Hurrikan "Matthew" Millionen US-Bürger auf der Flucht

Hurrikan "Matthew" hat bereits auf Haiti und den Bahamas große Zerstörungen angerichtet. Nun bewegt sich der Wirbelsturm auf die US-Küste zu. Millionen Menschen fliehen landeinwärts.


Seine ersten Stationen waren Kuba und Haiti, in der Nacht traf Hurrikan "Matthew" auf die Bahamas. Der Wirbelsturm der Kategorie 3 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde zog am Mittwochabend über die Inselgruppe in der nördlichen Karibik hinweg. Der Katastrophenschutz rief die Bewohner der Küstenregionen dazu auf, sich in höher gelegenen Gebieten in Sicherheit zu bringen.

Doch das Schlimmste scheint noch bevorzustehen. Wetterexperten gehen davon aus, dass sich "Matthew" auf dem Weg an die Südostküste der USA zu einem Wirbelsturm der Kategorie 4 vergrößern könnte, der mit noch größerer Wucht auf Florida und South Carolina trifft.

In den US-Bundesstaaten Florida und South Carolina sowie Teilen von Georgia und North Carolina verhängten die Behörden den Notstand. Präsident Barack Obama rief die Bewohner im Hauptquartier der Katastrophenschutzbehörde FEMA in Washington zu besonderer Vorsicht auf.

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Hurrikan in der Karibik: "Matthew" stürmt auf USA zu

Floridas Gouverneur Rick Scott riet den Bürgern, sich auf den Sturm vorzubereiten und mit Lebensmitteln für drei Tage einzudecken. Zwei Millionen US-Amerikaner sind aufgefordert, ihre Wohnungen und Häuser an der Südostküste zu verlassen und sich landeinwärts in Sicherheit zu bringen. Auf Straßen in Florida, Georgia, North- und South Carolina haben sich lange Wagenkolonnen gebildet, Geschäfte und Tankstellen wurden komplett leergekauft. Laut der Flugtracking-Seite Flightaware.com wurden wegen "Matthew" mehr als 1500 Flüge gestrichen.

Bereits auf seinem Weg in Richtung USA hat der Hurrikan schwere Verwüstungen in Kuba, Haiti und den Bahamas verursacht und mindestens 26 Menschen das Leben gekostet. Das genaue Ausmaß der Zerstörung ist bislang noch nicht abzusehen, da einige Regionen von der Außenwelt abgeschnitten sind.

In Haiti hatte "Matthew" nach Angaben von Hilfsorganisationen Tausende Häuser zerstört. "Im Süden der Insel wurden wichtige Gebäude wie Kirchen, Kliniken und Gesundheitsstationen beschädigt. Millionen Menschen in Haiti sind von diesem gewaltigen Sturm betroffen", sagte die Hilfsorganisation World Vision.

Haiti sagt Präsidentenwahl ab

Auch Teile der Hauptstadt Port-au-Prince wurden überflutet. Im Slum Cité Soleil seien die Abwasserkanäle übergelaufen und viele behelfsmäßige Hütten weggespült worden, berichtete der Leiter der Malteser in der Region, Ravi Tripptrap. Caterina Becorpi vom Deutschen Roten Kreuz in Haiti sagte: "Zwischen Port-au-Prince und den Departments im Süden stürzte die wichtigste Brücke ein, zahlreiche Häuser und Felder wurden zerstört."

Sorgen bereitet den Helfern vor allem die Seuchengefahr durch stehendes Gewässer und Unrat. "Wir hatten erst kürzlich wieder einen Cholera-Ausbruch, und solche Überflutungen können einen erneuten Ausbruch natürlich begünstigen", sagte die stellvertretende Care-Länderdirektorin Laura Sewell. "Es wird jetzt in den nächsten Stunden und Tagen wichtig sein, sauberes Wasser bereitzustellen."

Die Wahlbehörde sagte die für Sonntag geplante Präsidentenwahl in Haiti wegen der Folgen von "Matthew" ab. Ein neuer Termin soll in der kommenden Woche bekannt gegeben werden. Damit ist vorerst kein Ende der seit Monaten andauernden politischen Krise in dem verarmten Karibikstaat in Sicht. Mindestens 350.000 Menschen benötigten Hilfe, sagte ein Uno-Sprecher am Mittwoch.

cnn/dpa/AP/Reuters



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