgebung an die Messerattacke auf die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker am 17. Oktober. Zu dem offenbar fremdenfeindlich motivierten Attentat habe auch das Gedankengut der Hogesa beigetragen, sagte er.

Im vergangenen Oktober hatte es bei einer ersten Hogesa-Demonstration schwere Krawalle gegeben. Bei Straßenschlachten zwischen Hooligans und Polizei wurden rund 50 Beamte verletzt. Die Polizei hatte daraufhin einen angemeldeten Demonstrationszug und eine Kundgebung der Hogesa untersagt. Allerdings wurde das Verbot sowohl vom Kölner Verwaltungsgericht als auch vom Oberverwaltungsgericht in Münster gekippt. Zumindest die Kundgebung durfte stattfinden, die Polizei legte als Ort den Bahnhof Köln-Deutz im Rechtsrheinischen fest.

gam/dpa/AFP



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