Italien Viele Tote nach Tankwaggon-Explosion in Toskana

Der Bürgermeister spricht von "apokalyptischen Szenen": Die Explosion eines mit Flüssiggas gefüllten Tankwaggons hat mindestens 13 Menschen in der Stadt Viareggio das Leben gekostet, Dutzende wurden verletzt.


Rom - Das Unglück ereignete sich in der Nähe des Bahnhofs - unmittelbar im Zentrum der Stadt. Durch die Explosion gerieten mehrere Häuser in Brand und stürzten ein. Ein großer Teil der Stadt Viareggio stand in Flammen. Wie viele Menschen bei dem Unglück ums Leben kamen, ist auch Stunden nach dem Unfall noch unklar. Feuerwehr und Präfektur sprechen von einer "provisorischen" Bilanz, da sich Dutzende Menschen schwerste Brandverletzungen zugezogen haben und in den Trümmern eingestürzter Häuser noch nach Verschütteten gesucht wird. Allein aus einem durch die Wucht der Explosion eingestürzten Haus wurden mehrere Opfer geborgen.

Kurz vor Mitternacht waren fünf von 14 Güterwagen unmittelbar hinter dem Bahnhof entgleist, ein mit Flüssiggas gefüllter Waggon explodierte. Wie es zu dem Unglück kam, ist noch ungewiss. Der aus Trecate kommende Zug sollte kurz hinter dem Bahnhof auf ein Nebengleis gefahren werden, als die Waggons entgleisten.

Das von der gewaltigen Explosion ausgehende Feuer habe sich auf einer Straße ausgebreitet und mehrere Häuser in Brand gesetzt, teilten die Feuerwehren mit. Die Explosion habe "wie eine Bombe" gewirkt und im Umkreis von 300 Metern Schäden angerichtet. Viareggios Bürgermeister Luca Lunardini sprach von "apokalyptischen Szenen".

Einige bedrohte Häuser wurden evakuiert, mindestens fünf stürzten den ersten Informationen zufolge durch die Wucht der Explosion ein.

Der Präfekt von Lucca, Carmelo Aronica, sagte im Fernsehsender RAI, insgesamt seien bei dem Unglück in der Region Toskana gelegenen Stadt mindestens 50 Personen verletzt worden. 35 hätten schwere Verbrennungen erlitten. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, wurden am Dienstagmorgen drei Kinder lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses geborgen.

Ursache des Unglücks könnten ein Schaden an den Gleisen oder ein Problem mit Bremsen gewesen sein, sagte Polizeisprecher Raffaele Gargiulo. Feuerwehrchef Antonio Gambardella erklärte, der Brand sei inzwischen eingedämmt, es bestehe aber die Gefahr, dass weitere Kesselwagen explodierten. Die Feuerwehrleute suchten auch in den Trümmern der Häuser nach weiteren Opfern, sagte Gambardella. Rund 300 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Den Angaben zufolge gehört ein Wagon der polnischen Bahngesellschaft Pkp. Dieser sei vermutlich explodiert, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. 300 Feuerwehrleute sind bei den Bergungsarbeiten im Einsatz.

han/AP/dpa



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