Indien und Nepal Mehr als 90 Tote bei Überschwemmungen

Die Wassermassen trafen Indien und Nepal völlig unerwartet: Heftige Unwetter haben mindestens 90 Menschen in den Tod gerissen. Zehntausende sitzen in den überfluteten Gebieten fest. Eine Entspannung der Hochwassersituation ist nicht in Sicht.

Überschwemmungen in Indien: dramatische Lage im Bundesstaat Uttarakhand
AP/dpa

Überschwemmungen in Indien: dramatische Lage im Bundesstaat Uttarakhand


Neu-Delhi - Die Monsun-Regenfälle kamen zwei Wochen früher als erwartet und trafen die Menschen schwer: Nach heftigen Unwettern in Indien und Nepal sind mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. Allein im Norden Indiens starben Berichten zufolge mehr als 72 Menschen.

Vor allem in Himalaya-Bundesstaat Uttarakhand war die Lage dramatisch. Der Ganges und seine Nebenflüsse traten durch die Regenfälle über die Ufer. Fernsehbilder zeigten, wie Brücken, Häuser und auch mehrstöckige Gebäude von den Fluten zum Einsturz gebracht und Straßen überspült wurden. Im Touristenort Rishikesh verschwand eine riesige Statue des Hindu-Gottes Shiva in den reißenden Fluten.

Die meisten der 44 Opfer kamen laut den Behörden durch Erdrutsche und einstürzende Häuser ums Leben. Hunderte Menschen galten als vermisst. Die indische Luftwaffe setzte Helikopter ein, um Menschen in Sicherheit zu bringen. "Unser vordringliches Ziel ist es, so viele Menschenleben wie möglich zu retten. Um die Sachschäden kümmern wir uns später", sagte ein Sprecher der Behörden.

Im Bundesstaat Uttar Pradesh, an den Ausläufern des Himalayas, starben laut der Nachrichtenagentur IANS mindestens 18 Menschen. Im Bundesstaat Himachal Pradesh seien zehn Menschen umgekommen.

Auch die Hauptstadt ist betroffen

Mehr als 70.000 Touristen und Pilger, die auf dem Weg zu einem der zahlreichen Hindu-Tempel waren, saßen in den überschwemmten Regionen fest. Das Hochwasser und Erdrutsche haben die Infrastruktur an vielen Orten zerstört.

Selbst die indische Hauptstadt ist betroffen: Die Gegenden in den niedrig gelegenen Teilen Neu-Delhis, die am Ufer des Flusses Yamuna liegen, wurden evakuiert.

Auch das benachbarte Nepal leidet unter den schweren Regenfällen. Das Wasser spülte Menschen und Häuser fort, den Behörden zufolge starben 21 Menschen. Demnach galten zahlreiche Menschen als vermisst, mehr als 500 seien obdachlos.

Nach Angaben des Wetterdienstes fielen im ganzen Land 68 Prozent mehr Niederschlag als üblich - und eine Entwarnung für die kommenden Tage war nicht in Sicht: Meteorologen sagten für den Norden Indiens weitere heftige Regenfälle voraus.

gam/dpa/AFP

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