Italien Mehr als 2000 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet

Binnen drei Tagen wurden im Mittelmeer mehr als 2000 Bootsflüchtlinge aufgegriffen. Fünf von ihnen überlebten die Überfahrt von Afrika nach Europa nicht.


Rom - Fast 1250 Flüchtlinge aus Afrika sind an den Weihnachtsfeiertagen aus dem Mittelmeer vor Italien gerettet worden. Nach Angaben italienischer Behörden wurden auch fünf Leichen geborgen.

Schiffe aus Italien und anderen Ländern hätten die Flüchtlinge bei vier getrennten Operationen in den Gewässern zwischen Sizilien und Nordafrika aufgenommen. Die Menschen seien alle an Bord italienischer Marine-Schiffe nach Sizilien gebracht worden. Auch die Toten seien auf die Insel befördert worden. Ihre Todesursache blieb zunächst unklar.

Admiral Pier Paolo Ribuffo sagte dem Fernsehsender RaiNews24, die meisten Flüchtlinge befänden sich in relativ gutem Zustand. Eine Frau aus Nigeria habe auf dem Schiff der Marine am Weihnachtstag einen Jungen zur Welt gebracht.

Bereits an Heiligabend waren mehr als tausend Bootsflüchtlinge vor Italiens Küste gerettet worden.

167.462 Flüchtlinge erreichten Italien über das Meer

Die Flüchtlinge seien mit ihren Booten von Libyen aus in See gestochen, stammten jedoch mehrheitlich aus Zentralafrika. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind in diesem Jahr rund 3200 Menschen bei dem Versuch gestorben, von Afrika nach Europa überzusetzen.

Zwischen dem 1. Januar und 17. Dezember erreichten insgesamt 167.462 Flüchtlinge Italien über das Meer, teilte das italienische Innenministerium mit. Das sind im Schnitt 477 pro Tag. Mehr als 80 Prozent dieser Bootsflüchtlinge starteten ihre gefährliche Seereise in Libyen, die übrigen in Ägypten und anderen Ländern. Der Großteil der Flüchtlinge entkam dem Bürgerkriegsland Syrien sowie der Diktatur Eritrea.

Das Uno-Flüchtlingskommissariat UNHCR berichtete Anfang Dezember, insgesamt hätten rund 348.000 Menschen im Jahr 2014 eine gefährliche Schiffsüberfahrt auf sich genommen, um bewaffneten Konflikten, Verfolgung oder wirtschaftlicher Not zu entkommen. 4272 von ihnen überlebten die Flucht nicht.

sun/dpa/AFP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 93 Beiträge
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Seite 1
maxuli 26.12.2014
1. Gute Nachricht
Dies ist eine gute Nachricht. Hoffentlich ist Europa nun auch so barmherzig, die Flüchtlinge so zügig aufzunehmen.
spmc-129372683232763 26.12.2014
2. Ist die Rettung von Bootsflüchtlingen
wirklich die einzige Lösung für den Wunsch von Hunderttausenden von Afrikanern nach Europa zu gelangen und ist jedes ergebnisoffene Nachdenken darüber "fremdenfeindlich" und,wenn nein, warum gibt es darüber keinen breiten ,sachlichen Diskurs!!?? "Nicht hilfreich"??
Lanek 26.12.2014
3.
Warte schon auf hetzerische, vereinfachende und menschenverachtende Kommentare gespannt. Und das dann natürlich an Weihnachten - schönes Abendland.
Das Pferd 26.12.2014
4.
Danke Italien. Es ist nicht die Lösung, Afrika produziert in jeder Generation mehr Menschen, als wir transportieren oder aufnehmen können, leider. Aber es ist nötig, die Menschen auf dem Mittelmeer zu retten, das ist so in unserer Zivilisation. Auch wenn wir wissen, daß jeder Gerettete zwei Wagemutige erzeugt. Es ist nicht die Lösung, aber es muß getan werden.
Greggi 27.12.2014
5. Ursachen ...
bekämpfen. Und zwar den obszönen Reichtum (von Wenigen) in den Herkunftsländern dieser Flüchtlinge. Das geht nicht mit Champagner-Trinken im Adlon in Berlin, Brüssel oder in New York, sondern in den Hintern treten der Repräsentanten der Chaos-Länder wie Eritrea, Äthopien, Somalia und ganz Nord-Afrika. Aber dazu fehlt den Aktentaschen- und Schildpatt-Brillenträgern der Mut.
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