Iran Mullahs verbannen Homer Simpson

Homer Simpson ist in Iran zur Persona non grata erklärt worden: Figuren von ihm und seiner gelben Familie sowie Simpsons-Filme dürfen nicht mehr verkauft werden. Das staatliche Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern hat etwas dagegen. Superman und Spiderman dürfen bleiben.

AP/ 20th Century Fox

Theheran - Erst wurde Barbie aus den Spielzeuggeschäften verbannt, nun gilt auch für Simpsons-Figuren ein Verkaufsverbot. Die Puppen der erfolgreichen US-Zeichentrickserie dürften nicht mehr die Ladenregale im Iran füllen, meldete die Tageszeitung "Sharq" am Montag unter Berufung auf das staatliche Institut für die intellektuelle Entwicklung von Kindern.

Iran wolle weder das Spielzeug noch die Filme, sagte Mohammed-Hossein Farjou vom Institut. Gründe nannte er nicht. Superman und Spiderman dürfen dagegen bleiben. Sie unterstützten die Unterdrückten, sagte Farjou.

Das iranische Regime kämpft seit Jahrzehnten gegen das, was es die "Invasion der westlichen Kultur" nennt. Teheran sind vor allem Filme, Musik, Haarschnitte und Kleidung aus dem Westen ein Dorn im Auge. Viele junge Menschen verbringen ihre Freizeit aber in Internet-Cafés und informieren sich dort - gesperrten Seiten und verlangsamten Verbindungen zum Trotz - auch über Neues aus dem Westen.

Im Januar hatte die Polizei den Verkauf von Barbie-Puppen verboten. Die blonde, langbeinige Puppe sei ein "Symbol unmoralischer westlicher Kultur", hieß es. Dutzende Geschäfte, in denen die Puppen verkauft wurden, mussten daraufhin schließen. Als Alternative zu Barbie und Ken hatte Iran vor Jahren das islamische Geschwisterpaar Sara und Dara eingeführt. Das konservativ gekleidete, brünette Duo kam jedoch nur mäßig bei den Kindern an.

bim/dpa



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