Flugzeugunglück in Iran Profi-Bergsteiger sollen nach verschollener Maschine suchen

In Iran suchen Rettungskräfte weiter nach einer vermissten Passagiermaschine. Um die schwer zugängliche Gegend zu durchkämmen, sollen sie besondere Hilfe bekommen - von Bergsteigern.

REUTERS

Bei der Suche nach dem abgestürzten Flugzeug in Iran und dessen Insassen sollen nun auch 150 professionelle Bergsteiger helfen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Isna. Die Suche sollte am Montag wieder aufgenommen werden. Die Wetterbedingungen hätten sich verbessert, sodass nun auch Hubschrauber eingesetzt werden könnten, berichtete das iranische Staatsfernsehen.

Rund hundert Mitarbeiter der Bergrettung seien für die Suche bereitgestellt worden. Zwar sei die Sicht in dem Suchgebiet "nicht sehr gut" und es gebe Turbulenzen, dennoch seien Trupps am Boden und in der Luft im Einsatz, sagte ein Sprecher der zivilen Luftfahrtbehörde dem Staatsfernsehen. Sobald eine entsprechende Genehmigung vorliege, würden auch Drohnen zum Einsatz kommen.

Die Maschine der Fluggesellschaft Aseman mit 66 Menschen an Bord war am Sonntag auf dem Weg von der Hauptstadt Teheran in die Kleinstadt Jasudsch unterwegs. Die Behörden gehen davon aus, dass das Flugzeug in einer bergigen Gegend in einem Schneesturm abstürzte und alle Passagiere ums Leben kamen. Die Maschine verschwand etwa 50 Minuten nach dem Start während des Schneesturms im Sagros-Gebirge vom Radar.

Bei dem Absturz kamen nach Angaben der Fluggesellschaft alle Passagiere und sechs Crew-Mitglieder an Bord ums Leben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA dagegen berichtet, hatte ein Passagier den Flug storniert - demnach waren nur 59 Passagiere an Bord. Unklar ist, ob am Flughafen Meharabad in Teheran ein Passagier von einer Warteliste den freien Platz einnahm.

Ersten Berichten zufolge krachte die Maschine in den etwa 4400 Meter hohen Berg Dena. Die Absturzstelle befinde sich in einer bergigen Region in der Nähe von Semirom im Zentrum des Landes, rund 620 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran. Wie das Staatsfernsehen berichtete, konnten Rettungshubschrauber aufgrund starken Nebels zunächst nicht zur Unglücksstelle vordringen.

Fluggesellschaft galt als unsicher

Die Unglücksursache ist noch unklar. Das Unternehmen Aseman Airlines steht auf einer aktuellen schwarzen Liste unsicherer Fluggesellschaften der EU-Kommission. Es handelt sich um eine halbprivate Fluggesellschaft mit Hauptsitz in Teheran. Sie ist auf Flüge in abgelegene Gegenden Irans spezialisiert, fliegt aber auch internationale Strecken.

Nach jahrelangen internationalen Sanktionen sind viele Passagiermaschinen im Land veraltet. Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Abstürzen. Nach dem Abschluss des Atomabkommens im Jahr 2015 und der nachfolgenden Aufhebung der Sanktionen hatte Iran Verträge mit Airbus und Boeing über den Kauf von Flugzeugen abgeschlossen. Bisher wurden Iran allerdings nur ein Dutzend der neuen Maschinen übergeben.

fok/AFP/dpa



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