Tomatenernte in Süditalien Zwölf Feldarbeiter sterben bei Lkw-Unfall

In der süditalienischen Provinz Foggia sind ein Lastwagen und ein Transporter zusammengestoßen. Zwölf ausländische Feldarbeiter kamen ums Leben. Drei weitere Menschen wurden verletzt.

Unfallort bei Foggia
AFP

Unfallort bei Foggia


Bei einem Verkehrsunfall in Süditalien sind zwölf ausländische Landarbeiter getötet worden. Wie die Feuerwehr mitteilte, stieß ihr Lieferwagen mit einem Lastwagen voller Tomaten zusammen. Keines der Todesopfer stammte demnach aus einem Land der Europäischen Union. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurden bei dem Unfall zudem drei weitere Menschen verletzt, darunter zwei Insassen des Transporters sowie der Fahrer des Lastwagens.

Der Vorfall ereignete sich im Gebiet von Foggia in Apulien. Dort waren am Samstag bei einer Kollision mit einem Tomaten-Laster vier Afrikaner gestorben und vier weitere schwer verletzt worden.

In der Region sind jeden Sommer Tausende Arbeitskräfte aus verschiedenen afrikanischen Staaten sowie aus Polen, Bulgarien und Rumänien bei der Tomatenernte unter sengender Sonne eingesetzt. Häufig sind sie in Elendsquartieren untergebracht. Gewerkschaften und Vereinigungen zur Unterstützung der ausländischen Arbeiter verlangen seit Jahren ein System öffentlicher Verkehrsmittel in der Haupterntesaison.

Auf einer Versammlung am Sonntag hatten Dutzende afrikanische Erntearbeiter beschlossen, am Mittwoch in den Streik zu treten. Aboubakar Soumahoro, Delegierter der Basisgewerkschaft USB, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Landarbeiter würden bei einem "Marsch für würdige Arbeitsbedingungen" von den Feldern bis zur Stadt Foggia laufen.

SPIEGEL TV (2017): Italiens Sklavenmarkt - Die Slums der afrikanischen Erntehelfer

SPIEGEL TV

aar/dpa/AFP



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