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+++ Japan-Liveticker +++: Regierung empfiehlt Trinkwasser in Fukushima zu meiden

Die Rettungskräfte machen Fortschritte, doch die Lage bleibt kritisch: Feuerwehrleute besprühen den Katastrophenreaktor Fukushima mit Wasser. Deutsche AKW-Betreiber schicken Spezialgerät nach Japan. Die wichtigsten Ereignisse im Liveticker.

Japan: Einsatz in den Trümmern Fotos
AFP

+++ Regierung empfiehlt Trinkwasser in Fukushima zu meiden +++

[18.23 Uhr] Die japanische Regierung hat der Bevölkerung in der Präfektur Fukushima empfohlen, das dortige Leitungswasser nicht zu trinken. Die radioaktive Belastung könnte zu hoch sein. Zuvor waren bereits erhöhte Strahlungswerte im Leitungswasser von Tokio und anderen Regionen des Landes festgestellt worden.

+++ Panzer sollen bei Trümmerräumung helfen +++

[17.44 Uhr] Panzer der japanischen Streitkräfte sollen am Montag helfen, Trümmer auf dem Gelände des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima aus dem Weg zu räumen. Dies berichteten japanische Medien unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Tokio. Die dicke Metallhülle der Panzer werde die Soldaten vor der gefährlichen Strahlung schützen, berichtete der Fernsehsender NHK. Mit montierten Bulldozerschaufeln sollen die verstrahlten Trümmer aus dem Weg geräumt werden, um den Helfern den Zugang zu den Reaktorblocks zu erleichtern.

+++ USA erwägen andere AKW-Standorte +++

[17.02 Uhr] In den USA werden die Standorte für neue Kernkraftwerke überprüft. Mit Sicherheit würden die Bauorte zukünftiger AKW andere sein, "als wo wir sie früher gebaut hätten", sagte Energieminister Steven Chu dem Sender Fox News am Sonntag. Zudem müsse geprüft werden, ob bestehende Kernkraftwerke wie Indian Point im Bundesstaat New York weiter betrieben werden sollten. Die Entscheidung darüber liege bei der Atomaufsicht NRC. Von einem Unglück in Indian Point wären 20 Millionen Menschen in einem Umkreis von 80 Kilometern betroffen, darunter acht Millionen in der Stadt New York. US-Präsident Barack Obama hatte am Donnerstag eine Überprüfung der amerikanischen Kernkraftwerke angeordnet. An der Technologie selbst will er jedoch festhalten.

+++ Japan-Rückkehrer nicht strahlenbelastet +++

[16.57 Uhr] Bei Rückkehrern aus Japan sind auf dem Frankfurter Flughafen bisher keine überhöhten Strahlenwerte gemessen worden, wie der Sprecher des hessischen Umweltministeriums, Thorsten Neels, berichtet. Insgesamt haben sich auf dem Frankfurter Flughafen am Freitag und Samstag 14 aus Japan ankommende Passagiere untersuchen lassen. "Es ist ein freiwilliges Angebot", betonte Neels. Auch die Lufthansa hat bei ihren aus Japan ankommenden Maschinen in Frankfurt und München keine besondere Strahlenbelastung festgestellt. "Bisher waren alle Wischproben ohne Befund", sagte LH-Sprecher Peter Schneckenleitner in Frankfurt.

+++ Mahnwachen in ganz Deutschland +++

[16.44 Uhr] Atomkraftgegner haben für Montagabend um 18 Uhr zu Mahnwachen in ganz Deutschland aufgerufen. In mehr als 670 Orten, darunter auch in Berlin, sollen Bürger für einen Ausstieg aus der Kernkraft demonstrieren, teilte die Anti-Atom-Organisation "Ausgestrahlt" mit. Am vergangenen Montag hatten sich nach Veranstalterangaben mehr als 100.000 Menschen in zahlreichen deutschen Städten an Protesten beteiligt.

+++ Hohe Strahlenwerte in Raps gemessen +++

[16.35 Uhr] In Japan sind mehr Agrarprodukte radioaktiv verseucht als bisher bekannt. Das teilte das Gesundheitsministerium in Tokio mit. Messungen bei Raps hätten "bedeutende Dosen an Strahlung" ergeben. Die Proben stammten aus Regionen, in denen bislang keine erhöhte Radioaktivität gemessen wurde.

