Hurrikan "Michael" Das "Monster" erreicht Florida

Der heftigste Sturm seit mehr als 150 Jahren: Hurrikan "Michael" ist in Florida auf Land gestoßen. Die Behörden rechnen mit schweren Verwüstungen, US-Präsident Trump wählt deutliche Worte.

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Das Zentrum des Hurrikans "Michael" hat in Florida das US-Festland erreicht. Die Wolkenwand, die unmittelbar das Auge des Wirbelsturms umschließt, treffe zwischen der Insel St. Vincent und der US-Stadt Panama City auf Land, teilte das nationale Hurrikan-Zentrum mit. Es sei mit katastrophalen und lebensbedrohlichen Winden zu rechnen.

Überall besorgten sich Bewohner Sandsäcke, vor den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Die Universität von Florida kündigte für die gesamte Woche ihre Schließung an. In den Schulen des Bezirks Leon, wo auch die Regionalhauptstadt Tallahassee liegt, wurde der Unterricht abgesagt.

"Michael" ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde ein Wirbelsturm der zweithöchsten Kategorie vier. Es ist der heftigste Hurrikan, der seit Beginn der Aufzeichnungen 1851 diese Region heimgesucht hat. Er hatte auf seinem Weg über den Golf von Mexiko selbst für Experten überraschend schnell an Stärke gewonnen: Innerhalb von 40 Stunden wurde "Michael" von einem Tropensturm zu einen Hurrikan der Kategorie vier.

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Hurrikan "Michael": Mit 250 Stundenkilometer über Florida hinweg

Zweiter Hurrikan binnen weniger Wochen

Die Behörden riefen rund 375.000 Bewohner in 20 Bezirken auf, sich vorsorglich in Sicherheit zu bringen. Für 120.000 Bewohner des Bay County, eine tiefer gelegene Küstenregion im Panhandle, ordneten sie die Evakuierung an. Gouverneur Rick Scott mobilisierte 2500 Nationalgardisten. Es ist der zweite Hurrikan binnen weniger Wochen, der auf den Südosten der USA trifft. Hurrikan "Florence" hatte dort Mitte September Milliardenschäden verursacht.

Der US-Präsident warnte vor der enormen Wucht des Sturms. Es sei nicht erwartet worden, dass der ursprünglich kleine Sturm sich zu einem "Monster" auswachsen würde, sagte er bei einem Treffen mit dem Chef der Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, und Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen. Trump kündigte an, das Katastrophengebiet am Sonntag oder Montag zu besuchen.

Die Behörden hatten eine halbe Million Menschen aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. "Wir sind besorgt, dass viele Bürger sich dazu entschlossen haben, die Warnungen nicht zu befolgen", sagte Long. Seinen Angaben zufolge können viele Häuser in Florida einem Hurrikan über der Kategorie drei nicht standhalten. Einige Menschen müssten zudem damit rechnen, wochenlang ohne Strom zu sein.

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Eine CNN-Reporterin im Sturmgebiet sagte, Menschen in der Gegend hätten am Dienstag noch gedacht, sie würden einen Hurrikan der Kategorie zwei aussitzen. Als sie dann am Mittwoch aufgewacht seien, wären sie mit einem Sturm der Kategorie vier konfrontiert gewesen. Gouverneur Scott hatte am Morgen gesagt, es sei nun zu spät, noch aus dem Sturmgebiet zu fliehen.

mxw/bam/Reuters/AFP/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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Stäffelesrutscher 10.10.2018
1.
Das ist jetzt der x-te Artikel mit einer Ankündigung, dass der Hurrikan die USA erreichen werde. Jetzt sind die bisher schon betroffenen Karibikstaaten nicht mal mehr eine Fußnote wert.
Atheist_Crusader 10.10.2018
2.
Aber nicht vergessen: Klimawandel ist nur eine Lüge der Chinesen um Solartechnologie zu verkaufen. Dass Wetterextreme sich immer mehr häufen ist nur ein blöder Zufall. Oder vielleicht Gottes Zorn über einen biblisch inkorrekten Lebenswandel. Hat aber definitiv nichts mit menschlicher Einwirkung zu tun. Das muss einfach so sein - buchstäblich, denn wer anderer Meinung ist, muss um seine Finanzierung oder sogar seinen Arbeitsplatz fürchten.
stupamundi 10.10.2018
3. @1 Sehr treffend bemerkt...
und die im Pazifik, irgendwann, verschwundenen Inseln sind erheblich unwichtiger, als Zorn des VW Chefs über die neuen Abgaswerte. Aber der droht ja auch, zeusgleich, mit dem Blitzstrahl der Arbeitsplatzvernichtung.
viceman 10.10.2018
4. statt über die
schlimmen Auswirkungen des Sturmes z.b.in kuba zu informieren, werden Jammer- und Katastrophenmeldungen in Massen zu den noch nicht betroffenen USA gebracht. wie immer und v.a. müssen es Superlative sein, wenn nicht der größte , schnellste oder stärkste Hurrikan , dann aktuell der. " intensivste" ...
MyMoon 10.10.2018
5. Amerikanische Show
Wie jedes Jahr mehrmals wird der Jahrhundertsturm angekündigt. Typische amerikanisch. Und wie jedesmal schwächt sich der Sturm über dem Meer wieder ab und es wird höchstens ein Tropensturm der niedrigsten Kategorie. D.h. dann am Ende wenn er aufs Festland trifft stärker Regen etwas stärker Böen, und das war's. Aber die Medien brauchen halt Einschaltquoten, Seitenaufrufe... Also muss etwas normales zur Sensation erklärt werden.
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