Racheaktion in Indonesien Dorfbewohner töten fast 300 Krokodile

Hunderte Menschen haben auf einer Krokodilfarm in Indonesien ein Massaker angerichtet: Sie brachten sämtliche Krokodile um - um den Tod eines Menschen zu rächen.

Dorfbewohner mit den getöteten Tieren
REUTERS/ Antara Foto

Dorfbewohner mit den getöteten Tieren


Dorfbewohner haben in Westpapua auf der Insel Neuguinea fast 300 Krokodile von einer Farm getötet. Mit Messern, Hämmern und Spaten gingen die Menschen auf die Tiere los, wie unter anderem der "Guardian" berichtet. Das Motiv: Rache für den Tod eines Nachbarn, der zuvor von einem Krokodil getötet worden war.

Nach der Beerdigung des Mannes war den Berichten zufolge eine Menschenmenge zu der Farm gezogen, auf der die Tiere gezüchtet wurden. Dort brachten sie nach Angaben der örtlichen Behörden 292 Tiere um. In Westpapua - dem indonesischen Teil Neuguineas - stehen Krokodile unter Schutz.

Dem "Guardian" zufolge hatte der getötete 48-Jährige Gras als Tierfutter pflücken wollen, als er von einem Krokodil aus der nahegelegenen Farm angegriffen wurde. Bei der Beerdigung am nächsten Tag sei dann die Wut übergekocht. Mehrere Hundert Menschen seien sei zu der Farm gezogen und seien auf die Tiere losgegangen.

Die Polizei war den Angaben zufolge nicht in der Lage, das Massaker zu stoppen. Auf Bildern ist zu sehen, wie Dorfbewohner vor einem Berg toter Krokodile triumphieren. Nach Angaben der Farmbetreiber beträgt der finanzielle Schaden umgerechnet mehr als 25.000 Euro.

Die Krokodilfarm war seit 2013 mit offizieller Erlaubnis der Behörden in Betrieb. Dort sollten die geschützten Tiere einem Sprecher zufolge unter anderem gezüchtet werden, um die Art zu erhalten, wie der "Guardian" berichtet. Einige durften demnach auch als Nutztiere verwendet werden. Die Bedingung für die Betriebserlaubnis sei allerdings gewesen, dass die Krokodile nicht die Dorfgemeinschaft stören würden, sagte der Sprecher.

fok/dpa

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