Zuvor war bereits in Milch und Spinat aus der Umgebung des Atomkomplexes eine erhöhte Strahlenbelastung gemessen worden. Nach Behördenangaben sei die Dosis aber nicht so hoch, dass sie als gesundheitsschädlich eingestuft werden müsse.

+++ Demonstration vor AKW Biblis +++

[16.15 Uhr] Etwa 2000 Menschen haben vor dem Atomkraftwerk Biblis den Ausstieg aus der Kernenergie gefordert. Damit beteiligten sich deutlich mehr Menschen an der Demonstration als ursprünglich erwartet. Ursprünglich hatten die Veranstalter, darunter mehrere Anti-Atom-Initiativen und die örtlichen Grünen, nur bis zu 200 Teilnehmer angemeldet.

+++ Arabische Emirate prüfen AKW-Bau +++

[15.59 Uhr] Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen ihre Pläne für das erste Atomkraftwerk im Land nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima überprüfen. Das sagte der Generaldirektor der staatlichen Atomaufsichtsbehörde, William Travers. Das Land plant sein erstes Kernkraftwerks im Jahr 2017 in Betrieb zu nehmen. Nun sollen Erkenntnisse aus dem Unglück in Japan berücksichtigt werden. Außerdem werde intensiv über Sicherheitsstandards gesprochen. "Damit wird die Sicherheit in der friedlichen Nutzung der Atomenergie in den Emiraten erhöht", sagte Travers.

+++ Deutsche AKW-Betreiber schicken Ausrüstung nach Fukushima +++

[15.10 Uhr] Die deutschen Kernkraftwerksbetreiber schicken am Montag Hilfsgüter nach Japan. 20 Paletten mit Hilfsgütern sollen von Frankfurt nach Japan geflogen werden, teilte das Deutsche Atomforum mit. Unter den Materialien sind zum Beispiel Spezialfilter, Masken und Strahlenmessgeräte. Die Hilfsaktion gehe auf eine entsprechende Anfage der japanischen Betreiberfirma des havarierten AKW Fukishima, Tepco, zurück. Die Unterstützung mit weiterer kerntechnischer Spezialausrüstung sei zugesagt worden.

+++ In zwei von sechs Abklingbecken Lage unter Kontrolle +++

[14.59 Uhr] Verantwortliche des Atomkomplexes Fukushima sagen, dass in zwei von sechs Abklingbecken für verbrauchte Brennelemente in dem Kernkraftwerk die Lage wieder unter Kontrolle sei. Die Temperatur in den Becken sei in einen normalen Bereich abgekühlt. In den anderen Blöcken wird an der Kühlung der Reaktoren und Abklingbecken weiter gearbeitet.

+++ Japans Ministerpräsident fährt nach Fukushima +++

[14.39 Uhr] Japans Ministerpräsident Naoto Kan wird am Montag die Region nahe des havarierten Atomkraftwerkes Fukushima besuchen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Reaktoren 3 und 4 noch Tage ohne Stromversorgung +++

[14.32 Uhr] Laut Betreiber wird es noch mehrere Tage dauern, bis die Reaktoren 3 und 4 wieder mit Strom versorgt werden können. Die vier anderen Reaktoren konnten die Techniker dagegen wieder ans Netz anschließen.

+++ Rettungskräfte besprühen Reaktor 3 mit Wasser +++

[14.12 Uhr] Rettungsmannschaften haben erneut Wasser auf den Reaktorblock 3 des Kernkraftwerkes Fukushima I gesprüht. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Dieser Reaktor ist besonders gefährlich, weil die Brennelemente Plutonium-Uran-Mischoxide enthalten. In dem Reaktorbehälter war am Sonntagmorgen der Druck wieder gestiegen, obwohl der Block bis Sonntag früh 13 Stunden lang unter dem Beschuss von Wasserwerfern stand.

+++ Hamburg verteilt Jod an Seeleute +++

[13.59 Uhr] Hamburg stellt Seeleuten Jodtabletten zur Verfügung. Damit sollen die Besatzungen von Schiffen ausgerüstet werden, die in das Seegebiet vor Japan fahren, teilte die Innenbehörde am Sonntag mit. "Ebenfalls stellen wir aufgrund eines Hilfeersuchens Japans Wassercontainer, Kanister, Decken sowie mobile Toiletten zur Verfügung", sagte Staatsrat Stefan Schulz.

