Indien: Yoga-Guru will Homosexuelle mit Atemübungen bekehren

Krude Ableitung einer alten Philosophie: Indiens bekanntester Yoga-Meister hat der nach seiner Ansicht "unnatürlichen" Homosexualität den Kampf angesagt. Er will dem "angeborenen Defekt" mit Atemübungen und Meditation begegnen.

Neu-Delhi - Der einflussreiche Guru ist regelmäßig mit Gesundheitsprogrammen im indischen Fernsehen zu sehen, er hat vor allem unter Hindus aus der Mittelschicht Millionen Fans. Nun widmet sich Swami Baba Ramdew einer aktuellen politischen Diskussion: Er protestierte mit einer Petition an das Hohe Gericht in Neu-Delhi gegen die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Liebe in der vergangenen Woche.

Schwuler Sex sei eine "Krankheit", die durch Yoga geheilt werden könne, führte der aus dem Fernsehen im ganzen Land bekannte Ramdew der Zeitung "Indian Express" zufolge in seiner Eingabe aus. Wie jeder "angeborene Defekt" sei Homosexualität durch Atemübungen, die sogenannten Pranayama, und andere Meditationstechniken "heilbar".

Die Aufhebung des seit der britischen Kolonialzeit geltenden Verbots von Homosexualität hat in konservativen religiösen Kreisen Indiens Empörung ausgelöst.

siu/AFP

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