Interview Jackson vergleicht sich mit Mandela und Muhammed Ali

Michael Jackson sieht sich als Opfer einer Verschwörung. Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Popstar beteuerte in einem Interview in der Radioshow "Keep Hope Alive with the Reverend Jesse Jackson" seine Unschuld - und schreckte nicht davor zurück, sich mit Nelson Mandela zu vergleichen.


Popstar Jackson: "Ich soll durch den Schmutz gezogen werden"
AP

Popstar Jackson: "Ich soll durch den Schmutz gezogen werden"

Los Angeles - Jackson bezeichnete sich als Opfer einer Verschwörung. In dem Gespräch mit dem Bürgerrechtler Jesse Jackson bezeichnete er sich ferner als "völlig unschuldig" in dem zurzeit laufenden Prozess wegen Kindesmissbrauchs. Er bat seine Fans weltweit, für ihn zu beten.

Über die Art der Verschwörung gegen ihn machte er nur Andeutungen: Er sei einer von mehreren schwarzen Berühmtheiten, die grundlos beschuldigt worden seien. Der Popstar nannte in diesem Zusammenhang den früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela, Ex-Boxweltmeister Muhammad Ali und andere. Auch Spekulationen, er sei nahezu bankrott, gehörten zu "den vielen Plänen, mich zu beschämen", sagte er. Nichts davon sei wahr. "Ich soll damit durch den Schmutz gezogen werden."

Jackson deutete an, ein Ziel der Verschwörer könnte der Musikkatalog sein, den er besitze. Jackson besitzt unter anderem die Rechte an den Liedern der Beatles. "Es tobt ein großer Kampf darum, auch jetzt, da wir gerade sprechen", sagte Jackson.

Zum laufenden Kindesmissbrauchsprozess dürfe er infolge einer richterlichen Anordnung nichts sagen, erklärte Jackson. Er bat aber um Gebete und guten Willen. "Bitte seid geduldig, bleibt an meiner Seite und glaubt an mich, weil ich völlig, völlig unschuldig bin", sagte Jackson. "Seid euch bitte im Klaren, dass eine große Verschwörung vor sich geht, während wir sprechen."

Der Popstar sagte, er habe seit einem Sturz in der Dusche schwere Schmerzen. Am 10. März war er in Pyjama-Hosen zu spät zum Prozess erschienen, weil er sich wegen der bei dem Sturz erlittenen Rückenschmerzen in einem Krankenhaus habe behandeln lassen müssen. Bei dem Sturz habe er eine schwere Lungenprellung erlitten und infolge der Verletzung Blut gehustet.

Jackson sagte, er mache jetzt den Tiefpunkt seines Lebens durch. Der Höhepunkt sei 1982 der Erfolg mit dem Album "Thriller" gewesen. Er habe eine Disco-Version von Tschaikowskys "Nussknacker-Suite" machen wollen, und das sei ihm wohl auch gelungen, sagte er mit Verweis auf die acht Grammy-Musikpreise, die er für "Thriller" bekommen habe. Das Album, ist das meistverkaufte der Popgeschichte.



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