+++ Japan-Liveticker +++ Regierung empfiehlt Trinkwasser in Fukushima zu meiden

AFP

2. Teil: Autokonzerne nehmen Produktion wieder auf


+++ Reaktor 6 stabil +++

[12.22 Uhr] Der Reaktorblock 6 von Fukushima Eins befindet sich in einer stabilen Lage, einem sogenannten "cold shutdown". Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Beim "cold shutdown" funktioniert die Kühlung eines abgeschalteten Atommeilers. Die Temperatur des Kühlwassers liegt unter 100 Grad Celsius und ist damit zunächst so niedrig, dass keine Gefahr mehr droht.

+++ Australien exportiert weiter Uran +++

[11.55 Uhr] Der schwere Atomunfall hat keine Auswirkungen auf Australiens Uran-Exporte, betonte Premierministerin Julia Gillard. "Wir werden weiterhin Uran exportieren. Jedes Land entscheidet selbst, wie es seine Energie erzeugen will." Am weltweiten Uran-Export hat Australien einen Anteil von rund 20 Prozent. Australien hat strikte Auflagen für die Exporte; es darf nur zu friedlichen Zwecken genutzt werden. Australien erzeugt seine Energie überwiegend mit Kohle; es hat selbst keine Atomkraftwerke.

+++ Staatshilfe für Banken in Bebenregion +++

[11.07 Uhr] Japans Regierung will nach der Bebenkatastrophe Banken in den betroffenen Gebieten mit Steuergeld unterstützen. Die Regierung bestätigte entsprechende Überlegungen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag berichtete. Damit solle sichergestellt werden, dass die Institute ihren Geschäften reibungslos nachgehen könnten. Seit Anfang vergangener Woche hatte auch Japans Notenbank Dutzende Milliarden Euro zur Beruhigung der Finanzmärkte in das Bankensystem gepumpt. Die Summe der kurzfristigen Notfallmaßnahmen summierte sich zuletzt auf rund 37 Billionen Yen (322 Milliarden Euro).

+++ Reaktor 4 wird wieder von außen gekühlt +++

[10.47 Uhr] Einsatzkräfte haben den beschädigten Reaktor 4 erneut mit Wasser besprüht, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Zuvor hatten schon zehn Wasserwerfer der japanischen Streitkräfte und ein Fahrzeug der US-Streitkräfte den Reaktor mit großen Wassermengen zu kühlen versucht. Die Aktion soll den Wasserstand im Abklingbecken mit abgebrannten Kernbrennstäben erhöhen. Reaktor 4 war wegen Wartungsarbeiten schon vor dem Erdbeben abgeschaltet, das Becken mit dem weiter strahlenden Material gilt aber als besonders große Gefahrenquelle.

+++ Autokonzerne nehmen Produktion wieder auf +++

[10.34 Uhr] Der japanische Autokonzern Nissan plant, die heimische Produktion diesen Donnerstag wieder aufzunehmen, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Wegen der verheerenden Naturkatastrophen hatten unzählige Unternehmen Schaden genommen und die Produktion teilweise eingestellt. Neben Nissan sind beispielsweise Toyota und Honda betroffen. Auch bei Honda startet nach Unternehmensangaben der Großteil der Produktion vermutlich am Donnerstag wieder. Toyota hatte angekündigt, die meisten seiner Werke Mitte der Woche wieder in Betrieb zu nehmen.

+++ Kan plant Reise nach Fukushima +++

[09.50 Uhr] Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan wird möglicherweise die Region um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Eins besuchen. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Sonntag nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Nähere Angaben über den Zeitpunkt machte er nicht.

+++ Stromversorgung von Reaktor 2 wiederhergestellt +++

[09.45 Uhr] Der Block 2 des Reaktors von Fukushima hat wieder Strom. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo mit Verweis auf das Betreiberunternehmen Tepco. Das soll helfen, um die Beleuchtung und die Kühlung der Abklingbecken wieder in Gang zu setzen. Ob die Wasserpumpen funktionieren, ist aber noch unklar. In Reaktor 2 gab es zuvor schwere Explosionen und Brände. Die innere Hülle des Reaktors ist beschädigt, Radioaktivität ist ausgetreten. Auch die Stromversorgung für die zentralen Kontrollräume des Reaktorblocks 1 soll noch am Sonntag wieder hergestellt werden.

