Indien und Pakistan Millionen Menschen auf der Flucht vor der Flut

Die Wassermassen bedrohen mehr als hundert Dörfer, Tausende Polizisten und Soldaten sind im Einsatz: In Indien und Pakistan sind Millionen Menschen auf der Flucht vor verheerenden Überflutungen.


Islamabad/Neu-Delhi - Schwere Überflutungen in Pakistan und Indien haben bereits rund 500 Menschen das Leben gekostet. In Pakistan bedrohen die Wassermassen mehr als hundert Dörfer. In Indien suchen Hunderte Menschen in Lagern Zuflucht und medizinische Hilfe. Rund zwei Millionen Menschen im Punjab und in der südlichen Provinz Sindh - wohin die Fluten strömen - sind vor den Wassermassen geflohen.

In Pakistan sind Tausende Polizisten, Soldaten und andere Helfer im Einsatz. Seit dem 3. September sind die Einsatzkräfte mit Helikoptern und Booten unterwegs, um Menschen aus der Katastrophenregion in Sicherheit zu bringen. Gleichzeitig werfen Hilfskräfte Versorgungsgüter ab, sagte der Zivilverwalter Zahid Saleem.

Das Militär hat gezielt die Dämme des Flusses Chenab durchbrochen, um die historische Stadt Multan vor den Fluten zu retten. Die "Stadt der Heiligen" mit ihren Moscheen und Basaren soll fast außer Gefahr sein. Die Stadt hat rund zehn Millionen Einwohner.

Tagelanger Starkregen löste die Fluten aus

Durch die Anfang September von tagelangem Starkregen im Himalaya ausgelösten Überflutungen sind laut der Katastrophenschutzbehörde (NDMA) bereits rund 280 Menschen in der ostpakistanischen Provinz Punjab und im pakistanischen Teil Kaschmirs ums Leben gekommen. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt. Auch die Region Gilgit-Baltistan im Norden des Landes ist von Überschwemmungen betroffen. Die Fluten würden frühestens in einer Woche zurückgehen.

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Katastrophe Indien und Pakistan: Auf der Flucht vor der Flut

In Indien drängten sich Hunderte Menschen in Krankenlagern. Viele von ihnen litten an Durchfall, Infektionen oder Ausschlag, berichtete die "Hindustan Times". Jetzt, da das Wasser allmählich zurückgehe, befürchten die Ärzte einen Ausbruch von Seuchen. Sauberes Trinkwasser sei knapp.

Insgesamt kamen im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir bei den schlimmsten Überflutungen seit Jahrzehnten bereits mehr als 200 Menschen ums Leben.

In einem Krankenhaus in Srinagar starben laut der Agentur IANS 14 Kinder, als das Wasser die Stromversorgung lahmlegte und medizinische Geräte ausfielen.

In der Bevölkerung wächst der Unmut über die Regierung. In der Millionenstadt Srinagar ist noch immer ein Großteil der Häuser überflutet - und viele Menschen harren weiter auf ihren Dächern aus. Manche beschuldigen das Militär, dass es gezielt Touristen und bestimmte andere Personen aus dem Krisengebiet geflogen hätte. Der Rest der Bevölkerung hätte nur darauf hoffen können, von freiwilligen Helfern gerettet zu werden. "Helikopter kamen, wir haben gewunken", sagt eine Frau. "Niemand kam, um uns zu helfen. Niemand aus unserem Viertel wurde per Helikopter gerettet."

Wie die Behörden am Samstag mitteilten, sanken zwar die Wasserstände allmählich, sodass Rettungskräfte Zugang zu vielen bislang abgeschotteten Häusern in Srinagar erhielten, um Überlebende zu retten oder Leichen zu bergen. Noch immer seien aber mehr als 200.000 Menschen abgeschottet, sagte ein Vertreter der Region Jammu. Die wahre Zahl der Betroffenen könne nur schwer geschätzt werden.

