Monsunregen Jahrhundertflut mit mindestens 300 Toten erschüttert Indien

Bei Überschwemmungen im südindischen Bundesstaat Kerala sind 324 Menschen ums Leben gekommen, 220.000 wurden evakuiert. Die Regionalregierung spricht von der "schlimmsten Flut seit hundert Jahren".

Jahrhundertflut im südindischen Kerala
AFP

Jahrhundertflut im südindischen Kerala


Die Zahl der Toten steigt immer weiter. Besonders starker Monsunregen hat im südindischen Bundesstaat Kerala für schwere Überschwemmungen gesorgt, die seit zehn Tagen anhalten. Insgesamt sollen bei der Flutkatastrophe mindestens 324 Menschen gestorben sein, 100 von ihnen allein in den vergangenen 36 Stunden, wie die Behörden mitteilten.

Weil Straßen und Bahntrassen überflutet sind, mussten 220.000 Menschen mit mehr als einem Dutzend Hubschraubern und rund 400 Booten evakuiert werden. Sie wurden in mehr als 1.500 staatlich errichteten Notunterkunfts-Camps untergebracht.

"Kerala erlebt die schlimmste Flut seit hundert Jahren", schrieb der Regierungschef des Bundesstaats Pinarayi Vijayan bei Twitter und bat Premierminister Narendra Modi sowie Verteidigungsministerin Nirmala Sitharaman um Hilfe. Beide hätten ihre Unterstützung zugesagt, schrieb Vijayan.

Tausende Häuser wurden ebenso zerstört wie die Ernte auf 32.500 Hektar Land. Der internationale Flughafen in Kochi hat den Flugbetrieb bis Samstag eingestellt, nachdem die Start- und Landebahnen überflutet wurden. Laut Prognosen des indischen Wetterdienstes soll der Regen bis Samstag anhalten.

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Indien: "Die schlimmste Flut seit hundert Jahren"

Neben Kerala sind auch andere Bundesstaaten wie Karnataka und Madhya Pradesh von der Jahrhundertflut betroffen. Seit Beginn der Monsunsaison im Juni sind in Indien schon mehr als 1.000 Menschen infolge von Überschwemmungen ums Leben gekommen.

mmm/AFP/AP



insgesamt 24 Beiträge
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Top-Experte 17.08.2018
1. Weltweit
gesehen gibt es natürlich irgendwo fast immer eine Jahrhundertflut oder ein anderes regionales WETTEREREIGNIS, das bei hunderten Ländern, ist jedoch keinerlei Hinweis auf eine allgemeine Tendenz.
susuki 17.08.2018
2.
Ich lebe in einem Ort bei dem alle Wohnhäuser vor 1970 auf Stelzen gebaut wurden. Nach 1970 wurden die Häuser normal gebaut und teilweise der Raum zwischen den Stelzen für Läden genutzt. Hin und wieder, so alle 25 Jahre kommt das Meer...
palla-manfred 17.08.2018
3. Auf abnormen Zustand der Höhen-Strömungen und -Temperaturen ...
weise ich bereits seit Monaten hin - "festgehaltene" Hoch- und TiefDruckGebiete, durch gegenläufige Strömungen (von Ost nach West) über dem JETstream in 10 KM Höhe auf der NordKugel, ziehen "natürlich" ungewohnte Wetter-Extreme nach sich - eben unser seit April unverändertes AZOREN-Hoch und die TiefDruck-Lagen in Asien - ALLES sehr schön auf "earth.nullschool.net" zu begutachten - man kann dort ganz weit zurück"wobbeln" ;-)
UlliMueller 17.08.2018
4.
"Weil Straßen und Bahntrassen überflutet sind, mussten 220.000 Menschen mit mehr als einem Dutzend Hubschraubern und rund 400 Booten evakuiert werden." Ja, das glaub ich gern, dass man mehr als 12 Hubschrauber braucht, um eine 1/4 Million Menschen zu evakuieren ...
malamut2 17.08.2018
5. Sehr spät
Ich frage mich seit Tagen, warum niemand in den deutschen Medien von dieser Katastrophe Kenntnis nimmt. Immerhin, nun steht es auf SPON, sogar sehr prominent. Dennoch: dass der Flughafen Kochi bis Samstag gesperrt ist, ist eine Nachricht aus der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Schon Donnerstag Nachmittag wurde offiziell bekannt gegeben, dass der Flughafen frühestens am 26. August wieder seinen Betrieb aufnehmen kann. Und zu den Hintergründen, etwa dass nahezu alle Dämme des Staates gleichzeitig geöffnet werden mussten, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern und der Schaden entsprechend großflächig ist, erfährt man nichts. Es ist schon klar, dass Indien weit weg ist. Dennoch ist die Nachrichtenlage zu kaum einem anderen bedeutenden Land in Deutschland dermaßen selektiv wie zu Indien. Wie kommt das? Wäre schön, wenn es sich ändern ließe.
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