+++ Zwei Menschen aus Trümmern gerettet +++

[09.38 Uhr] Rettungskräfte haben nach eigenen Angaben zwei Menschen lebend gerettet. Eine 80 Jahre alte Frau und ein 16-Jähriger seien in der zerstörten Stadt Ishinomaki aus Trümmern geholt worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Sie litten an Unterkühlung und seien mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden.

+++ Druck in Reaktorblock 3 hoch, aber stabil +++

[08.53 Uhr] Nach einem vorübergehenden Anstieg des Drucks in Block 3 des Atomkraftwerks Fukushima hat sich die Lage nach Angaben der Betreiberfirma Tepco wieder stabilisiert. Von Plänen, zur Druckentlastung etwas radioaktives Gas abzulassen, rückte das Unternehmen daher wieder ab. Bei einem Ablassen von Gas würden die Strahlungswerte um die Anlage wieder ansteigen. Der Druck sei allerdings noch relativ hoch, hieß es.

+++ Radioaktiv belastete Bohnen aus Japan in Taiwan entdeckt +++

[08.43 Uhr] In Taiwan sind radioaktiv belastete Bohnen aus Japan gefunden worden. Die Werte lagen jedoch deutlich unter den erlaubten Grenzwerten und waren damit auch nicht gesundheitsschädlich, wie die Behörden mitteilten. Es waren in Taiwan offenbar die ersten radioaktiv belasteten Importe aus Japan.

+++ Wetterbehörde gibt Entwarnung für Tokio +++

[06.12 Uhr] Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde dürfte Tokio am Sonntag weiterhin von der aus dem Atomkraftwerk Fukushima austretenden Radioaktivität weitgehend verschont bleiben. Im Großraum der Metropole wurden nach Angaben der Regierung allerdings radioaktiver Staub und Partikel nachgewiesen. Risiken für die Gesundheit bestünden nicht. Für die Region um den Reaktor sagte sie gleichzeitig drei bis fünf Milliliter Niederschlag voraus.

+++ Zahl der Toten und Vermissten steigt auf über 20.000 +++

[03.16 Uhr] Die Polizei rechnet allein in der Präfektur Miyagi mit mehr als 15.000 Toten durch das verheerende Erdbeben und den Tsunami, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Zahl der Todesopfer wird derzeit mit 8133 angegeben. Mehr als 12.000 Menschen werden vermisst. Es wird erwartet, dass die Zahlen weiter steigen werden.