wbr/dpa/AP/AFP



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blogreiter 13.09.2014
1.
Vielleicht hätte man in den letzten 20 Jahren einfach das ganze Bewässungskanalsystem, das während des britischen Kolonialreiches um gesamten Punjab entstanden war, besser instandhalten sollen. Dann wären die Auswirkungen solcher Überschwemmungen nicht so gravierend.
auweia 13.09.2014
2. Radikalvorschlag
Das ganze Land sollte sich freiwillig wieder unter westliche Verwaltung stellen. Mit dann gesparten Korruptionsdividende liessen sich derartige Katastrophen besser bekämpfen bzw. würden aufgrund vorbereitender Investitionen in die Infrastruktur deutlich kleiner ausfallen. Zudem wäre ein friedlicher Ausgleich mit Indien und Afghanistan möglich (Kaschmir! Taliban!) und das regionale Agressionspotential wäre besser zu kontrollieren. Aber das wäre ja Kolonialismus 2.0, böse, böse...
ich61 13.09.2014
3. welcher Teil des Punjabs?
Mein Mann kommt aus Jallandhar City Indien. Eine Stadt im Punjab. Laut info von Familienangehörigen regnet es zwar, aber es gibt keine Überschwemmungen. Seit der Teilung Indien Pakistan sind drei Flüsse aus dem Punjab ( fünf Fluss Land ) in Pakistan. Während auf der indischen Seite ständig Dämme in standgehalten oder neu gebaut wurden, hat man dies auf der pakistanischen Seite versäumt.
TimmThaler 13.09.2014
4.
Zitat von auweiaDas ganze Land sollte sich freiwillig wieder unter westliche Verwaltung stellen. Mit dann gesparten Korruptionsdividende liessen sich derartige Katastrophen besser bekämpfen bzw. würden aufgrund vorbereitender Investitionen in die Infrastruktur deutlich kleiner ausfallen. Zudem wäre ein friedlicher Ausgleich mit Indien und Afghanistan möglich (Kaschmir! Taliban!) und das regionale Agressionspotential wäre besser zu kontrollieren. Aber das wäre ja Kolonialismus 2.0, böse, böse...
Sie meinen so Investitionen in die Infrastruktur wie in Dt. Moment, ich schau mal nach der Brücke, die es letztes Jahr hier weggespült hat, nachdem man sie jahrelang hat verfallen lassen... Nee, keine Investitionen zu sehen. Oder sie meinen so vorbereitende Investitionen wie bei Bekannten, deren Ort man nach 2002 einen Ringdeich versprochen hat... Nee, auch nach dem Hochwasser 2013 kein Ringdeich zu sehen. Die "westliche" Verwaltung hat genau die Strukturen geschaffen, an denen es in Indien jetzt hängt, mit zäher, teils korrupter Verwaltung und Obrigkeitshörigkeit.
karl-felix 13.09.2014
5. Besser
Zitat von auweiaDas ganze Land sollte sich freiwillig wieder unter westliche Verwaltung stellen. Mit dann gesparten Korruptionsdividende liessen sich derartige Katastrophen besser bekämpfen bzw. würden aufgrund vorbereitender Investitionen in die Infrastruktur deutlich kleiner ausfallen. Zudem wäre ein friedlicher Ausgleich mit Indien und Afghanistan möglich (Kaschmir! Taliban!) und das regionale Agressionspotential wäre besser zu kontrollieren. Aber das wäre ja Kolonialismus 2.0, böse, böse...
nicht. Nach den Erfahrungen gerade der Deutschen mit dem Elbe-Hochwasser kämen die armen Menschen vom Regen in die Traufe. Solchen Naturkatastrophen sind wir in unserer hochtechnisierten Fremdversorgungswirtschaft nicht mehr gewachsen, wir wüssten ja noch nicht einmal wohin mit dem Fahrradhelm. Und was friedlichen Ausgleich angeht. Besser nicht in Europa schauen. Da bomben die Basken die Spanier, die Engländer und Iren bringen über 20.000 Menschen um, die Nato bombt Jugoslawien auseinander und Frau Merkel sitzt auf der Palme und versucht Herrn Putin durch Strafen zu erziehen. Nur die Südtiroler, Schotten und Katalanen schauen zu und denken : Weib , meine Stunde ist noch nicht gekommen. Über regionales Agressionspotential sollten Europäer dezent schweigen. Ich gebe aber zu, dass das Letzte wirklich das Letzte ist. Irre, so hat Schröder doch noch recht behalten : Die kann es nicht.
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