Horst-Wessel-Lied Beamter wegen Nazi-Klingelton bestraft

Ein Angestellter der Berliner Senatsverwaltung ist in doppelter Hinsicht negativ aufgefallen: Zunächst wurde er beim Ladendiebstahl erwischt, dann ertönte während des Verhörs das verbotene Horst-Wessel-Lied aus seinem Handy. Der Mann wurde mit einer "Disziplinarmaßnahme" bestraft.


Berlin - Die Polizisten staunten nicht schlecht, als sie einen Berliner Beamten wegen Kaufhausdiebstahls verhörten. Während der Vernehmung klingelte plötzlich das Handy des Mannes mit dem Horst-Wessel-Lied als Klingelton.

Das Lied war während der NS-Herrschaft (1933-1945) eine der wichtigsten Nazi-Hymnen und ist seitdem verboten. Gegen die Beschlagnahmung des Handys wehrte sich der Mann mit der Bemerkung, das dürften die Polizisten nicht, er sei schließlich Beamter.

Der Vorfall hat für den Mann nun dienstrechtliche Konsequenzen. Das gegen den Beamten eingeleitete Disziplinarverfahren sei "mit dem Ausspruch einer Disziplinarmaßnahme abgeschlossen", teilte Staatssekretärin Hella Dunger-Löper auf eine Parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion mit.

Ob der Beamte aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung entlassen oder degradiert worden sei, werde aus Gründen des Datenschutzes jedoch nicht mitgeteilt, heißt es.

hut/dpa



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