cte/wbr/Reuters/dapd/dpa/AFP



insgesamt 100 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Nörgelkopf 20.03.2011
1. Hier sollten unsere Atombefürworter mit gehen,
auch unsere Atomlobby könnte zu eine Reise in das AKW eingeladen werden, und danach ein Besuch bei den verstrahlten Opfern. Solange wir hier uns nicht in die Lage versetzen können, worin sich vor Ort die Menschen befinden, wird sich die Denkweise unserer Atombefürworter nicht ändern
rmi, 20.03.2011
2. ...erwaegt einen Besuch
"...Kan erwaegt einen Besuch im Erdbebengebiet." Der chinesische Premier besuchte Sichuan beim grossen beben in 2008 bereits nach 5 Stunden, und dies bei ca. 4 Reisedauer....
Omega9 20.03.2011
3. 2 Möglichkeiten
Zitat von ACroonenDie genauen Werte kennen wir zwar nicht aber wir können es schätzen. Was meistens recht gut funktioniert. Wie auch immer die Kühlen so ist der Massenstrom im Verhältniss zu den normalen Massenströmen gering. Für phillipsburg I (ein ähnlicher SWR) werden Massenströme von 10361 kg/s (mit7,5 Umläufen) im Reaktor bzw 1390 kg/s als austretender Massenstrom (dampf) bei 69 bar Betriebsdruck genannt. wir sind jetzt bei 0,5%-1% abzuführender nachzerfallswärme. also ca. W=15000kW (1kJ/s=1kW) mit dQ=(dm/dt)*c*T umgestellt nach (dm/dt) ergibt für T =100K als minimum und Wasser (c=4,18 kJ/kg*K) ein Massenstrom von ca. 35 Litern pro Sekunde in das System Sicherheitsbehälter/Reaktor. Bei 500 m^3 Volumen für den Reaktorbehälter und 7000 m^3 umbauten Raum incl. Sicherheitsbehälter ist das nichts. Davon abziehen müssen sie aber noch die Wärmeübergänge an der Systemgrenze Sicherheitsbehälter/Umgebung so dass der abzuführende Massenstrom weit geringer sein dürfte. Evtl. ist er sogar Null, was zu hoffen wäre. Wir haben eine Abstrahlfäche von ca. 5000 m^2 Luft/Stahl über die Wärme raus kann. Müsste das mal abschätzen. Einen Ablass als Wasser in die Umwelt kann ich mir hingegen nicht vorstellen, da die radioaktive Belastung des Wassers ein vielfaches höher sein dürfte als die des Damfes. Allerdings fehlen für den Dampfablass wiederum die Ausschläge bei der Radioaktivitätsmessung.
Das kann ich mir schon vorstellen. Praktisch jede Nuklearanlage hat 2 "Auspüffe", einmal einen hohen Kamin für radioaktive Gase und meist irgendwo einen Auslass in einem nahegelegenem Fluss oder Gewässer für leicht isotopenhaltige Abwässer. Diese Auslasskanäle sind in der Regel nicht direkt an dem Ufer / der Küste, damit niemand die unverdünnten Abwässer abbekommt. Wenn in Fukushima nur Meerwasser in den Kern geleitet wird, aber nix abgeleitet werden würde, dürfte der Kern in kurzer Zeit zu einem einzigem Salzklumpen und damit zur sicheren Kernschmelze verkommen. Daher ist meine Vermutung, wenn wirklich kontinuierlich Meerwasser in den Kern eingeleitet wird muss irgendwo eine Verbindung vom Druckbehälter zu dem Auslasskanal geöffnet worden sein. Das gibt bei nem teilweise geschmolzenem Kern sicher ne große Sauerei im Meer, aber ist immernoch besser als eine Kernschmelze. In so ner Situation muss man Prioritäten setzen.
mooksberlin, 20.03.2011
4. Genau !
Zitat von Nörgelkopfauch unsere Atomlobby könnte zu eine Reise in das AKW eingeladen werden, und danach ein Besuch bei den verstrahlten Opfern. Solange wir hier uns nicht in die Lage versetzen können, worin sich vor Ort die Menschen befinden, wird sich die Denkweise unserer Atombefürworter nicht ändern
Sehe ich auch so, wieso waren denn die Bosse von EON , RWE, Vattenfall, EnBw noch nicht vor Ort um dort ihr Mantra "die Atomkraft ist sicher" zu singen und danach in Fukushima zu helfen ? Ich kann nur raten im Netzt nach der Dokumentation "Risiko Atomkraft" zu suchen, die gestern auf Phoenix lief, da kann einem nur das Grausen kommen. Entweder sind die Mitarbeiter der deutschen AKW´s unglaublich dumm, ignorant oder schlichtweg brainwashed ( wahrscheinlich alles zusammen). Nach dieser Dokumentation kann man nur noch für eine schnellstmögliche Abschaltung aller AKW´s plädieren.
sternfalke77, 20.03.2011
5. Aus diesem Grunde , sollten...
Zitat von Omega9Das kann ich mir schon vorstellen. Praktisch jede Nuklearanlage hat 2 "Auspüffe", einmal einen hohen Kamin für radioaktive Gase und meist irgendwo einen Auslass in einem nahegelegenem Fluss oder Gewässer für leicht isotopenhaltige Abwässer. Diese Auslasskanäle sind in der Regel nicht direkt an dem Ufer / der Küste, damit niemand die unverdünnten Abwässer abbekommt. Wenn in Fukushima nur Meerwasser in den Kern geleitet wird, aber nix abgeleitet werden würde, dürfte der Kern in kurzer Zeit zu einem einzigem Salzklumpen und damit zur sicheren Kernschmelze verkommen. Daher ist meine Vermutung, wenn wirklich kontinuierlich Meerwasser in den Kern eingeleitet wird muss irgendwo eine Verbindung vom Druckbehälter zu dem Auslasskanal geöffnet worden sein. Das gibt bei nem teilweise geschmolzenem Kern sicher ne große Sauerei im Meer, aber ist immernoch besser als eine Kernschmelze. In so ner Situation muss man Prioritäten setzen.
... Tsunamiemessbojen mit Messgeräten ausgestattet werden . die jeweils die Strahlenveränderung in Luft und Wasser am jeweiligen Ort messen können, und weiterleiten . Es gibt ja mittlerweile ein recht dichtes Netz davon . Die Dinger sind ja online . Sodaß alle Staaten Zugriff auf die Messdaten haben . Dann können einzelne Staaten auch keine Daten " kreativ " bearbeiten - und SO weiterleiten .
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.