Hunde-Bildband Auf vier Pfoten durch drei Jahrhunderte

Hunde in allen Größen und Gestalten, Fotos von 1839 bis heute: Ein Bildband zeigt, wie sich die Beziehung zwischen Mensch und Hund entwickelt hat.

Studio Bengue & Kindermann/ Hans Christian Adam

Seit wann der Mensch sich Hunde hält, ist umstritten. Unstrittig hingegen ist: Seit der Mensch die Fotografie erfunden hat, fotografiert er Hunde, und zwar mit Leidenschaft - daran lässt "The Dog in Photography" keinen Zweifel. Der von Raymond Merritt zusammengestellte Bildband aus dem "Taschen"-Verlag zeigt Hundefotografien von 1839 bis heute.

Die mehr als 400 Aufnahmen erzählen von der Beziehung zwischen Mensch und Hund. Und von der Geschichte der Fotografie.

Aufnahmen aus dem 19. Jahrhundert zeigen den Hund oft mitten in der Familie, in der aufstrebenden Mittelschicht gilt ein gepflegtes Tier als Statussymbol. Gegen Ende des Jahrhunderts stehen Hunde öfter allein vor der Kamera - die Belichtungszeiten haben sich verringert, ein Schwanzwedeln ruiniert nicht mehr jedes Foto. In der Bourgeoisie bricht "das goldene Zeitalter der Schoßhunde an", wie Merritt schreibt. Arbeitern und Bauern hingegen dienen Hunde hauptsächlich als Nutztiere.

Fotostrecke

13  Bilder
Hunde-Bildband: Fotos einer Freundschaft

Im 20. Jahrhundert wandelt sich das Hundebild: Mehr Menschen nehmen Hunde als Persönlichkeiten wahr, die Tiere von Polarforschern wie Robert Peary werden zu Stars. Fotos von ihnen zieren Zeitungen, Zeitschriften und Postkarten.

Im Ersten Weltkrieg wird manch Hund sogar zum Held verklärt und mit Orden fotografiert. Allein in der deutschen Armee gibt es dreißigtausend Hunde, auch im Zweiten Weltkrieg und im Vietnamkrieg müssen sie an die Front - und vor die Kamera.

ANZEIGE
Raymond Merritt:
The Dog in Photography

1839 - Today

Taschen; 688 Seiten; 15,00 Euro

Erst in den Fünfzigerjahren kommt der "Familienhund" auf, er zieht von der Hundehütte ins Wohnzimmer und wird zum Mitglied der Familie. In den kommenden Jahrzehnten rücken Mensch und Hund dichter zusammen: Im Fernsehen rennt "Lassie" umher, die Tierschutzbewegung entsteht, Hunde helfen Menschen in Therapien.

Heute ist der Hund dem Menschen wohl näher denn je, trotzdem bleibt er vielen ein Rätsel. "Er ist ein Bündel von Emotionen, die intuitiv wahrgenommen werden müssen", schreibt Merritt. "Vielleicht ist es diese Rätselhaftigkeit, die Kunstfotografen zu Hunden hingezogen hat."

"The Dog in Photography" erscheint am 27. Mai in Deutschland

fgr



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.