+++ Angst vor Strahlung lässt Salzpreise in Burma steigen +++

[13.47 Uhr] Die Preise für Jodsalz haben sich in den großen Städten Burmas mehr als verdreifacht, nachdem im benachbarten China angesichts der Angst vor radioaktiver Strahlung Panikkäufe eingesetzt hatten. Das berichtete die burmanische Zeitung "True News Journal" am Sonntag. In der falschen Annahme, Jodsalz könne sie vor Verstrahlung schützen, haben Chinesen massenhaft Salz gekauft. Um die hohe Nachfrage zu befriedigen, wurden Tausende Säcke Salz aus Birma importiert. Dort wiederum stieg - aus Angst, die eigenen Bestände könnten knapp werden - der Preis seit Freitag sprunghaft an.

Kaliumjodid kann die Schilddrüsen bei einer hohen Strahlenbelastung schützen, gängiges Tafelsalz enthält aber nicht genug Jod, um einen ähnlichen Effekt zu haben. Auch radioaktiver Niederschlag in China ist nach Ansicht von Experten - nicht zuletzt wegen der Windströmungen - unwahrscheinlich. Der Großhandelspreis für einen 34-Kilo-Sack Salz im burmanischen Rangun lag bei 1.800 Kyat (1,41 Euro) und sei auf 6.500 Kyat (5,10 Euro) gestiegen.

+++ Reaktor 5 stabil +++

[13.05 Uhr] Die Techniker in der havarierten Atomanlage Fukushima 1 haben den Reaktor 5 stabilisiert. Das teilten die Behörden nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo mit. Zuvor war bereits bekannt gegeben worden, dass Reaktor 6 wieder unter Kontrolle sei. Die Rettungskräfte hätten bei beiden Reaktoren die Kühlung wieder in Gang gesetzt. Die Temperatur des Kühlwassers liegt unter 100 Grad Celsius und ist damit so niedrig, dass keine Gefahr mehr droht.

+++ Abklingbecken von Block 2 mit Meerwasser aufgefüllt +++

[12.34 Uhr] Rettungskräfte haben Meerwasser in das Abklingbecken des Reaktorblocks 2 gepumpt, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Zuvor war der Reaktor an das Notstromnetz angeschlossen worden. Mit dem Netz werden die Pumpen zur Wasserkühlung des Meilers mit Strom versorgt.

