Plan der Regierung Renzi Hunderttausende Italiener demonstrieren gegen Homo-Ehe

In Rom sind Hunderttausende gegen die Pläne der italienischen Regierung auf die Straße gegangen. Als letztes Land Westeuropas will auch Italien gleichgeschlechtliche Partnerschaften gesetzlich anerkennen.

Rom: Zwei Familienmodelle - aber nicht für die Demonstranten
AFP

Rom: Zwei Familienmodelle - aber nicht für die Demonstranten


"Die Familie rettet die Welt" und "Verteidigen wir unsere Kinder" - das war auf Transparenten zu lesen, die von Demonstranten am Samstag durch die Straßen Roms getragen wurden. Hunderttausende Italiener haben gegen die Pläne ihrer Regierung zur rechtlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften protestiert.

Die Veranstalter sprachen von bis zu einer Million Teilnehmern, die italienische Polizei macht grundsätzlich keine Angaben zum Umfang von Kundgebungen. Zu der Veranstaltung hatten unter anderem katholische Organisationen aufgerufen. Homosexuellen-Verbände kritisierten die Proteste und veranstalteten Gegendemonstrationen.

Italien ist das einzige große westeuropäische Land, in dem es bislang keinerlei gesetzliche Anerkennung von homosexuellen Partnerschaften gibt. Die Mitte-links-Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi möchte dies nun aber ändern und bis zum Jahresende eine zivile Lebenspartnerschaft einführen.

Demo in Rom: Hunderttausende Teilnehmer sind gegen Homo-Ehe
AFP

Demo in Rom: Hunderttausende Teilnehmer sind gegen Homo-Ehe

Friedliche Gay Pride in Riga

In der lettischen Hauptstadt Riga verlief die Homosexuellenparade Gay Pride trotz gegenteiliger Befürchtungen am Samstag friedlich. Nach Polizeiangaben beteiligten sich etwa 5000 Aktivisten und Zuschauer daran. Am Rande der Gay Pride wurden drei Menschen festgenommen, die versuchten, die Parade zu stören.

Homosexualität ist in Lettland oft ein Tabuthema, offen schwule oder lesbische Menschen sind immer wieder sozialer Isolation und offenen Anfeindungen ausgesetzt.

Mit Regenbogenfahnen, bunten Luftballons und Transparenten forderten die Teilnehmer der Kundgebung mehr Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in Lettland. Die baltische Ex-Sowjetrepublik hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne.

abl/AFP

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