Hongkong Geldtransporter verliert Millionen auf der Straße

In Hongkong lag Heiligabend das Geld auf der Straße. Ein Geldtransporter hatte fast 19 Millionen Hongkong-Dollar verloren - umgerechnet etwa zwei Millionen Euro. Autofahrer und Passanten sackten ein, was sie kriegen konnten.

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Es fällt ja immer mal wieder was vom Laster. Aber die Kisten, die ein Geldtransporter am 24. Dezember bei der Fahrt durch Hongkong verlor, hatten es in sich. Umgerechnet fast zwei Millionen Euro befanden sich darin, überwiegend in 500-Hongkong-Dollar-Noten (rund 50 Euro).

Das Geld lag über Hunderte Meter verteilt auf der viel befahrenen Gloucester Road, teils in dicken Bündeln, teils als einzelne Scheine, berichtet die Zeitung "South China Morning Post". Die Polizei von Hongkong habe mehr als 300.000 Euro wieder einsammeln können, 13 Personen hätten Geld abgegeben. Doch es würden noch Scheine im Wert von rund 1,6 Millionen Euro vermisst.

Bei der Geldtransportfirma war der Verlust erst aufgefallen, als das Auto bereits weitere 14 Kilometer gefahren war. Der Van habe insgesamt 525 Millionen Hongkong-Dollar (55 Millionen Euro) transportiert. Ein Sprecher der Firma sagte, man untersuche den Fall, habe aber bereits eine Fehlfunktion bei der Tür des Transporters entdeckt.

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Die "South China Morning Post" zitiert Augenzeugen aus der Gloucester Road: "Der Verkehr wurde plötzlich langsamer. Dann sah ich zwei blaue Kisten auf der Straße." Ein paar Leute hätten herumliegende Dinge aufgesammelt. "Erst dachte ich, das wären iPhone-Boxen. Aber als ich näher kam, erkannte ich, dass es Geldscheinbündel waren."

Ein Angestellter aus einen Büro nahe der Straße berichtete von einer Frau, die mindestens zehn Geldscheinbündel aufgehoben habe und dann schnell weggelaufen sei. Anfangs hätte sich niemand für das Papier auf der Straße interessiert, sagte ein anderer Augenzeuge. Dann aber hätten plötzlich alle eingesammelt, was sie kriegen konnten. Auf Twitter wurden Fotos von Taxifahrern gepostet, die ihr Auto mitten auf der Straße stehen lassen, um herumliegende Scheine einzusacken.

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Hongkongs Polizei forderte die Menschen auf, gefundenes Geld abzugeben: "Wer die Scheine behält und verwendet, könnte den Tatbestand des Diebstahls erfüllen", sagte ein Sprecher. Auch in Deutschland würde sich strafbar machen, wer gefundene Geldscheinbündel einfach einsteckt und als Eigentum betrachtet. Der Fund muss angezeigt werden, etwa bei der Polizei.

Immerhin steht dem Betroffenen aber Finderlohn zu.

hda

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