Nuklearanlage Buschehr Erdbeben nahe Irans Atomkraftwerk

Ein starkes Erdbeben hat den Süden Irans erschüttert. Dutzende Menschen kamen ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Das Epizentrum der Erdstöße lag in der Nähe des einzigen Atomkraftwerks des Landes.

Karte der Erdbeben-Region: Epizentrum rund 90 Kilometer südöstlich der Stadt Buschehr
DPA/ USGS

Karte der Erdbeben-Region: Epizentrum rund 90 Kilometer südöstlich der Stadt Buschehr


Teheran - Bei einem Erdbeben der Stärke 6,3 im Süden Irans sind laut der Nachrichtenagentur ISNA und des staatlichen Fernsehens mindestens 30 Menschen getötet und rund 800 verletzt worden. "Mindestens 20 Leichen sind in das Leichenschauhaus gebracht worden", sagte ein Krankenhausmitarbeiter in der Stadt Chormodsch der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Das Epizentrum lag dem iranischen Erdbebeninstitut zufolge in Kaki, knapp 90 Kilometer südöstlich der Küstenstadt Buschehr. Dort steht das einzige Atomkraftwerk des Landes. Es war im Herbst 2011 nach jahrzehntelanger Bauzeit in Betrieb gegangen.

Das Beben habe den AKW-Betrieb nicht beeinträchtigt, sagte ein Mitarbeiter des russischen Kraftwerkbauers Atomstroyexport der Nachrichtenagentur Ria. "Die Strahlenwerte sind ganz im Rahmen der Normen." Auch Provinzgouverneur Fereidun Hasanwand versicherte, die Atomanlage sei nicht beschädigt worden.

Laut der US-Erdbebenwarte (USGS) ereignete sich das Beben um 16.22 Uhr Ortszeit (13.52 Uhr MESZ). Augenzeugen zufolge waren die Erschütterungen auch in Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu spüren. In Bürogebäuden habe es Panik gegeben.

Rettungskräfte wurden in die betroffene Region entsandt. Das iranische Erdbebeninstitut berichtete von sechs Nachbeben, von denen das kräftigste die Stärke 5,3 gehabt habe. Der Leiter des iranischen Roten Halbmonds, Mahmud Mosafar, sagte der Nachrichtenagentur ISNA, in der betroffenen ländlichen Gegend mit rund 12.000 Einwohnern habe es wohl Schäden gegeben.

In Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen. Im Dezember 2003 waren bei einem Beben in der südlichen Stadt Bam 31.000 Menschen ums Leben gekommen - ein Viertel der dortigen Bevölkerung. Im August vergangenen Jahres starben im Nordwesten des Landes 306 Menschen bei zwei Beben.

wit/AFP/Reuters/AP

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