Italien Schweres Erdbeben am Gardasee

Ein Erdbeben der Stärke 5,2 hat weite Teile Norditaliens erschüttert. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, mindestens neun Menschen verletzt. Das genaue Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Experten warnen vor Nachbeben.


Schadenbeseitigung am Gardasee: Um Mitternacht bebte die Erde
AFP

Schadenbeseitigung am Gardasee: Um Mitternacht bebte die Erde

Rom - Gegen Mitternacht bebte in Norditalien etwa 30 Sekunden lang die Erde. Dabei wurde laut Fernsehberichten ein Mann in Mailand von Glassplittern verletzt, vier weitere Menschen erlitten in Brescia am Gardasee leichte Verletzungen. Nach Angaben des Zivilschutzes gab es keine Toten.

In mehreren Orten liefen die Menschen in Panik aus ihren Häusern und verbrachten die Nacht auf der Straße. Das Beben war von Genua bis Venedig, von Turin bis Mailand zu spüren. Besonders betroffen waren Salò und Gardone Riviera. In Salò stürzte ein Glockenturm ein. Dutzende Häuser wiesen Risse im Mauerwerk und andere Schäden auf. Vorsichtshalber wurde das Krankenhaus der Stadt evakuiert, um das Ausmaß der Gebäudeschäden zu überprüfen. Die Patienten wurden auf andere Kliniken der Region verteilt. Insgesamt mussten 125 Menschen ihre Häuser verlassen, weil die Gebäude einzustürzen drohen.

Den Angaben zufolge handelte es sich um eins der schwersten Beben, das jemals in der Region registriert wurde. Das Epizentrum befand sich nach Angaben des italienischen Nationalen Geophysischen Instituts am Ufer des Gardasees in etwa 25 Kilometer Tiefe. Es war aber auch in der Lombardei, in Piemont und in Venetien zu spüren. Institutsdirektor Enzo Boschi warnte im Rundfunk vor Nachbeben.

Wie Rai24 News berichtet, befindet sich der Leiter des italienischen Zivilschutzes, Guido Bertolaso, bereits in Brescia. Er wird hier an einem Treffen von Vertretern der Rettungs- und Ordnungskräfte teilnehmen, um eine erste Einschätzung der Lage vorzunehmen. Nach der Sitzung wird Bertolaso sich in Salò persönlich von dem Ausmaß der Schäden überzeugen. "Das Gebiet ist eine Zone mit seismischem Risiko; wir wussten, dass sich dort ein Erdbeben ereignen könnte", sagte Bertolaso der Nachrichtenagentur "Ansa". Glücklicherweise habe man in dieser Region Italiens aber "ziemlich gut gebaut". Auch sei die Arbeit der Einsatzkräfte "perfekt", so der Zivilschutzleiter.



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