Buschbrände in Israel Zehntausende Menschen sollen ihre Häuser verlassen

Mehrere Großbrände halten die Einsatzkräfte in Israel in Atem. Nun mussten Tausende Einwohner der Stadt Haifa vor den Flammen fliehen. Ausländische Staatschefs kündigen Hilfe an.

AP

Seit Tagen kämpfen Feuerwehrmänner in Israel gegen Großbrände an. Nun haben sich Tausende Menschen in und um Haifa vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Zudem wurden mehrere Wohngebiete in Israels drittgrößter Stadt geräumt, wie Polizeichef Micky Rosenfeld mitteilte. Es werde wegen möglicher vorsätzlicher oder fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Rund 60.000 Menschen seien zur Räumung ihrer Häuser aufgerufen worden, berichtete die Zeitung "Haaretz". Mindestens 80 Menschen erlitten nach Angaben des Rundfunks Rauchverletzungen oder auch Schocks. Zehn Meter hohe Flammen bedrohten mehrstöckige Gebäude in Vororten der Stadt, berichtete ein Fotograf der Agentur AFP (Bilder von den Bränden finden Sie hier).

Medienberichten zufolge wurde auch die Universität von Haifa vorsichtshalber geräumt. Der Chef der Einsatzkräfte sagte im Radio, das Feuer sei außer Kontrolle geraten und dehne sich mit großer Geschwindigkeit aus. Es gebe einige Leichtverletzte. "Wir gehen von Haus zu Haus und bringen ältere Menschen in Sicherheit. Die Grundschulen wurden geräumt", sagte er. Einige Häuser müssten zwangsweise evakuiert werden.

Fotostrecke

13  Bilder
Israel: Buschfeuer in Haifa

Der Norden und das Zentrum Israels werden seit Dienstag von Buschbränden heimgesucht, darunter die Gegenden um Nazareth und Jerusalem. Die Feuer werden durch eine seit Monaten anhaltende Dürre und starke Winde begünstigt.

Israels Polizei geht bei vielen der landesweiten Brände von Brandstiftung aus. Es seien mehrere Verdächtige festgenommen worden, sagte Polizeichef Roni Alscheich vor Journalisten in Haifa. "Es ist davon auszugehen, dass die Fälle von Brandstiftung nationalistisch motiviert waren", sagte er. Laut dem Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, sollen etwa die Hälfte der Brände von Pyromanen oder aus antiisraelischen Motiven gelegt worden sein.

Russlands Präsident Wladimir Putin habe telefonisch die sofortige Entsendung von zwei Löschflugzeugen zugesagt, teilte das Büro von Regierungschef Benjamin Netanyahu mit. Auch Griechenland, Kroatien, Zypern und die Türkei sagten Hilfe zu.

Das Sicherheitsministerium geht laut einem Bericht der Zeitung "Haaretz" davon aus, dass die Feuer aufgrund des starken Windes noch bis in die nächste Woche hinein wüten werden.

cnn/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.