Integration "Norwegerin des Jahres" nach Russland abgeschoben

Erst im Dezember war sie für ihre herausragenden Integrationsleistungen zur "Norwegerin des Jahres" gewählt worden - nun ist eine 25-jährige Russin als illegale Zuwanderin in ihre Heimat abgeschoben worden. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.

Maria Amelie, 25: "Norwegerin des Jahres" und illegale Zuwanderin
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Maria Amelie, 25: "Norwegerin des Jahres" und illegale Zuwanderin


Oslo - Kann Maria Amelie, 25, bleiben oder muss sie das Land verlassen? Diese Frage beschäftigt seit einiger Zeit die norwegische Öffentlichkeit und Politik. Die als Nadina Salamowa in Nord-Ossetien zur Welt gekommene Russin war mit ihren Eltern vor der Bedrohung durch Schuldeneintreiber der Mafia 2002 nach Norwegen geflüchtet - und nach Ablehnung der Asylanträge illegal im Land geblieben.

Ihr Leben wurde eine Erfolgsgeschichte: Sie konnte das Gymnasium erfolgreich besuchen, machte an der Universität Trondheim ihren Master und schrieb im letzten Jahr einen Bestseller über das Leben der Familie als "papierlose Flüchtlinge". Im Dezember wählte die Zeitschrift "Ny Tid" Maria Amelie für ihre herausragenden Leistungen bei der Integration zur "Norwegerin des Jahres".

Doch nun wurde die 25-Jährige in ihre russische Heimat abgeschoben.

Mitte Januar ließen die Osloer Behörden die junge Frau während eines Vortrags in einer Schule in Lillehammer festnehmen und verfügten ihre umgehende Ausweisung.

Möglicherweise kann die landesweit bekannte junge Frau in absehbarer Zeit jedoch nach Norwegen zurückkehren. Denn die Regierung von Ministerpräsident Jens Stoltenberg kündigte als Reaktion auf zahlreiche Demonstrationen für die Ausgewiesene am Wochenende entsprechende Sonderreglungen an. Seit einer Woche war die Ausweisung der "Norwegerin des Jahres" eines der wichtigsten innenpolitischen Themen.

Nach dem massiven Druck aus der Öffentlichkeit will die Regierung nun gesetzliche Regeln neu fassen, damit die 25-Jährige trotz Verletzung der Zuwanderungsbestimmungen nach Norwegen zurückkehren kann. Bedingung ist, dass sie ein Arbeitsverhältnis und gültige russische Papiere vorweisen kann. Einen Vertrag mit einer Zeitschrift hat sie bereits.

siu/dpa



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