Iran Gericht verurteilt Männer wegen Alkoholkonsums zum Tod

Extremes Urteil: Weil sie zum dritten Mal beim Alkoholkonsum erwischt wurden, sind zwei Männer in Iran zum Tode verurteilt worden. Reue kann sie noch retten.


Hamburg - In Iran herrscht ein striktes Alkoholverbot, Verstöße werden von der Justiz radikal geahndet. Zwei Männer wurden nun wegen wiederholten Alkoholgenusses zum Tode verurteilt. "Diese zwei Personen haben zum dritten Mal Alkohol getrunken", erklärte ein Justizvertreter in der nordöstlichen Provinz Chorassan Rasawi am Montag laut iranischen Medien. Die ersten beiden Male seien sie zu Peitschenhieben verurteilt worden, beim dritten Mal sei die Todesstrafe verhängt worden.

Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil. Die Verurteilten können dem iranischen Recht zufolge dem Vollzug der Todesstrafe aber entgehen, wenn sie Reue zeigen.

Trotz des Verbots ist der Alkoholkonsum in Iran in den vergangenen Jahren gestiegen. Offiziellen Angaben zufolge werden pro Jahr bis zu 80 Millionen Liter Alkohol in das Land geschmuggelt, der Polizei gelingt aber im Schnitt nur die Beschlagnahmung von 20 Millionen Litern. 80 Prozent des illegal eingeführten Alkohols stammen demnach aus den irakischen Kurdengebieten. Neben der Schmuggelware wird Alkohol in Iran auch heimlich hergestellt. Dieser ist billiger aber oft gepanscht, wodurch es jährlich Dutzende Todesopfer gibt. Nach Polizeiangaben gibt es in Iran rund 200.000 Alkoholiker.

siu/AFP



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