Vulkanausbruch in Indonesien Tsunami tötet mehr als 220 Menschen auf Sumatra und Java

Ein Vulkanausbruch in der Meerenge zwischen Sumatra und Java hat eine Flutwelle ausgelöst, mindestens 222 Menschen starben. Küstenorte liegen in Trümmern. Die Behörden hatten zunächst Entwarnung gegeben.

DIAN TRIYULI HANDOKO/EPA-EFE/REX

Die Tsunami-Katastrophe auf den indonesischen Inseln Sumatra und Java hat mindestens 222 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 800 Menschen wurden verletzt, viele gelten noch als vermisst, wie die nationale Katastrophenschutzbehörde am Sonntag mitteilte.

Die Behörden erwarten, dass die Opferzahlen weiter steigen, auch weil die Flutwellen mitten in der Urlaubssaison über beliebte Touristenstrände hereinbrachen.

Besonders fatal war offenbar zudem eine falsche Entwarnung der Indonesischen Agentur für Geophysik (BMKG). Weil es kein starkes Erdbeben gab, hatten die Behörden zunächst auf Twitter die Menschen besänftigt.

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Indonesien: Tsunami trifft Java und Sumatra

Die "Jakarta Post" zitiert die Mitteilung wie folgt: "Die BMKG hat kein Erdbeben registriert. Was in Anyer (Banten) geschieht, war kein Tsunami, sondern eine Flutwelle. Bleiben Sie ruhig." Erst Stunden später sei aufgefallen, dass die Welle drei Meter hoch und durch einen Vulkanausbruch ausgelöst worden war.

Die Ferienregion Anyer liegt nur etwa 100 Kilometer westlich der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Getroffen wurden Küstenstriche zu beiden Seiten der als Sundastraße bekannten Meerenge, welche die Inseln Sumatra und Java trennt.

Laut Katastrophenschutzsprecher Sutopo Nugroho habe die Situation verschlimmert, dass zum Zeitpunkt der Welle Flut herrschte. Nach seinen Worten kamen sowohl in der zu Sumatra gehörenden Provinz Lampung auf der nördlichen Seite der Meerenge Menschen zu Tode als auch in Javas Provinz Banten, die südlich der Sundastraße liegt.

Bewohner durchsuchen nahe des Strandes von Anyer auf Java die Trümmer
BANTEN POLICE HEADQUARTERS/ HANDOUT/ EPA-EFE/ REX

Bewohner durchsuchen nahe des Strandes von Anyer auf Java die Trümmer

Laut BMKG war die Ursache vermutlich ein Ausbruch des in der Meerenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, der wiederum einen Unterwassererdrutsch zur Folge hatte. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.

Ein norwegischer Fotograf, der nach eigenen Angaben den Vulkanausbruch am Samstagabend vom Strand aus beobachtet und fotografiert hatte, schrieb auf Facebook, er habe die erste Welle kommen sehen. Er sei geflohen, das Wasser habe etwa 15 bis 20 Meter des Strandes überspült. Eine zweite Welle habe dann auch die Hotelanlage erreicht, in der er mit seiner Familie wohnte. Er und seine Familie hätten anschließend höher gelegenes Terrain aufgesucht.

Der Inselstaat Indonesien wird immer wieder von katastrophalen Tsunami-Flutwellen heimgesucht. Diese entstehen in der Regel durch Erdbeben unter dem Meeresboden. Dass sie durch Vulkanausbrüche und Erdrutsche ausgelöst werden, ist eher selten.

Bei einem schweren Beben und einem anschließenden Tsunami kamen erst Ende September auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr als 2000 Menschen um. Bei der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004 nach einem schweren Beben unter dem Meeresboden wurden allein in dem pazifischen Inselstaat mehr als 120.000 Menschen getötet.

cht/dpa/AFP/Reuters

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