Iran Passagiermaschine mit 66 Insassen abgestürzt

Im Iran ist ein Flugzeug mit 66 Menschen an Bord abgestürzt. Die Maschine verunglückte in einer bergigen Region im Südwesten des Landes.

Angehörige der Passagiere des Fluges EP3704 am Flughafen in Teheran
AFP

Angehörige der Passagiere des Fluges EP3704 am Flughafen in Teheran


In Iran ist ein Passagierflugzeug mit Dutzenden Menschen an Bord abgestürzt. Der Flug mit der Nummer 3704 sei auf dem Weg von der Hauptstadt Teheran nach Yasudsch im Südwesten des Landes gewesen, berichteten iranische Medien. Dem Staatssender PressTV zufolge verschwand das Flugzeug etwa 50 Minuten nach dem Start vom Flughafen Mehrabad vom Radar.

Ein Sprecher der Fluggesellschaft Aseman Airlines erklärte, keiner der Insassen habe das Unglück überlebt. An Bord befanden sich 60 Fluggäste und sechs Crew-Mitglieder.

Ersten Berichten zufolge krachte die Maschine in den etwa 4400 Meter hohen Berg Dena. Die Absturzstelle befinde sich in einer bergigen Region in der Nähe von Semirom im Zentrum des Landes, rund 620 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran. Wie das Staatsfernsehen berichtete, konnten Rettungshubschrauber aufgrund starken Nebels zunächst nicht zur Unglücksstelle vordringen.

Fluggesellschaft galt als unsicher

Zur Unglücksursache wurde zunächst nichts bekannt. Bei der Maschine soll es sich um ein Turboprop-Verkehrsflugzeug des Typs ATR-72 handeln. Das Unternehmen Asemann Airlines steht auf einer aktuellen Schwarzen Liste unsicherer Fluggesellschaften der EU-Kommission.

Aseman Airlines ist eine halbprivate Fluggesellschaft mit Hauptsitz in Teheran. Sie ist auf Flüge in abgelegene Gegenden Irans spezialisiert, fliegt aber auch internationale Strecken. Das Unternehmen ist nach Iran Air und Mahan Air die drittgrößte Fluggesellschaft des Landes. Laut "Flight Radar" unterhält es eine Flotte von 29 Maschinen, davon sechs des Typs ATR.

Nach jahrelangen internationalen Sanktionen sind viele Passagiermaschinen im Land veraltet. Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Abstürzen. Nach dem Abschluss des Atomabkommens im Jahr 2015 und der nachfolgenden Aufhebung der Sanktionen hatte Iran Verträge mit Airbus und Boeing über den Kauf von Flugzeugen abgeschlossen. Bisher wurden Iran allerdings nur ein Dutzend der neuen Maschinen übergeben.

Der bisher letzte Absturz ereignete sich im August 2014: Eine kleine Passagiermaschine des Typs Antonow 140 der iranischen Sepahan Airline war damals kurz nach ihrem Start auf dem Inlandsflughafen Mehrabad verunglückt. Dabei kamen 37 Menschen ums Leben, 11 wurden verletzt.

Im Januar 2011 starben 77 Menschen, als eine Passagiermaschine bei einer Notlandung während eines Schneesturms in Nordwest-Iran auseinanderbrach. Im Mai 2010 stürzte ein Passagierflugzeug mit 168 Menschen an Bord ab.

ala/AFP/Reuters/dpa



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