Indonesien: Mehrere Tote bei Gefängnisaufstand auf Sumatra

Indonesische Polizisten vor brennendem Gefängnis: Gewaltsame Revolte in Medan Zur Großansicht
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Indonesische Polizisten vor brennendem Gefängnis: Gewaltsame Revolte in Medan

Bei einem Gefängnisaufstand in Indonesien sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Dutzende Häftlinge entkamen aus der Anstalt auf der Insel Sumatra. Insassen hatten in ihren Zellen Feuer gelegt.

Jakarta - Im Westen Indonesiens haben sich dramatische Szenen abgespielt: Bei einer Gefängnismeuterei kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, rund 150 Häftlingen gelang zwischenzeitlich die Flucht. Drei Gefangene und zwei Mitarbeiter der Haftanstalt seien durch absichtlich gelegte Brände ums Leben gekommen, teilte die Polizei mit. Die Sicherheitskräfte versuchten stundenlang, das Gefängnis in der Provinzhauptstadt Medan auf der Insel Sumatra wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Lage blieb chaotisch.

Die gewaltsame Revolte war am Donnerstagabend ausgebrochen. Auslöser der Proteste war laut einem Polizeisprecher Ärger über die mangelnde Versorgung mit Strom und Wasser in der überfüllten Haftanstalt. Im Tanjung-Gusta-Gefängnis waren nach Behördenangaben rund 2600 Häftlinge untergebracht, obwohl es offiziell nur für 1054 Gefangene vorgesehen ist.

Insassen steckten laut Polizei ihre Zellen in Brand, woraufhin Dutzende Gefangene entkommen konnten. Etwa 50 von ihnen wurden nach Polizeiangaben aber wenig später wieder eingefangen. Unter den weiterhin flüchtigen Ausbrechern sind den Angaben zufolge auch sechs Terrorverdächtige.

Auch Stunden nach Beginn des Aufstands war das Feuer nicht gelöscht. Gefangene bewarfen die Sicherheitskräfte mit Flaschen und legten immer wieder neue Brände. Hunderte Polizisten und Soldaten wurden zum Gefängnis beordert, um die Gewalt einzudämmen. Hunderte weitere Einsatzkräfte durchsuchten die Stadt nach den Ausbrechern.

Ein Sprecher der indonesischen Strafvollzugsbehörde sagte: "Wir haben die Kontrolle über das Gefängnis stufenweise wieder zurückgewonnen. Soldaten sind in die Haftanstalt eingedrungen, ohne auf Widerstand zu stoßen."

wit/AFP/dpa

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