Schwer verletzt durch Stromschlag Jugendlicher fährt bei 200 km/h auf Zugdach mit

Ein 17-Jähriger ist auf einem Zugdach bei bis zu 200 Kilometer pro Stunde mitgefahren und hat sich dabei schwer verletzt. Nur durch einen ungeplanten Zwischenhalt konnte er nach 150 Kilometern vom Dach klettern.

ICE (Symbolbild)
DPA

ICE (Symbolbild)


Ein Jugendlicher ist auf dem Dach eines ICE mitgefahren und hat einen Stromschlag erlitten. Das hat die Bundespolizei mitgeteilt. Der 17-Jährige ist demnach in Hamburg auf das Dach des Zuges gesprungen, der mit bis zu 200 Kilometer pro Stunde Richtung Süden fuhr.

Erst bei einem außerplanmäßigen Stopp nach rund 150 Kilometern konnte der schwer verletzte junge Mann in Nienburg vom Dach des Zuges springen. Er suchte Hilfe bei einer nahe gelegenen Baufirma, die den Rettungsdienst verständigte. Per Rettungshubschrauber kam der junge Mann in eine Spezialklinik nach Hannover. Sein Zustand ist stabil.

Wo es dem jungen Mann in Hamburg genau gelungen ist, auf das Dach des ICE zu gelangen, der nach Stuttgart fuhr, war auch für die Bahn noch ein Rätsel. Unterwegs hatte der 17-Jährige sich an der Gummiwulst zwischen zwei Waggons festgehalten.

Nach Vermutung der Polizisten könnte der junge Mann den Stromschlag bei Verden erlitten haben. Zunächst hatten Beamte noch mit einem Hubschrauber nach möglichen weiteren Personen gesucht, die ebenfalls auf dem Dach des Zuges gewesen sein könnten, es wurde aber niemand gefunden.

59-Jähriger klammerte sich an Zug - wegen vergessenen Gepäcks

Die Polizei warnte eindringlich vor derart leichtsinnigen Aktionen. Bereits bei der Annäherung an die Oberleitung, die unter 15.000 Volt Spannung steht, könne es zu einem tödlichen Spannungsüberschlag kommen. Bei Tempo 200 führten Abstürze oder Berührungen mit Hindernissen ebenfalls zum Tod.

Immer wieder hat es die Bahn mit Menschen zu tun, die sich aus unterschiedlichsten Gründen an Züge klammern und damit ihr Leben riskieren. Im vergangenen Jahr hielt sich ein 59-Jähriger in Bielefeld an einem ICE fest, nachdem er sein Gepäck in den Zug gestellt hatte, der ohne ihn losrollte.

Ein Bahner bemerkte den auf einem Trittbrett stehenden Mann, der Zug fuhr mit langsamem Tempo bis zum nächsten Bahnhof, wo der Mann in den Zug geholt wurde. In Oldenburg klammerte sich ebenfalls im Vorjahr ein 20-Jähriger an eine ausfahrende Bahn, die er und einige Kumpel verpasst hatten. Der Zug machte eine Notbremsung, mitgenommen wurde die Truppe aber nicht.

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