Gewitter und Waldbrände Tote bei Unwettern in Italien

Blitzschläge, Feuerwalzen, Erdrutsche: Extremes Wetter macht Italien zu schaffen, mehrere Menschen kamen wegen der heftigen Auswirkungen ums Leben. Die Behörden warnen vor den anhaltenden Gefahren.

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In Norditalien sind bei schweren Unwettern mehrere Menschen ums Leben gekommen. Im Ort Cortina d'Ampezzo starb der Feuerwehr zufolge am Wochenende eine Frau, weil Geröllmassen ihr Auto verschütteten.

Der verschüttete Wagen wurde in einem Flussbett nahe dem bekannten Wintersportort entdeckt. Rettungskräften sei es nicht gelungen, die Frau wiederzubeleben, teilte die Polizei mit.

Auf dem Berg Marmolata in den Dolomiten wurde am Sonntag ein Mann von einem Blitz erschlagen. In der Region Friaul wurde vermutlich ein belgischer Tourist von einem Baum in seinem Zelt getötet. In der Lombardei starb der Agentur Ansa zufolge eine Frau, weil sie auf einem nassen Wanderweg abgestürzt war.

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Tote in Italien: Hitze, Unwetter, Waldbrände

Die Bergrettung rief die Menschen auf, die Unwetterwarnungen ernst zu nehmen. In Italien herrschen seit Tagen vielerorts Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius. Immer wieder werden durch die Hitze auch Waldbrände entfacht, in vier Wochen ist fast so viel Waldfläche verbrannt wie im gesamten vergangenen Jahr. Am Donnerstag kamen eine 79-jährige Frau und ein 82-jähriger Mann bei einem Feuer ums Leben.

Die anhaltende Hitze hat in weiten Teilen Italiens enorme Trockenheit ausgelöst, vielerorts ist das Wasser knapp. Besonders stark betroffen ist unter anderem die Hauptstadt Rom.

Auch in anderen Teilen Europas herrschen Unwetter und Hitze. In Österreich war die Feuerwehr am Wochenende im Dauereinsatz, inzwischen hat sich die Lage deutlich gebessert. Das von der Umwelt abgeschnittene Großarltal kann seit dem frühen Morgen mit dem Auto auf einer Spur wieder verlassen werden.

Das bei Urlaubern beliebte Tal im Salzburger Land war besonders stark von Regen, Hagel und Schlammlawinen betroffen. Viele Reisende, darunter auch Deutsche, saßen im Tal fest. "Wir haben das Schlimmste hinter uns", sagte nun Feuerwehrkommandant Josef Promegger.

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Unwetter in Österreich: Starkregen, Hagel und Schlammlawinen

In Griechenland stellen sich die Behörden auf eine heftige Hitzewelle ein. Bereits am Wochenende zeigten die Thermometer in Mittelgriechenland Werte um die 40 Grad an; die Hitze soll nun mindestens bis Samstag andauern - mit Temperaturen auch nachts nicht unter 30 Grad. Ärzte und das Gesundheitsministerium raten unter anderem zu Alkoholverzicht, heller Baumwollkleidung und fettarmer Nahrung.

Die Städte eröffneten klimatisierte Hallen für Bürger, die keine Klimaanlage in ihren Wohnungen haben. Die Menschen wurden zudem aufgerufen, Wasser für streunende Tiere bereitzustellen. Wegen der Trockenheit sei die Waldbrandgefahr sehr hoch, warnte der Zivilschutz. Am Wochenende waren landesweit mehr als 40 Busch- und Waldbrände ausgebrochen. Die Feuerwehr brachte sie mithilfe von Löschflugzeugen und Hubschraubern unter Kontrolle.

mxw/dpa/AFP

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