Indonesien Teenager treibt sieben Wochen in Fischerfloß auf hoher See

Er briet Fische, um zu überleben: Sieben Wochen harrte ein indonesischer Teenager auf dem offenen Meer aus - bis ein Schiff ihn rettete.

Aldi Novel Adilang in seinem Fischerfloß auf hoher See
AP/ Indonesian Consulate General

Aldi Novel Adilang in seinem Fischerfloß auf hoher See


Nach 49 Tagen in einem Fischerfloß auf offener See ist ein indonesischer Teenager gerettet worden. Das berichtet die Zeitung "Jakarta Post" unter Berufung auf das indonesische Konsulat im japanischen Osaka. Das Floß mit Hütte, um dessen Fischernetze sich Aldi Novel Adilang kümmern sollte, hatte sich 125 Kilometer vor der Küste Nord-Sulawesis durch starken Wind von ihrer Vertäuung gelöst und war auf das Meer getrieben.

Adilang überlebte, weil er Fische briet und Regen- und Salzwasser trank. Das sagte der indonesische Generalkonsul in Osaka, Mirza Nurhidayat, der Zeitung. Als dem Teenager das Gas für den Kocher ausging, verbrannte er demnach die Holzbrüstung seines Bootes. Wenn es tagelang nicht regnete, tränkte Adilang seine Kleidung in Salzwasser und wrang sie aus, um zu trinken.

Er habe Angst gehabt und häufig geweint, sagte ein weiterer Diplomat, Fajar Firdaus, der "Jakarta Post". Über zehn Schiffe seien vorbeigefahren, ohne den jungen Mann und seine Not zu bemerken.

Aldi Novel Adilang bei seiner Rettung
AP/ Indonesian Consulate General

Aldi Novel Adilang bei seiner Rettung

Jedes Mal, wenn ein Schiff in Sicht gewesen sei, habe er seine Lampe angeschaltet, sagte Adilang. "Ich habe gedacht, ich sehe meine Eltern nie wieder, also habe ich jede Nacht gebetet."

Der Teenager arbeitete seit zwei Jahren auf einem Rompong - so nennen Indonesier die floßartigen Hütten im Meer, die traditionell zum Fischfang eingesetzt werden. Sein aktueller Einsatz dauerte bereits über eineinhalb Monate. Adilangs Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass die Lampen zum Anlocken von Fischen nicht ausgingen. Über das Alter des jungen Mannes gibt es unterschiedliche Angaben. Er soll je nach Quelle 18 oder 19 Jahre alt sein.

Die Küste oder andere Rompongs seien von der Hütte aus nicht sichtbar gewesen, sagte Adilangs Mutter Net Kahiking. Einmal in der Woche sei ein Versorgungsschiff des Eigners vorbeigekommen, der etwa 50 "Rompongs" besitzen soll. Viele davon haben weder Motoren noch Ruder, so auch Adilangs.

Sein Vater Alfian Adilang sagte, er sei hocherfreut über die Rückkehr seines Sohnes. Gleichzeitig machte er dessen Arbeitgeber Vorwürfe. Laut Aldi Novel Adilang war es schon das dritte Mal, dass sein Rompong abgedriftet sei. Die ersten beiden Male habe das Schiff seines Arbeitgebers ihn gerettet.

Dieses Mal dauerte es sieben Wochen, bis am 31. August ein Schiff unter der Flagge Panamas ein Notsignal Adilangs auffing. Es entdeckte den Indonesier rund 2000 Kilometer von seiner Ausgangsposition entfernt in Gewässern vor der Küste Guams.

kko/AP/AFP

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