Instabiles Leitungsnetz Stromausfall legt große Teile Chiles lahm

Jeder zweite Bewohner des Landes war betroffen - ein massiver Stromausfall hat am Samstag die Hauptstadt Santiago und große Teile Chiles für mehrere Stunden gelähmt. Inzwischen funktioniert die Versorgung wieder zu 90 Prozent, doch weitere Blackouts drohen.

AFP

Santiago - Der Blackout betraf mehr als jeden zweiten Bewohner: Zehn von insgesamt 17 Millionen Chilenen waren von der Elektrizitätspanne betroffen, teilte die Regierung des Landes mit. Energieminister Rodrigo Álvarez sagte, nach zwei Stunden hätten 45 Prozent der Haushalte landesweit und mehr als 90 Prozent der Haushalte in Santiago wieder Strom und Licht gehabt.

In der Hauptstadt legte der Stromausfall unter anderem die U-Bahn, Ampeln und Telefonverbindungen lahm. Auch wichtige Kupferminen des weltweit größten Kupferexporteurs Chile waren vom Stromausfall betroffen. Der Konzern Angloamerican teilte mit, die Arbeiten in seiner Mine Los Bronces hätten unterbrochen werden müssen. Mit Hilfe von Generatoren laufe die Förderung inzwischen aber zumindest zu einem Drittel.

Die staatliche Codelco berichtete von zeitweisen Ausfällen in zwei Minen. Die Stromversorgung sei aber wieder gewährleistet. "In vielen Regionen des Landes haben wir inzwischen wieder Strom", sagte Energieminister Rodrigo Alvarez. Zuvor hatte er erklärt, die Ursache für den Stromausfall sei noch unklar. Feststehe jedoch, dass es bei den Computern, die für das Stromnetz notwendig seien, einen Fehler gegeben habe.

Zuletzt war das Land im März 2010 von einem umfassenden Stromausfall betroffen. Einen Monat zuvor hatte ein Erdbeben der Stärke 8,8 mit mehr als 500 Toten Chile erschüttert. Den Behörden zufolge wird das Energieversorgungsnetz noch mindestens bis Anfang kommenden Jahres instabil sein. Kritiker werfen Präsident Sebastián Piñera vor, er habe nicht genug für die Instandsetzung der Infrastruktur getan.

Pannen in Kalifornien und Hannover

Blackouts treten auch in hochentwickelten Ländern immer wieder auf. Anfang September hatte ein gewaltiger Stromausfall weite Teile des Grenzgebiets zwischen den USA und Mexiko in Dunkelheit getaucht. Mehr als fünf Millionen Menschen waren betroffen. Die Feuerwehr musste immer wieder ausrücken, um in Aufzügen steckengebliebene Personen zu befreien.

Im Juli hatte es Hannover getroffen. Ampeln fielen aus, Straßenbahnen standen still, Telefone blieben stumm. Der Ausfall dauerte 20 Minuten. Ein technischer Defekt in einer Einspeisestation in Mehrum (Landkreis Peine) sei die Ursache für den Totalausfall gewesen, sagte ein Sprecher der Stadtwerke Hannover.

hda/AFP/Reuters

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Roller, 18.11.2009
1.
Zitat von sysopEs geht schon wieder los: Deutschlands fünftgrößter Versorger EWE verlangt ab Januar im Schnitt 14 Prozent mehr für den Strom. Auch der Energiekonzern Vattenfall will seine Preise deutlich erhöhen. Andere Branchenvertreter dürften bald folgen. Zu Recht?
Das kommt davon, wenn man monopolistische Strukturen zulaesst. Man koennte sehr preiswerten, umweltfreundlichen Strom haben, aber daran hat keiner ein Interesse, hoechstens der Verbraucher, aber der hat in Deutschland nichts zu melden. Viele politiker lassen sich legal mit Vorstandsposten von EVU schmieren, damit ja nicht etwas gegen die Interessen der EVU passiert. Um diese Situation zu aendern, muss man die EVU entmachten mit einer dezentralen Energieversorgung, die mit erneuerbare Energie gespeist wird. Gruss Roller
lemming51 18.11.2009
2. ?
Wen wundert' s ??
andrewsaid 18.11.2009
3.
Zitat von sysopEs geht schon wieder los: Deutschlands fünftgrößter Versorger EWE verlangt ab Januar im Schnitt 14 Prozent mehr für den Strom. Auch der Energiekonzern Vattenfall will seine Preise deutlich erhöhen. Andere Branchenvertreter dürften bald folgen. Zu Recht?
Sehe ich ein, dass die Atomkraft-Unternehmen ihre Preise erhöhen. Immerhin wechseln immer mehr Menschen zu den intelligenten erneuerbaren Energien. Jetzt müssen Vattenfall und Co. wohl endlich einsehen, dass Atomstrom viel zu teuer ist. Immerhin werden sie ja noch doppelt bezahlt. Und wenn der Staat langsam aber sicher die Milliarden-Subventionen kürzt. Muss es wieder für den Verbraucher noch teurer werden. Endlich mal eine Gesundung des Energiehaushaltes der unbedingt auf erneuerbare Energien umgestellt werden muss. Danke Vattenfall und Co.
Hmmm... 18.11.2009
4.
Na klar, die armen Monopolisten nagen doch am Hungertuch, denen werfen wir unser Geld gerne in den Rachen. Ich bin für Verstaatlichung.
barry60 18.11.2009
5. nÖ
Pure Abzocke in meinen Augen. Letztes Jahr wurde als Begründung die Kopplung an den Ölpreis genannt, soweit ich mich erinnern kann. Nun, der Ölpreis ist im Vergleich 8/2008 - heute um wie viel Prozent gefallen? Ich schätze mindestens 40%. Gab es Strompreissenkungen? - Fehlanzeige! Nun argumentiert EWE u. a. mit ungünstiger Einkaufspolitik... da fällt einem doch nicht mehr viel zu ein, außer: "Eure Unfähgikeit kotzt mich an!" :)
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