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Iran: Viele Tote bei Flugzeugabsturz in Teheran

Im Westen der iranischen Hauptstadt Teheran ist eine Passagiermaschine kurz vor einem Wohngebiet abgestürzt. Bei dem Unglück kamen Dutzende Menschen ums Leben.

Flugzeugwrack in Teheran: Absturz kurz nach dem Start Zur Großansicht
AP

Flugzeugwrack in Teheran: Absturz kurz nach dem Start

Teheran - Beim Absturz eines Passagierflugzeuges in Iran sind am Sonntag zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Die kleine Passagiermaschine des Typs Antonow 140 der iranischen Sepahan Airlines verunglückte am Sonntagmorgen kurz nach ihrem Start. Ursache war anscheinend ein Motorschaden.

Die iranische Regierung und der staatliche Fernsehsender IRIB berichteten von 38 Toten und zehn Verletzten. Ob sie mit ihren Verbrennungen durchkommen, war zunächst fraglich. Die Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Unter den Toten sind sieben Kinder.

Die Maschine stürzte in die Wand einer Lagerhalle im militärischen Bereich des Flughafens. Gleich dahinter befinden sich das Wohngebiet Asadi und die Landstraße zwischen Teheran und der Stadt Karadsch. Auf der Straße herrschte zum Zeitpunkt des Absturzes reger Verkehr. Nach ersten Informationen kam dort aber niemand zu Schaden.

Auf Bildern war eine riesige schwarze Rauchwolke zu sehen. Die Maschine sollte nach Tabas südöstlich von Teheran fliegen. Sie war nach Angaben der zivilen Luftverkehrsbehörde vor dem Start überprüft worden. Das Flugzeug sei in einem einwandfreien Zustand gewesen. Der Billigflieger Sepahan Airlines soll acht dieser Antonow-140-Maschinen besitzen.

Statt nach links bog die Unglücksmaschine kurz nach dem Start plötzlich nach rechts Richtung Militärbereich ab. "Im Kontrollturm wusste man sofort, dass da etwas nicht stimmt", sagte ein Helfer der Organisation Roter Halbmond. Sekunden später krachte die von einem ukrainischen Piloten geflogene Maschine gegen die Wand der Lagerhalle. "Ich schaue mir immer den Abflug der Flugzeuge an, doch heute kam mir das seltsam vor", sagte ein Augenzeuge, der im Asadi-Viertel wohnt und arbeitet. Die Maschine sei halb auf dem Boden, halb in der Luft geflogen - direkt auf die Lagerhalle zu.

Wäre die Maschine abgehoben, hätte sie über dem dicht besiedelten Wohngebiet abstürzen können. "Hier leben und arbeiten Tausende von Menschen, die Katastrophe will ich mir gar nicht vorstellen", sagte ein Feuerwehrmann am Absturzort.

Im Iran gelten besonders Inlandsflüge als unsicher. Im Einsatz sind oft veraltete Tupolew- und Antonow-Maschinen aus Russland und der Ukraine. Laut Experten entspricht ihre Wartung nicht internationalen Standards. Die Sanktionen wegen des Streits um das iranische Atomprogramm treffen auch die Luftfahrt. So fehlten zuletzt Ersatzteile für zivile Boeing-Flugzeuge, die alle fast 40 Jahre alt sind und vor allem für Auslandsflüge eingesetzt werden. Die Zusammenarbeit mit Boeing wurde vor drei Monaten nach einem Übergangsabkommen wieder aufgenommen.

ssu/AP/dpa/Reuters

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insgesamt 32 Beiträge
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1. Flugzeigabsturz in Teheran
mkz 10.08.2014
Wenn sie schon in ihrem Artikel irgendwelche Experten zu Wort kommen lassen die die alte Flugzeugflotte als Ursache benennen, dann schreiben sie bitte ebenfalls warum das so ist. Wegen einem weiteren sinnlosen und einseitigen Embargo der USA
2.
Holztransistor 10.08.2014
Dass die AN-140 veraltet ist kann man nicht sagen. Der Erstflug war 1997 und die Serienproduktion startete 2 Jahre später. Für das Klima im Iran ist sie auch bestens geeignet. Die Frage nach der Ursache müssen nun die Experten klären.
3. So alt war die Maschine noch gar nicht ...
pragmatico 10.08.2014
Die An-140 ist noch nicht so alt, Indienststellung 1997, da hat die Lufthansa deutlich ältere Mühlen auf dem Hof stehen. Ansonsten stimme ich Ihnen aber zu, das das Embargo die Lüfttüchtigkeit der iranischen Fligzeuge nachhaltig beeinflusst.
4. Das Problem ist nicht die An-140
jethan 10.08.2014
Die wäre für den Betrieb im Iran ideal. Das Problem sind fehlende Wartung und Schulung der Maschinen bzw. der Cockpit Crews und Techniker. Diese sind wegen der US Sanktionen gegen den Iran nicht möglich. Das hat und wird noch viele Menschenleben kosten. Dieses Blut klebt an den Händen der Sanktionsbetreiber. Denn um das angebliche Nuklearwaffenprogramm des Iran geht und ging es nie, es geht nur um die "Rache" der USA für die Schmach von 1979 als das Putschistenregime des CIA gesteuerten Putsches von 1952 entsorgt wurde.
5. Flugzeugalter
th50usas 10.08.2014
Nach den mir vorliegenden Unterlagen werden im Iran in Lizenz gebaute Maschinen des Typs IrAn-140 geflogen, von denen die erste am 4. Februar 2001 ihren Erstflug machte. Bis 2010 waren gerade einmal zehn Maschinen ausgeliefert worden. Das bedeutet, dass diese Maschinen auch nach westlichen Maßstäben neu und keineswegs veraltet sind.
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