Flugzeugunglück in Iran Wrack der abgestürzten Maschine gefunden

Nach dem Absturz einer Passagiermaschine hat die iranische Revolutionsgarde das Wrack des Flugzeugs gefunden. Der Unglücksort ist schwer zugänglich.

Einsatzkraft mit Rauchfackel
DPA/ Xinhua

Einsatzkraft mit Rauchfackel


Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben den Absturzort des Aseman-Air-Passagierflugzeugs gefunden. Dies bestätigte ein IRGC-Sprecher laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Ein erstes Einsatzteam des Roten Halbmonds soll laut Staatssender IRIB bereits in der Nähe des Absturzortes am Dena-Berg in Zentraliran eingetroffen sein.

Die ATR-72 Maschine der Aseman Air mit 65 oder 66 Menschen an Bord war am Sonntag auf dem Weg von der Hauptstadt Teheran in die Kleinstadt Jasudsch unterwegs. Die Behörden gehen davon aus, dass das Flugzeug in einer bergigen Gegend vor der Kleinstadt Semirom in einem Schneesturm abstürzte. Die Maschine verschwand etwa 50 Minuten nach dem Start im Sagros-Gebirge vom Radar.

Bei dem Absturz kamen nach Angaben der Behörden vermutlich alle 60 Passagiere und sechs Crew-Mitglieder an Bord ums Leben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA dagegen berichtet, hatte ein Passagier den Flug storniert - demnach waren nur 59 Passagiere an Bord. Unklar ist, ob am Flughafen Meharabad in Teheran ein Passagier von einer Warteliste den freien Platz einnahm.

Der Absturzort ist schwer zugänglich, daher wurden die Wrackteile der Maschine erst am dritten Tag nach dem Unglück entdeckt. Bei der Suche halfen auch Profi-Bergsteiger.

Nach Angaben der Behörden ist der Zugang zu dem Unglücksort auf 4000 Metern Höhe, wo die Wrackteile von einer IRGC-Einheit von einem Hubschrauber aus gesichtet wurden, weiter schwierig. Besonders da der Wetterdienst für Dienstagnachmittag und Mittwoch mit einem weiteren Schneesturm in der Dena-Region rechnete. Das schlechte Wetter könnte dazu führen, dass die Bergungsarbeiten unterbrochen werden.

Die Identifizierung der Toten wird laut den Behörden nicht einfach sein. Der Rote Halbmond geht davon aus, dass viele von ihnen nur per DNA-Test zu identifizieren sein werden.

Im Transportministerium in Teheran warten Experten der zivilen Luftfahrtbehörde sowie eine Delegation des Flugzeugherstellers ATR aus Frankreich auf den Flugschreiber, der aktuell noch gesucht wird. Von den Ergebnissen hängt auch die Zukunft von Transportminister Abbas Achundi ab. Die Luftfahrtbehörde hätte eine alte Maschine bei den Witterungsverhältnissen nicht starten lassen dürfen, so lautet vielfach die Kritik in sozialen Medien.

bbr/dpa/AFP



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