Unwetter in Japan Hunderttausende müssen ihre Häuser verlassen

In Japan hat nach extremen Regenfällen eine Massenevakuierung begonnen. Mehrere Menschen sind bereits gestorben, weitere vermisst. Und es ist noch nicht vorbei: Meteorologen fürchten "historische Regenfälle".

Togetsu Brücke am Katsura Fluss in Kyoto
AFP

Togetsu Brücke am Katsura Fluss in Kyoto


Wegen außergewöhnlich starker Regenfälle müssen in Japan Hunderttausende Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Mindestens vier Menschen kamen bei den Unwettern bereits ums Leben. Dutzende sind laut Behördenangaben verletzt. Mehrere Menschen werden demnach vermisst.

In Inagawa, 500 Kilometer westlich der Hauptstadt Tokio, starb ein 59 Jahre alter Arbeiter in einem Staubecken. Der Mann war zusammen mit zwei Kollegen in einem Abwasserrohr weggespült worden, wie die Nachrichtenagentur Kyodo News berichtete.

Ein weiterer 59-Jähriger wurde demnach in der Stadt Akitakata tot aus einem Fluss geborgen, der über die Ufer getreten war. Die Leiche einer Frau wurde in einer Abwasseranlage in der Stadt Hashima entdeckt, wie der Sender NHK berichtete. Dem Bericht zufolge könnte die Seniorin ebenfalls in einen Fluss gefallen sein. Eine weitere ältere Frau soll gestorben sein, weil sie von einer kräftigen Windböe umgeweht wurde.

Togetsu Brücke in Kyoto
REUTERS/ Kyodo

Togetsu Brücke in Kyoto

Eine saisonbedingte Regenfront war in der Nacht zum Freitag über das westliche Japan hinweggezogen. Allein zwischen 4.00 und 5.00 Uhr morgens (Ortszeit) waren in der südwestlichen Stadt Konan 103 Millimeter Regen gefallen, wie NHK berichtete. "Anders als bei einem Taifun lässt sich nicht vorhersagen, wo der Rekordregen fallen wird", hatte ein Mitarbeiter der zuständigen Behörde Reportern gesagt.

Warnung vor Schlammlawinen und Überschwemmungen

Japanische Meteorologen sprachen von "historischen Regenfällen" und riefen die höchste Warnstufe aus. Sie warnten in weiten Teilen des Landes vor Schlammlawinen, Überschwemmungen und Flüssen, die über ihre Ufer treten könnten. Das Militär wurde zur Hilfe herangezogen. Seit dem Morgen waren Zugverbindungen unterbrochen.

Bis zum Samstagmorgen sagte der Wetterdienst bis zu 400 Millimeter Regen im Südwesten und bis zu 300 Millimeter in Mitteljapan voraus. Der Regen könne über das gesamte Wochenende anhalten.

Erst Anfang der Woche hatte der Taifun "Prapiroon" mit starkem Wind und heftigen Regen im Südwesten Japans für Verwüstungen gesorgt und mindestens ein Todesopfer gefordert. Der siebte Taifun des Jahres war am Mittwoch zu einem außertropischen Zyklon heruntergestuft worden.

fok/dpa/Reuters



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