Viele Tote Hurrikan "Sandy" wütet in der Karibik

Häuser stürzen ein, Menschen ertrinken: Der Hurrikan "Sandy" hat in der Karibik mindestens 21 Todesopfer gefordert und schwere Schäden angerichtet. Nun nimmt er Kurs auf Florida. In Anspielung auf Frankenstein sprechen Meteorologen von einem "Frankensturm".


Havanna - Sie wurden von einstürzenden Häusern erschlagen, ertranken bei Überschwemmungen oder wurden von einem Erdrutsch erfasst: Hurrikan "Sandy" hat auf seinem Weg durch die Karibik bislang 21 Menschen das Leben gekostet. Elf Menschen starben in Kuba, neun in Haiti, einer in Jamaika. 330.000 Kubaner mussten sich in Sicherheit bringen, als der Wirbelsturm am Donnerstag mit 175 Kilometern pro Stunde vor allem in den östlichen Provinzen Santiago de Cuba und Holguín schwere Zerstörungen anrichtete.

In Santiago de Cuba habe "Sandy" mehr als 4000 Häuser zum Einsturz gebracht und die Dächer von rund 27.000 Häusern beschädigt, teilten kubanische Behörden nach ersten Erhebungen mit. Allein in dieser Provinz starben nach Angaben des Zivilschutzes neun Menschen, vier davon beim Zusammenbruch ihrer Häuser. Die staatlichen kubanischen Medien berichteten, unter den Opfern sei ein vier Monate alter Junge, der beim Einsturz seines Elternhauses getötet worden sei.

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Hurrikan "Sandy": Auf dem Weg zu einem "Frankensturm"
In der ganzen Region stürzten Bäume und Strommasten um, in Küstennähe kam es zu Überflutungen, Flüsse traten über die Ufer. Auch die Stadt Holguín wurde von dem Sturm schwer heimgesucht, wie die Zeitung "Juventud Rebelde" berichtete. Präsident Raúl Castro kündigte an, die Region zu besuchen.

Haiti: Tote durch Erdrutsche und Überschwemmungen

Haiti wurde zwar nur von den Ausläufern des Wirbelsturms getroffen, doch auch hier meldeten die Behörden neun Tote. Die Menschen seien im westlichen Departement Grand Anse durch Erdrutsche umgekommen oder in Überschwemmungsgebieten ertrunken, berichteten lokale Medien. Zuvor war "Sandy" bereits über Jamaika hinweggefegt und hatte einen Menschen das Leben gekostet.

Am Donnerstagabend Ortszeit erreichte der Wirbelsturm die Bahamas, wo die Behörden Stromausfälle und überflutete Straßen meldeten. Für die Bevölkerung stünden 20 Notunterkünfte bereit, teilte das Rote Kreuz auf der Inselgruppe mit.

Betroffen war auch schon der Süden Floridas, wo heftige Regenfälle niedergingen. Die Behörden sind in Alarmbereitschaft: Einwohner der Küstengebiete wurden angewiesen, sich vorzubereiten und Vorräte anzulegen. Am Flughafen von Miami wurden die Flüge in die Karibik eingestellt.

Meteorologen warnten, dass "Sandy" sich mit einem nordöstlichen Wettersystem vereinigen und zu einem noch stärkeren Sturm heranwachsen könne, bevor er die US-Küste erreiche. Nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums in Miami könnte dies um Halloween am 31. Oktober geschehen. "Sandy" könnte sich - in Anspielung auf das Hexen- und Gespensterspektakel und den dazugehörenden Frankenstein - zu einem "Frankensturm" auswachsen.

siu/dpa/AFP



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