Jahrhundertflut Bilanz des Schreckens

Die Bundesregierung hat jetzt eine erste Schadensbilanz der Jahrhundertflut gezogen. Demnach hat die Hochwasser insgesamt Schäden in Höhe von mindestens 22,6 Milliarden Euro verursacht - und den größten Katastrophenschutz-Einsatz in der Geschichte der Bundesrepublik ausgelöst.


Überschwemmung in Sachsen: horrende Schadenssumme
DDP

Überschwemmung in Sachsen: horrende Schadenssumme

Berlin - Die Wassermassen haben Verwüstungen in 60 Landkreisen und kreisfreien Städten angerichtet. In mehr als 100 Kommunen seien erhebliche Schäden entstanden, heißt es in der in Berlin veröffentlichten Schadensbilanz der Bundesregierung. Mehr als 337.000 Menschen waren vom Hochwasser betroffen, mehr als 100.000 mussten ihre Wohnungen verlassen.

Der gesamte Schaden liegt nach vorläufigen Schätzungen der Bundesländer bei mindestens 22,6 Milliarden Euro. Für den Wiederaufbau an Elbe, Donau und ihren Nebenflüssen stellen Bund, Länder und Gemeinden mit dem Fonds Aufbauhilfe 7,1 Milliarden Euro bereit. Hinzu kommen Soforthilfen des Bundes von rund 500 Millionen. Zusammen mit den EU-Mitteln stehen damit etwa 10 Milliarden Euro zur Verfügung.

Das Hochwasser hat dem Bericht zufolge mindestens 180 Brücken und 740 Kilometer Straßen sowie 94 Eisenbahnbrücken und 400 Kilometer Gleise zerstört oder beschädigt. Mehrere tausend Gewerbebetriebe sind in Mitleidenschaft gezogen worden. In der Landwirtschaft wird nach ersten Überblicken der Gesamtschaden auf 287 Millionen Euro geschätzt. Die größten Schäden haben die Fluten in Sachsen angerichtet.

Die Hilfe in den Hochwassergebieten war laut Bundespresseamt der größte Katastrophenschutzeinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik. Insgesamt seien mehr als 128.000 Helfer aktiv gewesen, darunter mehr als 73.000 Einsatzkräfte des Bundes.



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