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11. April 2005, 19:37 Uhr

Jagd auf Bin Laden

BND-Chef wirft US-Fahndern schwere Fehler vor

BND-Chef Hanning bescheinigt der US-Regierung Versäumnisse bei der Jagd auf Osama Bin Laden. Demnach hat sich der Qaida-Führer 2001 von seiner Verhaftung in Afghanistan freikaufen können.

August Hanning: Kritik an US-Kollegen
DPA

August Hanning: Kritik an US-Kollegen

Berlin - Von einem grundlegenden Fehler der USA bei der Bekämpfung des islamistischen Terrors spricht der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning. Dem "Handelsblatt" sagte er: "Der prinzipielle Fehler wurde schon im November 2001 begangen, als man Bin Laden bei Tora Bora von den afghanischen Milizen festnehmen lassen wollte. Da konnte sich Bin Laden für viel Geld von denen freikaufen." Anschließend habe sich der Top-Terrorist im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet eine eigene Infrastruktur aufgebaut.

Die USA hatten bisher stets darauf beharrt, es sei nicht klar, ob sich Bin Laden tatsächlich damals in den Tunneln der afghanischen Bergfestung Tora Bora befand. Nach Medienberichten von Ende März hat sich der Verdacht aber erhärtet. In einem Dokument sollen entsprechende Beweise gegen einen im Militärgefängnis Guantanamo Bay festgehaltenen Terrorverdächtigen zusammengefasst sein.

Dagegen wies Hanning die Warnung der US-Regierung zurück, die von Biowaffen ausgehende Gefahr dürfe nicht unterschätzt werden. "Die internationale Fachwelt ist von der Möglichkeit, dass Terroristen Bio-Waffen als Terrormittel einsetzen könnten, nicht verschreckt. Es gibt dafür in jüngster Zeit keine konkreten Anhaltspunkte", sagte er.

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