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1. Hier sollten unsere Atombefürworter mit gehen,
Nörgelkopf 20.03.2011
auch unsere Atomlobby könnte zu eine Reise in das AKW eingeladen werden, und danach ein Besuch bei den verstrahlten Opfern. Solange wir hier uns nicht in die Lage versetzen können, worin sich vor Ort die Menschen befinden, wird sich die Denkweise unserer Atombefürworter nicht ändern
2. ...erwaegt einen Besuch
rmi, 20.03.2011
"...Kan erwaegt einen Besuch im Erdbebengebiet." Der chinesische Premier besuchte Sichuan beim grossen beben in 2008 bereits nach 5 Stunden, und dies bei ca. 4 Reisedauer....
3. 2 Möglichkeiten
Omega9 20.03.2011
Zitat von ACroonenDie genauen Werte kennen wir zwar nicht aber wir können es schätzen. Was meistens recht gut funktioniert. Wie auch immer die Kühlen so ist der Massenstrom im Verhältniss zu den normalen Massenströmen gering. Für phillipsburg I (ein ähnlicher SWR) werden Massenströme von 10361 kg/s (mit7,5 Umläufen) im Reaktor bzw 1390 kg/s als austretender Massenstrom (dampf) bei 69 bar Betriebsdruck genannt. wir sind jetzt bei 0,5%-1% abzuführender nachzerfallswärme. also ca. W=15000kW (1kJ/s=1kW) mit dQ=(dm/dt)*c*T umgestellt nach (dm/dt) ergibt für T =100K als minimum und Wasser (c=4,18 kJ/kg*K) ein Massenstrom von ca. 35 Litern pro Sekunde in das System Sicherheitsbehälter/Reaktor. Bei 500 m^3 Volumen für den Reaktorbehälter und 7000 m^3 umbauten Raum incl. Sicherheitsbehälter ist das nichts. Davon abziehen müssen sie aber noch die Wärmeübergänge an der Systemgrenze Sicherheitsbehälter/Umgebung so dass der abzuführende Massenstrom weit geringer sein dürfte. Evtl. ist er sogar Null, was zu hoffen wäre. Wir haben eine Abstrahlfäche von ca. 5000 m^2 Luft/Stahl über die Wärme raus kann. Müsste das mal abschätzen. Einen Ablass als Wasser in die Umwelt kann ich mir hingegen nicht vorstellen, da die radioaktive Belastung des Wassers ein vielfaches höher sein dürfte als die des Damfes. Allerdings fehlen für den Dampfablass wiederum die Ausschläge bei der Radioaktivitätsmessung.
Das kann ich mir schon vorstellen. Praktisch jede Nuklearanlage hat 2 "Auspüffe", einmal einen hohen Kamin für radioaktive Gase und meist irgendwo einen Auslass in einem nahegelegenem Fluss oder Gewässer für leicht isotopenhaltige Abwässer. Diese Auslasskanäle sind in der Regel nicht direkt an dem Ufer / der Küste, damit niemand die unverdünnten Abwässer abbekommt. Wenn in Fukushima nur Meerwasser in den Kern geleitet wird, aber nix abgeleitet werden würde, dürfte der Kern in kurzer Zeit zu einem einzigem Salzklumpen und damit zur sicheren Kernschmelze verkommen. Daher ist meine Vermutung, wenn wirklich kontinuierlich Meerwasser in den Kern eingeleitet wird muss irgendwo eine Verbindung vom Druckbehälter zu dem Auslasskanal geöffnet worden sein. Das gibt bei nem teilweise geschmolzenem Kern sicher ne große Sauerei im Meer, aber ist immernoch besser als eine Kernschmelze. In so ner Situation muss man Prioritäten setzen.
4. Genau !
mooksberlin, 20.03.2011
Zitat von Nörgelkopfauch unsere Atomlobby könnte zu eine Reise in das AKW eingeladen werden, und danach ein Besuch bei den verstrahlten Opfern. Solange wir hier uns nicht in die Lage versetzen können, worin sich vor Ort die Menschen befinden, wird sich die Denkweise unserer Atombefürworter nicht ändern
Sehe ich auch so, wieso waren denn die Bosse von EON , RWE, Vattenfall, EnBw noch nicht vor Ort um dort ihr Mantra "die Atomkraft ist sicher" zu singen und danach in Fukushima zu helfen ? Ich kann nur raten im Netzt nach der Dokumentation "Risiko Atomkraft" zu suchen, die gestern auf Phoenix lief, da kann einem nur das Grausen kommen. Entweder sind die Mitarbeiter der deutschen AKW´s unglaublich dumm, ignorant oder schlichtweg brainwashed ( wahrscheinlich alles zusammen). Nach dieser Dokumentation kann man nur noch für eine schnellstmögliche Abschaltung aller AKW´s plädieren.
5. Aus diesem Grunde , sollten...
sternfalke77, 20.03.2011
