Horrorlandung Orkanböe erfasst Flugzeug - Beinahe-Crash in Hamburg

Beinahekatastrophe in Hamburg: Mitten im heftigsten Sturm wurde ein landender Lufthansa-Jet von einer Windböe erfasst. Die Maschine wurde durchgeschüttelt, ein Flügel berührte die Piste. Der Pilot startete durch - zum Glück für die Passagiere.

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Hamburg - Samstagnachmittag, kurz vor 14 Uhr: Eine aus München kommende Lufthansa-Maschine setzt in Hamburg zur Landung an. Orkantief "Emma" tobt über der Hansestadt. Örtlich treten Windböen auf, deren Geschwindigkeiten sogar über denen des Monstersturms "Kyrill" von 2007 liegen. Eine Windböe erfasst den Airbus A320, der schon fast gelandet ist. Ein Video auf der Plattform www.liveleak.com zeigt den Landeversuch, der beinahe als Katastrophe geendet wäre.

Die Maschine wird von der Böe auf der rechten Seite nach oben gerissen, der linke Flügel berührt die Landebahn. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wird dabei das Winglet beschädigt - jener Stummel an Flügelende, der Luftwirbel verringern und so Kerosin sparen soll. Trotz des Aufsetzens gelingt es den Piloten, die Maschine durchzustarten, kurze Zeit später sicher auf einer anderen Landebahn zu landen.

Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber bestätigte den Zwischenfall: "Es gab gestern mehrere Durchstarts in Hamburg", sagte er im Gespräch SPIEGEL ONLINE. "Einer davon betraf unsere LH 044." An Bord befanden sich 131 Passagiere. Unmittelbar vor dem Touchdown habe die Böe den Airbus erfasst, "die Piloten haben superprofessionell reagiert und die Maschine hochgezogen". Das beschädigte Winglet sei bereits repariert worden, am Montag könne das Flugzeug wieder starten.

Der wackelige Landeversuch ging nicht spurlos an den Passagieren vorüber: "Vielen ging es nicht so gut", sagte Weber, "einige waren den Tränen nahe". Axel Raab, Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) sagte SPIEGEL ONLINE: "Das ist extrem, so etwas habe ich auf einem deutschen Flughafen noch nicht gesehen."

Nach Raabs Angaben entscheiden die Piloten, ob sie bei extremen Wetterbedingungen auf einem Flughafen landen oder nicht. Die Flugsicherung informiere die Piloten lediglich über Sicht- und Windverhältnisse. Nach Angaben von Lufthansa-Sprecher Weber haben die Piloten des Fluges LH 044 richtig gehandelt. "Dass ganz kurzfristig eine Böe kommt, kann immer wieder passieren." Es sei besonderes Pech gewesen, dass dies wenige Meter vor dem Aufsetzen geschah.

"Das war eine außerordentliche Situation", sagte Weber. Der Chefpilot der Lufthansa habe sich das Video der Landung angeschaut und sei voll des Lobes für die Piloten. "Die Situation, dass unmittelbar vor der Landung eine Böe kommt, üben unsere Piloten immer wieder im Simulator." In Momenten wie am Samstagnachmittag in Hamburg zahle sich dieses Training aus.

Insgesamt hat "Emma" am Wochenende weite Teile Mitteleuropas ins Chaos gestürzt, Schäden in Millionenhöhe verursacht. Mindestens 13 Menschen wurden getötet, zahlreiche verletzt.



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