Fünf Verletzte: IC im Stuttgarter Hauptbahnhof entgleist

Im Stuttgarter Hauptbahnhof ist am Samstagvormittag ein Intercity entgleist. Das Unglück, bei dem es fünf Leichtverletzte gab, ereignete sich kurz nach der Abfahrt des Zuges. Weil der Bahnhof zwischenzeitlich komplett gesperrt werden musste, kam es zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen.

Stuttgart - Im Hauptbahnhof der baden-württembergischen Hauptstadt ist am Samstag ein Zug entgleist. Bei dem Unglück wurden fünf Insassen leicht verletzt, wie Sprecher von Bundespolizei und Bahn mitteilten. Gegen 11.40 Uhr waren aus unbekannter Ursache die letzten drei Waggons und die Lok eines IC nach Hamburg-Altona bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof aus den Gleisen gesprungen. Bei dem Unfall 200 Meter nach Ende des Bahnsteigs knickten zwei Masten um. Die Oberleitung riss ab und fiel auf den Zug, sodass wegen Stromschlaggefahr der Zug zunächst nicht evakuiert werden konnte.

Nachdem die Oberleitung abgeschaltet und der Reststrom abgeleitet worden war, begannen die Einsatzkräfte die Passagiere aus dem Zug zu bringen. Zuvor mussten die Insassen mehr als eine Stunde auf die Rettungskräfte warten. Wie viele Reisende in dem Fernzug saßen, war zunächst unklar. Die Bundespolizei ermittelt zur Unfallursache. Weil der gesamte Bahnhof zwischenzeitlich gesperrt wurde, kam es im Fern-, Regional- und auch der S-Bahn-Verkehr kam es zu Zugausfällen und Verspätungen. Bereits Ende Juli war ein IC auf dem Weg nach Hamburg-Altona vermutlich aus technischen Gründen aus den Gleisen gesprungen.

rom/dapd

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1. Wieder "Weiche 227"
rainer_daeschler 29.09.2012
Ursächlich war wohl die "Weiche 227", wo im Juli dieses Jahres der selbe Zug nach Hamburg-Altona schon mal entgleist war. Die ist neu verlegt worden, weil die Bahnsteige wegen des Tiefbahnhofbaus ins Gleisvorfeld verlegt wurden und lässt die Züge offensichtlich eine stärkere Biegung fahren, als die Züge im Gleisvorfeld zuvor machen mussten.
2. Mal in Göppingen nachfragen!
kahabe 29.09.2012
Zitat von rainer_daeschlerUrsächlich war wohl die "Weiche 227", wo im Juli dieses Jahres der selbe Zug nach Hamburg-Altona schon mal entgleist war. Die ist neu verlegt worden, weil die Bahnsteige wegen des Tiefbahnhofbaus ins Gleisvorfeld verlegt wurden und lässt die Züge offensichtlich eine stärkere Biegung fahren, als die Züge im Gleisvorfeld zuvor machen mussten.
Dort kennt man sich aus mit starken Gleiskrümmungen. Im einer Modelleisenbahn ähnlichen Produkt. Aber mal ernsthaft. Am 24. Juli saß ich selbst in einem der umgeleiteten IC. War erst ganz schön, wegen der Umleitung über die Stuttgarter Streckenumfahrung für Güterzüge (Münstertalbrücke). Auch klappte die Handhabung für die Anbindung der Stuttgarter Passagiere. Es brach erst in Heidelberg zusammen, als wohl die Transportleitung den Zug enden ließ; das Personal war konsterniert, wegen ca. 10 Minuten Verspätung. Nun, wenn die Weichenverbindungen im Gleisfeld des Stuttgarter Sackbahnhofs nicht in Ordnung sind, ist es wohl dringendst geboten, das die Aufsichtsbehörde einschreitet, wie auch bei der Streckensperrung bei Bitterfeld. Die erforderlichen Kosten für Sicherungs(bau)maßnahmen kann DB Netz sicherlich dem Etat für Stuttgart 21 entnehmen, das sind ja doch nur "Peanuts" bei den bis 2025 anfallenden Baukosten. Ach ja, und bitte, liebe Propagandaabteilung der Deutschen Bahn AG, diesmal darauf hinweisen, das die Maßnahmen zur Sicherheit des Bahnverkehrs durch das Eisenbahnbundesamt angeordnet wurden und nicht irgendwelche Nettigkeiten des Konzerns sind.
3. alleine gelassen und falsch informiert
Padfoot 30.09.2012
Wenn die DB schon mal so eine Zugentgleisung hatte, dann hätten die Verantwortlichen darauf vorbereitet sein müssen. Warum werden die betroffenen Reisenden dann völlig alleine gelassen (in Bietigheim-Bissingen, wo der IC aus Bonn strandete, war KEIN Mitarbeiter der Bahn, der hätte helfen können, das Reisecentrum geschlossen) oder falsch informiert (1 Stunde in Bietigheim auf den für 17:58 Uhr angekündigten RE nach Ulm gewartet, 17:55 Uhr kam die Durchsage, der Zug fällt aus, keine Infos, wie man stattdessen nach München kommt; am Hbf in Stuttgart gab es die Auskunft, in Esslingen würde ein direkter ICE nach München fahren, der Bahnmitarbeiter in Esslingen wusste nichts von ICEs, es würden nur Regionalzüge nach Ulm fahren... von Gleis 8, kaum war man oben kam die Durchsage mit Gleis 6)? Ich kann es nur mit den Wise Guys sagen: Senk ju for träveling wis Deutsche Bahn!!!
4. schon wieder
doublebass 30.09.2012
Zitat von rainer_daeschlerUrsächlich war wohl die "Weiche 227", wo im Juli dieses Jahres der selbe Zug nach Hamburg-Altona schon mal entgleist war. Die ist neu verlegt worden, weil die Bahnsteige wegen des Tiefbahnhofbaus ins Gleisvorfeld verlegt wurden und lässt die Züge offensichtlich eine stärkere Biegung fahren, als die Züge im Gleisvorfeld zuvor machen mussten.
war das auch die ursache für die entgleiste s bahn? innerhalb eines jahres 3 entgleiste züge im bahnhof stuttgart, das zeugt von kompetenz. wir freuen uns schon alle auf s21
5. Chaos City
rainer_daeschler 30.09.2012
Zitat von doublebasswar das auch die ursache für die entgleiste s bahn? innerhalb eines jahres 3 entgleiste züge im bahnhof stuttgart, das zeugt von kompetenz. wir freuen uns schon alle auf s21
Wäre "Chaos City" nicht schon belegt durch eine amerikanisch Sitcom mit Michael J. Fox, Stuttgart hätte seinen neuen Kosenamen. Es gibt ständig neue Meldungen zu Problemen von S21 und seinen Nebenwirkungen, wozu auch die Installation dieser Weiche gehört und sich das Unglück wiederholte. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten neben den Redaktionen für Landes- und Lokalpolitik auch eine eigene für "Stuttgart 21" einrichten müssen. Allein quantitativ bietet es sich jetzt bereits schon an.
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Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
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Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.