Zitat von Omega9Das kann ich mir schon vorstellen. Praktisch jede Nuklearanlage hat 2 "Auspüffe", einmal einen hohen Kamin für radioaktive Gase und meist irgendwo einen Auslass in einem nahegelegenem Fluss oder Gewässer für leicht isotopenhaltige Abwässer. Diese Auslasskanäle sind in der Regel nicht direkt an dem Ufer / der Küste, damit niemand die unverdünnten Abwässer abbekommt. Wenn in Fukushima nur Meerwasser in den Kern geleitet wird, aber nix abgeleitet werden würde, dürfte der Kern in kurzer Zeit zu einem einzigem Salzklumpen und damit zur sicheren Kernschmelze verkommen. Daher ist meine Vermutung, wenn wirklich kontinuierlich Meerwasser in den Kern eingeleitet wird muss irgendwo eine Verbindung vom Druckbehälter zu dem Auslasskanal geöffnet worden sein. Das gibt bei nem teilweise geschmolzenem Kern sicher ne große Sauerei im Meer, aber ist immernoch besser als eine Kernschmelze. In so ner Situation muss man Prioritäten setzen.
... Tsunamiemessbojen mit Messgeräten ausgestattet werden . die jeweils die Strahlenveränderung in Luft und Wasser am jeweiligen Ort messen können, und weiterleiten . Es gibt ja mittlerweile ein recht dichtes Netz davon . Die Dinger sind ja online . Sodaß alle Staaten Zugriff auf die Messdaten haben . Dann können einzelne Staaten auch keine Daten " kreativ " bearbeiten - und SO weiterleiten .
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Die wichtigsten Fragen zur Strahlengefahr
Was richtet Strahlung im menschlichen Körper an?
Die Schwere der Schäden hängt davon ab, welches Gewebe wie stark von der Strahlung betroffen ist. Erste Symptome einer Strahlenkrankheit sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Sie treten wenige Stunden nach Einwirken der Strahlung auf den Körper auf. Klingen die Symptome ab, stellt sich nach einigen Tagen Appetitlosigkeit, Übermüdung und Unwohlsein ein, die einige Wochen andauern.
Wie qualvoll eine akute Strahlenkrankheit bei hoher Dosis enden kann, zeigen die Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki und der Tschernobyl-Katastrophe. Haarausfall, unkontrollierte Blutungen, ein zerstörtes Knochenmark, Koma, Kreislaufversagen und andere dramatische Auswirkungen können den Tod bringen.
Wie verläuft eine leichte Strahlenkrankheit?
Menschen mit einer leichten Strahlenkrankheit erholen sich zwar in der Regel wieder. Doch oft bleibt das Immunsystem ein Leben lang geschwächt, die Betroffenen haben häufiger mit Infektionserkrankungen und einem erhöhten Krebsrisiko zu kämpfen.
Wie kann man sich schützen?
Im Gebiet, in dem ein nuklearer Niederschlag zu befürchten ist, kann es helfen, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Gegen radioaktives Jod schützt die vorsorgliche Einnahme von Kaliumjodidtabletten. Allerdings schützt diese nur vor Schilddrüsenkrebs. Das eingenommene Jod lagert sich in den Drüsen links und rechts des Kehlkopfes an und verhindert so die Aufnahme von radioaktivem Jod. Wichtig: Jodtabletten nicht ohne behördliche Aufforderung einnehmen.
Radioaktives Jod baut sich in der Umwelt allerdings schnell ab. Gefährlicher ist radioaktives Cäsium, es hat eine längere Lebensdauer und wirkt bei Aufnahme durch die Luft oder über Nahrungsmittel im ganzen Körper. Dagegen helfen keine Pillen. Bricht ein Reaktor, wie in Tschernobyl geschehen, auseinander, gelangen großen Mengen Cäsium in die Atmosphäre und verstrahlen die Gegend, in der die Partikelwolke niedergeht, auf viele Jahre.
Was bedeutet die Maßeinheit Millisievert?
Sievert (Sv) ist eine Maßeinheit für radioaktive Strahlung. Ein Sievert entspricht 1000 Millisievert. Die Einheit gibt die sogenannte Äquivalentdosis an und ist somit ein Maß für die Stärke und für die biologische Wirksamkeit von Strahlung.
7000 Millisievert, also sieben Sievert, die direkt und kurzfristig auf den Körper treffen, bedeuten den sicheren Tod (siehe Grafik). Zum Vergleich: Am Montagmorgen maßen die Techniker am Kraftwerk Fukushima I eine Intensität von 400 Millisievert pro Stunde. In Tschernobyl tötete die Strahlung von 6000 Millisievert 47 Menschen, die unmittelbar am geborstenen Reaktor arbeiteten.
Wie hoch ist die Belastung im Alltag?
Menschen sind tagtäglich der natürlichen radioaktiven Strahlung im Boden oder der Atmosphäre ausgesetzt. In Deutschland beträgt sie laut Bundesamt für Strahlenschutz 2,1 Millisievert pro Jahr (siehe Grafik). Der menschliche Organismus hat Abwehrmechanismen gegen die natürliche Strahleneinwirkung entwickelt, um sich vor diesen Belastungen zu schützen.

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